Samstag , 26 September 2020
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Die Absurdität der Strafe gegen Goldman Sachs

paragraph250Was wird heutzutage nicht alles über Gerechtigkeit geschrieben. Schuldige müssen ihrer Strafe zugeführt werden. Betrüger gehören hinter Gitter und den Betrogenen steht zu, für ihren Schaden kompensiert zu werden. So sollte es sein. So glauben wir, dass es der Fall ist. Dieses moralisch bedingt Denken stößt jedoch an eine Grenze. Und zwar, wenn es um die internationalen Finanzmärkte geht. Der gemeine Bürger versteht ohnehin wenig davon. Dafür gibt es schließlich die Börsenaufsicht. Und die hat in New York nun entschieden, Goldman Sachs zur Kasse zu bitten. Auch wenn die Strafe einem Vermögen entspricht, für den Bankgiganten gleicht sie einem Butterbrot. 

TheIntelligence hat im April darüber berichtet: Von der New Yorker Börsenaufsicht wurde eine zivilrechtliche Klage wegen Betrugsverdachts gegen Goldman Sachs eingebracht. Fabrice Tourre, zur Zeit des Vorfalles im Jahr 2007 Vizedirektor des Bankhauses, soll sich mit dem milliardenschweren Spekulanten John Paulson abgesprochen haben. Im Mittelpunkt des Geschäfts stand ein Investitions-Paket namens ABACUS 2007-AC1, das auf damals noch scheinbar sicheren Hypothekardarlehen basierte. Während Anleger dem Rat von Goldman Sachs folgten, spekulierte Paulson dagegen, dessen Vermögen sich dadurch um eine weitere Milliarde vergrößerte.

Irgend etwas stinkt hier, würde der gesunde Menschenverstand nahe legen. Könnte es sein, dass Tourre an der Sache mitverdient hat? Gibt es nicht Gesetze, die ein derartiges Vorgehen regeln? Wie rasch schaltet sich ansonsten die Staatsanwaltschaft ein?

Die Vereinbarung zwischen der Börsenaufsicht (SEC) und Goldman Sachs bezieht sich nicht nur auf die Zahlung von 550 Millionen Dollar, sondern erlaubt auch mehr Einblick in zukünftige Transaktionen. Dazu kommen einige Zusagen, Anleger besser zu beraten. Die Aktienkurse stiegen am Tag der Ankündigung um 8,9 Prozent, nachdem deutlich schlimmere Folgen befürchtet wurden.

Und wo bleiben Konsequenzen für die Verantwortlichen? Der große Gewinner in diesem fragwürdigen Deal war John Paulson. Wer bittet ihn zur Kasse? Wo bleiben strafrechtliche Schritte?

Vermutlich wäre es für ein Gericht nicht einfach, eine Betrugsabsicht festzustellen. Doch das haben Betrugsverfahren grundsätzlich an sich. Die vorliegenden Fakten verweisen jedenfalls auf ein durchaus fragwürdiges Geschäft. Und vermutlich ist dieser eine Vorfall ohnehin nur der Gipfel eines ansonsten vor der Öffentlichkeit verborgenen Eisberges.

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