Donnerstag , 18 Juli 2019
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Wikileaks hätte 9/11 verhindern können

911_new_yorkWikileaks wurde der Geldhahn abgedreht. Wikileaks wurde von den US-Behörden auf die berüchtigte „Watch-List“ gesetzt. Einer der Informanten, Bradley Manning, befindet sich seit Monaten im Gefängnis und der US-Abgeordnete Mike Rogers sprach sich in einem Interview sogar für die Todesstrafe aus. Nun meldeten sich eine ehemalige FBI-Agentin sowie ein Mitarbeiter der Luftaufsichtsbehörde zu Wort. Beide verfügten vor den Anschlägen über brisante Informationen, die von FBI-Stellen in Washington jedoch ignoriert wurden. Sie schließen die Möglichkeit nicht aus, hätte es Wikileaks damals, im Jahr 2001, bereits gegeben, hätten sie einen Weg gefunden, eine breite Öffentlichkeit zu informieren, wären die Attacken kaum mehr durchführbar gewesen.

Coleen Rowley ermittelte im Jahr 2001 gegen den Nordafrikaner mit französischem Reisepass Zacarias Moussaoui, der mittlerweile zu lebenslanger Haft, wegen Mithilfe bei den Vorbereitungen für die Anschläge vom 11. September 2001, verurteilt wurde. Wegen Verstößen gegen Einwanderungsbestimmungen verhaftet, stellte sich heraus, dass Moussaoui mögliche Kontakte zu Terroristen unterhielt. Dazu kam die Information von Bogdan Dzakovic, die besagte, dass der Marokkaner erlernen wollte, eine Linienmaschine zu fliegen, ohne sich jedoch für eine mögliche Landung zu interessieren. Sowohl Rowley, ein weiterer FBI-Agent namens Harry Samit und der für die FAA, die amerikanische Flugsicherungsbehörde, arbeitende Dzakovic informierten ihre jeweiligen Vorgesetzten. Den Verdachtsmomenten wurde keine Aufmerksamkeit geschenkt. Ein mögliches Einschreiten wurde durch bürokratische Mechanismen verhindert.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Los Angeles Times einen, von Coleen Rowley und Bogodan Dzakovic verfassten, Brief. Darin wird erklärt, dass ausländische Geheimdienst-Informationen zur Verfügung standen, die auf Moussaouis Verbindungen mit möglichen Terror-Organisationen verwiesen. Der direkte Vorgesetzte von Harry Samit bemühte sich sogar – die Formulierung ist wörtlich – „jemanden davon abzuhalten, ein Flugzeug ins World Trade Center zu steuern“ (… „taking a plane and crashing into the World Trade Center“). Beim Prozess gegen Moussaous bezeichnete Samit das Verhalten der FBI-Vorgesetzten in Washington sogar als „strafbare Fahrlässigkeit“.

Die beiden Verfasser des Briefes schreiben:

„Wikileaks hätte für jene Beamten zum Druckventil werden können, die sich schrecklich darum sorgten, was passieren könnte, und die sich durch die scheinbare Teilnahmslosigkeit ihrer Vorgesetzten frustriert fühlten. Sie fanden sich tatsächlich in einem verwirrenden, aussichtslosen ethischen Dilemma gefangen, während die Zeit immer knapper wurde. Ihre Chefs warnten wiederholt davor, mit den Medien zu sprechen und missbilligten eine Aufdeckung. Trotzdem fühlten die Beamten eine dringliche Notwendigkeit, die Öffentlichkeit zu warnen.“

Der schwedischen Rechtslage sowie der Gepflogenheit von Wikileaks entsprechend, werden Informanten unter allen Umständen geschützt, was bei einem Kontaktieren einer US-Zeitung kaum der Fall gewesen wäre.

Obwohl die Webseite seit mehreren Tagen wegen „geplanter Instandhaltungsarbeiten“ nicht zugänglich ist, gibt es Berichte, dass man an der Veröffentlichung von 400.000 neuen Dokumenten aus dem Irak arbeite.

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