Dienstag , 4 August 2020
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Neue Präsidentin Brasiliens war an mehreren Banküberfällen beteiligt

rousseff_capturadoMit klarer Mehrheit wurde die 62-jährige Marxistin Dilma Rousseff zur neuen Präsidentin Brasiliens gewählt. Sie tritt dabei die Nachfolge ihres charismatischen Parteigenossen Luiz Lula da Silva an. Während ihre Befürworter in ihr eine Heldin sehen, die sich einst aktiv gegen das Militärregime einsetzte, wird sie von manchen politischen Gegnern als marxistisch orientierte Terroristin bezeichnet, die an mehreren Banküberfällen und anderen Gewaltakten beteiligt war. Nachdem diese Straftaten mehrere Jahrzehnte zurückliegen, lassen sich Details jedoch nur mehr ungenau nachvollziehen. Selbst die Echtheit ihrer ehemaligen Polizeiakte wird angezweifelt.

Dilma Rousseff gehört der brasilianischen Arbeiterpartei an und wurde von Staatschef Lula systematisch zur Nachfolgerin aufgebaut. Nicht ohne positiven Beiklang, verweist die Weltpresse darauf, dass es sich um das erste weibliche Staatsoberhaupt in der Geschichte Brasiliens handelt. Und sie war Guerillakämpferin.

Im Alter von 19 Jahren schloss sich die Tochter eines bulgarischen Einwanderers einer Untergruppe der Sozialistischen Partei Brasiliens, die sich „Arbeiterpolitik“ (Politica Operária – POLOP) nannte, an. Während ein Teil dieser Bewegung versuchte, einen demokratischen Weg einzuschlagen, gehörte sie einer Gruppe an, die auf nicht mehr als ein Dutzend Mitglieder geschätzt wird, und die glaubte, die Militärregierung durch Waffengewalt stürzen zu können. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel wurden mehrere Verbrechen begangen, zu denen Banküberfälle sowie Waffen- und Autodiebstähle zählen.

Wie die brasilianische Webseite RdNews, auf der das folgende Dokument Anfang des Jahres Veröffentlichung fand, bemerkte, konnte dessen Echtheit nicht bestätigt werden. Es scheint sich jedoch um die damalige offizielle Polizeiakte zu handeln, in dem sie als Terroristin und Bankräuberin betitelt wird. Am 16. Januar 1970 wurde Dilma Rousseff verhaftet. Am Tag ihrer Festnahme führte sie eine Schusswaffe bei sich.

 rousseff_polizeiakte_570

Übersetzung der vorgeworfenen Straftaten bzw. ihrer Mitgliedschaft bei verbotenen Organisationen:

1967 – Kämpferin der „Arbeiterpolitik“ POLOP

06/10/68 – Überfall auf die Bank BANESPA, Rua Iguatemi, $ 80.000

12/10/68 – Planung des Mordanschlages auf Cap. Charles R. Chandler (?)

11/12/68 – Überfall auf das Waffengeschäft Diana, Rua do Semiário, 48 Waffen

??/04/69 – (Beitritt) „Nationales Befreiungskommando“ COLINA

24/01/69 – Überfall auf das 4. Infanterieregiment Quitaúna, 63 Gewehre, 3 Maschinenpistolen, 4 Kisten Munition

18/07/69 – Überfall auf das Haus von Gouverneur Ademar de Barros

01/08/69 – Überfall auf die Bank „Mercantil de Sao Paolo”

??/09/69 –  (Beitritt) Congresso VAR Palmares, Teresopolis

20/09/69 – Überfall auf das Polizeihauptquartier in Barro Branco (weiter …)

 

Auch wenn der Schluss, dass „der Zwecke die Mittel heilige“ in Rousseffs Fall nahe liegt, so lassen sich doch deutliche Parallelen zur ehemaligen „Roten Armee Fraktion“, auch „Baader-Meinhof-Gruppe“ genannt, einer deutschen linksextremistischen Terroristen-Vereinigung, die zwischen 1970 und 1988 aktiv war, erkennen.

Eigenen Angaben zufolge, wurde Rousseff nach ihrer Verhaftung 22 Tage lang gefoltert. Im Jahr 2006 wurde ihr Antrag auf Wiedergutmachungszahlungen angenommen. Ihrem Wunsch entsprechend, wird dieser jedoch bis zum Ende ihrer politischen Karriere nicht verhandelt.

Für die Zukunft wird ein Weiterführen der Sozialreformen und eine Verbesserung der Lebensbedingungen für die in Brasilien sehr breite wirtschaftliche Unterschicht erwartet. Politische Gegner von Rousseff befürchten aber auch, dass sie, aufgrund ihrer marxistisch-leninistischen Einstellung, auch traditionelle Werte Brasiliens in den Hintergrund drängen könnte.

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