Dienstag , 29 September 2020
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Mysteriöses Stillschweigen über Diplomaten-Gipfel in Washington

mullenEs handelt sich um ein historisches Ereignis. Die US-Botschafter aus 180 verschiedenen Ländern wurden vergangene Woche nach Washington einberufen. Als Anlass für dieses seltene, wenn nicht überhaupt beispiellose, Treffen können die politischen Spannungen in Tunesien und Ägypten nur teilweise angenommen werden, nachdem es angeblich schon seit längerer Zeit geplant war. Seit den Veröffentlichungen diplomatischer Nachrichten durch Wikileaks, dürfte den üblichen Kanälen zur Übermittlung von Informationen nicht mehr ausreichendes Vertrauen geschenkt werden. US-Außenministerin Hillary Clinton sprach von „kritischen Zeiten für die amerikanische Weltherrschaft“.

Von den Medien weitgehendst unbeachtet, fanden sich vergangene Woche US-Botschafter und Botschaftsmitarbeiter aus zumindest 180 verschiedenen Länder zu einem für mehrere Tage anberaumten Treffen in Washington ein. In einer am Mittwoch gehaltenen Ansprache erklärte Hillary Clinton: „Es ist selbstredend – aber ich sage es trotzdem – wir befinden uns in einer kritischen Zeit für Amerikas Weltherrschaft (wörtlich: Global Leadership). Vom Diebstahl vertraulicher Depeschen, über Protestbewegungen des 21. Jahrhunderts bis zur Entwicklung von Durchbrüchen, die über das Potential verfügen, das Leben von Millionen zu verändern, befinden wir uns auf unerforschtem Gebiet und dies erfordert, geschickter, innovativer und verantwortungsbewusster zu handeln als je zuvor“.

Die Online-Ausgabe des Foreign-Policy-Magazins erklärt, dass dieses Treffen schon lange vor dem Einsetzen der Unruhen in Nordafrika geplant war.

Dem gleichen Bericht zufolge, verwies Hillary Clinton auf notwendige Kosteneinsparungen im diplomatischen Bereich.

Eine nicht näher kommentierte Ansprache wurde auch von Admiral Michael G. Mullen gehalten, dem Vorsitzenden des amerikanischen Generalstabs und somit ranghöchstem Angehörigen der US-Armee. Einigen Meldungen zufolge soll Admiral Mullen auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen Militär und Diplomatie verwiesen haben.

Wie nicht anders zu erwarten, wurden im Laufe der vergangenen Woche, neben der eben zitierten Zusammenkunft, auch mehrere Treffen in kleineren Gruppen bzw. persönliche Gespräche organisiert. Bislang ist kein Beispiel für eine Zusammenkunft aller US-Diplomaten aus so gut wie allen Ländern der Welt bekannt. Dass die Veröffentlichungen durch Wikileaks ihren Einfluss ausüben, lässt sich durchaus annehmen. Trotzdem wirft dieses Ereignis die Frage auf, welche Entwicklungen für die nahe Zukunft erwartet bzw. vorbereitet werden, die eine Notwendigkeit mit sich bringen, alle US-Diplomaten aller Regionen simultan zu vertraulichen Gesprächen einzuladen. Das gleichzeitig auffällige Stillschweigen der Medien könnte ebenfalls als besorgniserregend erachtet werden.

 

Quellen: The Independent, AllGov, Foreign Policy

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