Sonntag , 19 Mai 2019
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Nun geht’s Wikileaks an den finanziellen Kragen

julian_assange_2010Den ersten großen Schub im Grad der Bekanntheit erlebte Wikileaks im April, durch die Veröffentlichung von Bilddokumenten über die Ermordung von Zivilisten, zwei von ihnen Reuters-Journalisten, durch amerikanische Soldaten in Bagdad. Im Juli folgten rund 90.000 Geheimdokumente aus Afghanistan. Seit damals sieht sich Wikileaks, im speziellen Gründer Julian Assange, mit massiven Angriffen konfrontiert. Dem schloss sich nun Moneybookers an, ein britisches Unternehmen, das weltweit Geldtransfers im Internet durchführt. Wikileaks wurde das Konto gesperrt sowie das Guthaben eingefroren.

Natürlich ist es keineswegs verwunderlich, dass die Veröffentlichung von Geheimdokumenten den amerikanischen Behörden nicht gerade willkommen ist. Von möglichen Sicherheitsrisiken abgesehen, wird die Weltöffentlichkeit über Ereignisse informiert, die den Verdacht von Kriegsverbrechen wecken könnten. Die in Schweden, dem offiziellen Standort von Wikileaks, geltenden Gesetze, schützen jedoch die Pressefreiheit. Auch kann Julian Assange dort nicht gezwungen werden, seine Quellen preiszugeben.

Ein Anschlag auf Julian Assange würde an der Sache, die nun einmal eingeleitet ist, nicht viel ändern. Im Gegenteil, der Verdacht, dass hinter einem plötzlichen „Unfall“ oder „Selbstmord“ die CIA stecken könnte, wäre vermutlich all zu naheliegend. Eine Anklage wegen des Verdachts auf Vergewaltigung wurde sehr rasch wieder zurück gezogen.

Allerdings, auch Wikileaks benötigt Geld. Gesammelt wird solches durch freiwillige Spenden. Zur kostengünstigen Übermittlung auch kleinerer Beträge eignet sich Moneybookers bestens. Wie nun bekannt wurde, sperrte der Internet-Zahlungsdienstleister rund eine Woche nach, von den US-Behörden ausgesprochenen, Drohungen das Konto von Wikileaks. In einem Email vom 13. August wurde dies folgendermaßen erklärt: „Nach Überprüfung Ihres Kontos durch unsere Sicherheitsabteilung, müssen wir Sie informieren, dass Ihr Konto geschlossen wurde…. zur Einhaltung der Regelung bezüglich Geldwäsche und anderen Ermittlungen, die von Regierungsbeauftragen durchgeführt werden.“

Aus weiteren Erklärungen geht hervor, dass Moneybookers sich den Forderungen der US-Regierung, denen sich mittlerweile auch Australien angeschlossen hat, unterworfen hat. Wikileaks’ IP-Adresse befindet sich ebenso auf einer schwarzen Liste wie die Organisation selbst. Für Mitarbeiter der britischen Zeitung Guardian, die gestern über den Vorfall berichtete, stand niemand von Moneybookers für eine Stellungnahme zur Verfügung.

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