Donnerstag , 22 August 2019
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Nein, ich lasse mich nicht mehr diskriminieren

screenshot_antidiskriminierungsstelleKeine Lüge, ich fahre täglich mit der Bahn, ich hatte es diese Woche bereits gestanden. Die Bahnfahrerei – ich habe das ganz gerne. Es gibt viel zu hören, zu beobachten, zu schreiben. Gestern habe ich in dem Hauptbahnhof, welcher meine Wartestation, mein realer „Ich-warte-auf-den-Anschluss-hoffentlich-ist-er-pünktlich“-Halt ist, gestern habe ich neue Werbeplakate der Antidiskriminierungsstelle des Bundes bemerkt und gelesen. Das Thema interessiert mich wirklich. Heute inspizierte ich flugs und auf der Stelle die Webseite (www.antidiskriminierungsstelle.de) dieser Stelle, auch diese ist höchst interessant. Folgendes gilt es daraus zu zitieren (in Auszügen):

Herzlich willkommen beim Beratungsteam der Antidiskriminierungsstelle des Bundes

Wir freuen uns, dass Sie uns im Internet besuchen. Oft wissen Menschen nicht, ob sie sich an jemanden wenden sollen oder wo sie sich Hilfe holen können, wenn sie eine diskriminierende Erfahrung gemacht haben. Die sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Beratungsteam bieten Ihnen eine Erstberatung, also eine Einschätzung zu Ihrem Fall, damit Sie über das weitere Vorgehen entscheiden können.

Unser Beratungsteam mit Juristinnen und Juristen kann

  • Sie über Ihre Rechte in einem Diskriminierungsfall informieren,

  • Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, ob und wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können,

  • eine gütliche Konfliktbeilegung anstreben und

  • versuchen, Ihnen wohnortnahe Expertinnen und Experten zu nennen.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist für Nichtjuristen oftmals schwer verständlich. Wenn Sie sich diskriminiert fühlen, sollten Sie daher unbedingt eine Anlaufstelle aufsuchen, die sich mit dem Thema gut auskennt.

Wir bieten Informationen darüber, was Sie in einem Prozess brauchen, um eine Benachteiligung vortragen und belegen zu können und welche Fristen zur Geltendmachung von möglichen Ansprüchen zu beachten sind. Auf Wunsch können wir auch eine Stellungnahme der Gegenseite einholen und – die Bereitschaft beider Seiten vorausgesetzt – eine gütliche Einigung anstreben. Außerdem helfen wir Ihnen gern dabei, die passenden Expertinnen und Experten in Ihrer Nähe zu finden.

 

Ich war und bin sprachlos. Der Staat hat eine Institution geschaffen, für uns – die wir mehr als diskriminiert sind, zumindest manchmal. Es galt nicht lange nachzudenken, über dieses Geschenk, welches sich mir in der Halle des Karlsruher Hauptbahnhofes offenbarte. Schlagartig fielen mir einige Dinge ein, welche eindeutig den Tatbestand einer verschärften Diskriminierung abbilden. Den nachfolgenden Text habe ich mit Mühe und hoffentlich in einer korrekten Rechtschreibung formuliert. Die Behörde wurde von mir mittels des Kontaktformulars informiert und um Hilfe gebeten. Ich bin nicht ungeduldig. Heute ist Freitag, die Antwort sehe ich an diesem Wochenende nicht mehr. Macht aber nichts, ich bin ja fast nicht ungeduldig.

Dies ist der Text, mit welchem ich das Amt um Hilfe bei der Durchsetzung meiner Rechte und um Mithilfe bei der Beseitigung der von mir empfundenen Diskriminierung bitte:

Sehr geehrte Damen und Herren,

dank Ihrer Öffentlichkeitsarbeit auf Hauptbahnhöfen habe ich von Ihrer Existenz erfahren. Und über Ihre Existenz freue ich mich sehr. Nachfolgende Diskriminierungen schreien nach Unterbindung. Gelingt dies mit Ihrer Hilfe, dann freuen sich auch ganz bestimmt meine Rechte. Die sind momentan sehr traurig. Es geht um das Folgende:

Im Grundgesetz der Bundesrepublik steht geschrieben, dass die Menschen alle gleich sind. Wenn Ihnen das lieber ist, ich könnte auch schreiben, dass sie alle gleich sein sollen. Ich bin aber nicht gleich. Das werden Sie gleich bemerken:

Ich habe gelesen, dass der Herr Eichel eine Pension von € 7.500,– pro Monat erhält und dass dies wohl etwas knapp ist. Laut Bescheid der Rentenversicherung, eine Kopie übersende ich bei Bedarf gerne, prognostiziert man mir eine Rente von vielleicht € 1.400,–, wenn ich in acht Jahren in den Ruhestand trete. Dann bin ich älter als der Eichel heute ist und ich kriege deutlich weniger. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass ich immer arbeiten musste und nie in der Politik war, dann empfinde ich dies als Diskriminierung.

Weiter bemängle ich auf das Schärfste, dass die Bundesregierung einem maroden Immobilienfinanzierer (Den Namen mag ich hier nicht nennen, Unterlagen stelle ich gerne zur Verfügung) fast unbegrenzt Mittel in Form von Bürgschaften und Einlagen zur Verfügung stellt, ich diese Hilfe zur Sicherung meines Reihenhauses nicht bekomme, obwohl das Risiko deutlich geringer ist, dann ist das eindeutig Diskriminierung Nummer 2.

Ich wäre Ihnen mehr als dankbar, wenn Sie sich meines Falls annehmen und mir helfen, diesen untragbaren Zustand zu beenden. Ich wünsche mir sehr, wieder ohne Diskriminierung einschlafen zu können. Auf Ihre Antwort freue ich mich sehr.

Mit freundlichem Gruß
Peter Reuter

 

So, damit habe ich einen großen Schritt zu einem diskriminierungsfreien Leben getan. Drücken Sie mir die Daumen, dass es klappt. Über das Ergebnis werde ich hier berichten.

In diesem Sinne…

© Peter Reuter

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