Samstag , 20 Juli 2024
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G20-Krawalle – Ein Spiegelbild der modernen Gesellschaft

screenshot_krawalle_torontoNicht der Aufruhr selbst spiegelt den modernen Zeitgeist, sondern das Verhalten der Autoritäten. Zehntausende demonstrieren friedlich. Von ihrer schlichten Präsenz abgesehen, bleiben ihre Proteste im Bereich des Verbalen. Mehr als 10.000 gerüstete Polizisten stehen ihnen gegenüber mit Helmen und Knüppeln. Plötzlich tauchen Unruhestifter auf. Leicht erkennbar, vermummt, mit Schlagstöcken bewaffnet. Sie setzen Polizeiautos in Brand und zertrümmern Auslagenscheiben. Rund 500 Demonstranten werden festgenommen. Welche? Die Radaubrüder? Aber nein, kein einziger von ihnen. Wie das Bildmaterial eindeutig beweist, ging die Polizei ausschließlich gegen reguläre Demonstranten und Journalisten vor. 

Schon Wochen vor dem Gipfeltreffen wurde die Stimmung angeheizt. Kanada befindet sich in den gleichen finanziellen Schwierigkeiten wie alle anderen Staaten der westlichen Welt. Trotzdem, für das Gipfeltreffen der G8- und G20-Staaten wird eine Milliarde Dollar bereitgestellt. Spitzenpolitiker aus aller Welt treffen sich im Zentrum einer Großstadt, um hinter verschlossenen Türen über unsere Zukunft zu beraten. Wer die internationale Politik verfolgt geht davon aus, dass es, wie üblich, die Interessen internationaler Konzerne, Großbanken, der Erdöllobby, der Waffenindustrie sein werden, die aller Wahrscheinlichkeit nach, im Vordergrund der Beratungen stehen.

Meterhohe massive Zäune, sechs Kilometer lang, werden errichtet. Tausende von Polizisten ziehen durch die Stadt, teils beeindruckend auf Pferderücken, teils in kurzen Hosen, Fahrräder schiebend. Menschen in Sommerkleidung ziehen durch die Straßen. Ihre Gesichter sind entspannt. Sie lächeln. Lieder werden gesungen. Irgendwo schlagen Indianer auf ihre Trommeln.

Während sich die Situation im Laufe des Samstags zuspitzt, gibt es zwei Arten von Bildern. Wir sehen brennende Polizeiautos, ohne Polizei in der Nähe. Wir sehen Maskierte, „Black Bloc“ werden sie genannt, die ungehindert mit Stöcken Fenster zertrümmern. Auch dabei findet sich weit und breit kein Polizist. Dafür sehen wir immer wieder Bilder von harmlos wirkenden Demonstranten, die zu Boden geworfen werden, Journalisten, die attackiert werden, junge Menschen in Sommerkleidern in Handschellen. Nicht ein einziger der Vermummten wird festgenommen. Die Anklagen lauten: Widerstand gegen die Staatsgewalt, Öffentliche Ruhestörung, tätlicher Angriff gegen Polizeibeamte, Anstiftung zum Aufruhr, böswillige Sachbeschädigung und Teilnahme an einer behördlich untersagten Versammlung. Und all das gegen die grundsätzlich friedlich auftretenden Demonstranten, die sich vielleicht mit den Polizisten auf ein Wortgefecht einließen. Die gewalttätige Bande blieb unbehelligt.

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Spekulationen berichten von der Möglichkeit, dass es sich bei den Aufwieglern um Undercover-Agenten handeln könnte. Im Jahr 2007 wurde in Kanada ein derartiger Vorfall von offizieller Seite bestätigt. Doch lassen wir diese Möglichkeit, ohne sie ganz auszuschließen, beiseite.

Wie hätten die Polizeieinheiten vorgehen müssen, um die aggressionsgeladenen, mit Schlagstöcken ausgerüsteten, vermummten Aufwiegler festzunehmen, ohne die eigene Gesundheit oder gar das eigene Leben aufs Spiel zu setzen? Mittels massiver und gezielter Gewaltanwendung! Gezielte Schüsse mit Gummimunition, Tränengas, Knüppel und vielleicht sogar der Einsatz scharfer Waffen. Der normale Bürger würde erwarten, dass gewalttätige Banden auf diese Art überwunden und eingesperrt werden. Der Bürger würde erwarten, dass die Polizeigewalt einschreitet.

Doch was würde folgen? Vorwürfe wegen Polizeibrutalität. Einzelne müssten sich verantworten, ob der Schlag mit Stock oder gar der gezielte Schuss wirklich unbedingt notwendig war. Einzelne Polizisten würden ihre berufliche Zukunft aufs Spiel setzen. Schließlich haben im Rechtsstaat auch Verbrecher Rechte. Die Festnahme der regulären Demonstranten erfolgte ohne sonderliche Zwischenfälle, ohne nennenswerte Verletzungen, ohne Vorwürfe. Hatten die Polizisten nicht allen Grund, sich von den Szenen der Gewalt fernzuhalten?

Und wie oft lesen wir in den Zeitungen von Vorwürfen gegen Polizisten, die ertappte Einbrecher verletzten? Die bei Festnahmen von richtigen Verbrechern Gewalt anwenden mussten. Die in Sekundenbruchteilen zu entscheiden hatten, ob sie die Waffe einsetzen, um ihr eigenes Leben zu schützen – um sich später, über Monate hingezogen, dafür zu verantworten?

Wie oft lesen wir mitleiderregende Geschichten vom zerrütteten Elternhaus, der trinkenden Mutter, dem gewalttätigen Vater, Voraussetzungen, die den jungen Menschen unweigerlich auf die „schiefe Bahn“ führen mussten. Gegen derartige Opfer der Umstände kann man doch nicht mit Gewalt vorgehen.

Bei den vermummten Gewalttätern von Toronto stellt sich die Frage ihrer Motive nicht. Wir kennen sie nicht. Wir werden nie erfahren, wer sie sind. Ihre Gründe sind sicher auch andere als jene des Autodiebs, des Wohnungseinbrechers, des Straßenräubers. In beiden Fällen zeichnet sich aber ab, dass unsere Polizei, die für unseren Schutz von unseren Steuergeldern bezahlt wird, in erster Linie darauf achtet, dass Normalbürger sich ausnahmslos allen Vorschriften beugen. Wird sie wirklich zur Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung gebraucht, dort, wo die Waffen, die getragen werden, auch Sinn ergeben, läuft sie Gefahr, sich massiver Kritik auszusetzen. Ganz besonders kritisch wird gegen Polizisten ermittelt, die vielleicht von Vorurteilen behaftet sein könnten. Gegen wen? Sie erlauben mir, dass ich es nicht erwähne.

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