Sonntag , 11 April 2021
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Achtung Satire: Die Geschichte von Thilokowiak Sarrazanowski

fussballplatz_altAls der kleine Thilo größer geworden war, da hoffte er sehr darauf, dass er das Trauma hinsichtlich des Fußballspielens endlich überwinden würde. Aber die Erinnerung, die Schmerzen, sie wollten ihn nicht loslassen. Immer wieder dachte er an die Zeit auf den Bolzplätzen in Oberschlesien, wo ihm ständig von einem gerissenen Polen der Ball durch die Beine geschoben wurde. Dieser Provokateur mit dem unaussprechlichen Namen neigte auch stets dazu, ständig von seiner Mannschaft Sieg auszugehen, egal wie bescheiden das Ergebnis tatsächlich war.

Unter diesem Gesichtspunkt begann er als Spätpubertierender ein Buch zu schreiben, welches sich ausschließlich mit Fußball und Spielern beschäftigte. Besonderes Augenmerk richtete er auf alle Spieler, welche einen unaussprechlichen Namen trugen. Und weil immer mehr von diesen Gesellen in Deutschland Fußball spielten, Ärzte in Anspruch nahmen, Autobahnen auf der linken Fahrspur blockierten, teure Kindergartenplätze und Schulplätze durch so genannte Kinder mit ebenfalls unaussprechlichen Namen okkupiert waren, deswegen hieß das Buch dann auch: „Deutschland schafft sich ab“. Während er es aus Angst geschrieben hatte, in näherer Zukunft ebenfalls einen unaussprechlichen Namen führen zu müssen, zum Beispiel Thilokowiak Sarrazanowski, fand das Buch aus anderen Gründen Zuspruch. Im Schanzenviertel in Hamburg fand der Titel starkes Interesse, die Schanzianer versuchten dies auch schon seit einiger Zeit. Speziell im Süden der Republik war der Ausdruck „abschaffen“ etwas Ähnliches wie ein Ritterschlag. Die Leute kauften es, weil sie glaubten, der Herr Sarrazanowski sei besonders fleißig, also ein rechter Germane.

Da war noch nicht bekannt, dass er nach eigener Aussage am Tag nur drei Stunden arbeiten musste, sich diese aber köstlich entlohnen ließ. Dafür mussten sich dann andere Leute mächtig abschaffen, also war doch alles in Ordnung. Nein, ich schweife nicht ab, das müssen sie alles wissen, damit sie den Thilokowiak verstehen können, oder es zumindest zu versuchen.

Einige undankbare Fußballspieler, alles Linksaußen, fühlten sich durch dieses Buch angegriffen. Und weil der Thilo viel Geld bekam und wenig arbeitete, deswegen war klar, es musste sich wahrhaft um einen Politiker handeln. Stimmt – er war Mitglied einer Partei, welche sich für Frieden, Freiheit, soziale Gerechtigkeit, Anerkennung der Menschenrechte und für die Versorgung der Funktionäre eintrat – nämlich der SPD. Das war die Vereinigung ehemaliger Linksaußen, welche sich im Rahmen ihrer Bemühungen für sozialen Ausgleich im Mittelkreis eingefunden hatte, es dort schön fand – und mit links nichts mehr zu tun haben wollte.

Der Vorsitzende, ihm wurde es zu eng im Kreis, er wollte den T. entfernt wissen, seine Sekretärin auch. Dann gab es eine Verhandlung, in welcher der Thilo beteuerte, er liebe alle schwarzen Linksaußen, gönne den Ärzten das Honorar und die Autobahnen seien nicht so schlimm. Nicht nur die Pension bekam der Thilo nun, er durfte auch in der Partei bleiben.

Und weil es so wahr, deswegen träumte der immer noch Spätpubertierende von einer Fortsetzung seines Buches. Er sagte einige Sachen, über welche die Menschen lange nachdenken mussten, so: “Der Verstand kommt oder geht ja nicht damit, dass man Migrant ist.“ “Je migrantischer diese Leute eingestellt sind, desto weniger neigen sie dazu, Probleme oder Schwierigkeiten objektiv zu sehen.“

Ja, das hatte gesessen, da hatte der Rentner einen losgelassen, Donnerwetter noch einmal. Dabei hatte er nur sehr präzise das Verhalten eines polnischen Partisanenbolzers vor vielen Jahren auf einem Schlachtfeld in Oberschlesien beschrieben.

Dem Vorstand, er war immer noch im Amt, passte das überhaupt nicht. Er hatte selbst Bücher geschrieben, die lagen alle wie Blei bei den Lektoren oder in Lagerhäusern. Die Sekretärin, welche insgeheim nur dachte: „Mein lieber Scholli, was der alles anstellt“. Sie mussten eine zweite Verhandlung anberaumen. Ein Raum wurde reserviert, der Termin wurde vereinbart, der Thilokowiak wurde eingeladen.

Der raffinierte Vorsitzende wollte, dass der Thilokowiak sich vom Acker macht, er verhielt sich besonders fies. Am Platz des Angeklagten platzierte er einen Teller mit Kuchen. Auf einem kleinen Kärtchen war zu lesen „Rosinenkuchen“. Nach dem Anbiss wollte der Vorsitzende auf den Tisch springen und laut rufen: „Er isst ja Sultaninenkuchen, er isst ja Sultaninenkuchen“. So geschah es dann auch. Nur der Thilo, er fiel nicht in Ohnmacht und musste sich nicht übergeben – er ließ sofort den Vorsitzenden festnehmen und einkerkern. Der Vorsitzende war bekannt dafür, dass er überhaupt nichts merkte. So hatte er natürlich nicht gerafft, Thilokowiak hatte die Partei schon längst übernommen. Und damit das mit dem Rosinenkuchen nie mehr passieren würde, deswegen ließ er Rosinen und Sultaninen verbieten. Gereicht werden durfte nur noch typisch deutsches Backwerk, und dies waren Zitronenkuchen und auch Orangenkekse. Ja, genau so war es gewesen, damals.

© Peter Reuter

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