Montag , 8 August 2022
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EU plant, Insekten auf unseren Speiseplan zu bringen

Nein, es ist kein verfrühter Aprilscherz. Die EU stellt tatsächlich drei Millionen Euro für Forschungs-Projekte zur Verfügung, um bekanntlich proteinreiche Insekten Europäern schmackhaft zu machen. Allerdings, die geplante Forschung zielt nicht auf Umerziehung, sondern auf Tarnung. Während die Zahl der Erdenbürger, die Heuschrecken, Würmer und anderes Ungeziefer voller Begeisterung verzehren, mehr als zwei Milliarden betragen soll, ist in Europa eher zu erwarten, dass derart Getier zubereiteten Nahrungsmitteln beigemengt wird. Unter den angeführten Inhaltsstoffen wird dann vermutlich „natürliche Proteine“ oder ähnliches zu lesen sein.

insect food

Verkaufsstände in China oder Thailand (Bild) wirken für Europäer nicht immer appetitanregend, insbesondere dann nicht, wenn gegrillte Heuschrecken, Mehlwürmer, Raupen, Skorpione, Ameisen und allerlei Käfer zum Verzehr angeboten werden. Entomophagie, wie die Ernährung mittels Insekten wissenschaftlich genannt wird, ist aber auch in anderen Ländern, etwa Japan, Botswana und Mexiko, verbreitet. Die Zahl der Liebhaber von Insekten-Leckerbissen wird auf über zwei Milliarden geschätzt.

Insekten sind arm an Fett, reich an Protein, Vitaminen und Mineralstoffen. Als Vergleich wird angeführt, dass vier Grillen ebenso viel Kalzium enthalten wie ein Glas Milch. Also, guten Appetit.

Ein Artikel bei Mail-Online verweist auf die Meinung von Nahrungsmittel-Experten, die überzeugt sind, dass sich die Essgewohnheiten von Europäern kaum in diese Richtung verändern lassen. Daniel Creedon, ein Londoner Koch, der in seinem Restaurant bereits exotische Spezialitäten wie Heuschrecken und in Honig eingelegte Bienen zubereitet, erklärt: „Falls Insekten Einzug in unsere Nahrungskette finden, dann vermutlich nur in getarnter Form.“ Bei vorgefertigten Speisen ließe sich die Zugabe von „natürlichen Proteinen“ ja durchaus anführen, ohne direkt darauf zu verweisen, dass die Hälfte des Hamburgs nicht aus Rindfleisch, sondern aus Würmern besteht.

Dass dieses Vorhaben durchaus ernst zu nehmen ist, bestätigt eine Erklärung am Ende des besagten Artikels. Für den Verzehr bestimmte Insekten werden in geschlossenen Räumen gezüchtet. Sie ernähren sich von Abfall, von Papier und auch von Algen. Die Umweltbelastung durch traditionelle Viehzüchtung könnte sich, bei weiterem Ansteigen der Weltbevölkerung, schon bald als untragbar erweisen. Der holländische Wissenschaftler Marcel Dicke gab von sich: „Das Wichtigste ist, die Leute vorzubereiten. Sie mit der Idee vertraut zu machen. Denn von 2020 an, werden wir kaum eine andere Wahl haben.“

Um Missverständnissen vorzubeugen: Dieser Artikel ist keineswegs als heimliche Vorbereitung zu verstehen, sondern als Hinweis. Vielleicht sollten wir uns schon jetzt daran gewöhnen, unser Fleisch doch eher selbst in die Pfanne zu legen.

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