Dienstag , 31 März 2020
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Occupy Zürich – Empörte Schweizer harren am Paradeplatz aus

occupy_zuerichAuch in Zürich gingen Aktivisten an diesem Wochenende gegen die Gier der Banken und des Finanzsystems auf die Straße. Im Zentrum der Schweizer Finanzindustrie, am Zürcher Paradeplatz, demonstrierten eine Handvoll Leute – genaue Zahlen erfährt man nicht. Rund 40 Aktivisten blieben sogar im Zelt über Nacht. Gestern, Sonntagabend um 20 Uhr, hätte der Paradeplatz geräumt werden sollen, berichten Schweizer Medien. Der Grund: Die Banken öffnen am Montag. Man scheint auf gute Optik bedacht zu sein: Gegner des bestehenden Finanzsystems sollten nicht mit den Beschäftigten der Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse, deren Zentralen sich am Paradeplatz befinden, zusammentreffen.

Rund 40 Demonstranten wollen Montag früh die am Paradeplatz arbeitenden Banker erwarten. Man möchte mit diesen Leuten, die ihre Entscheidung in ihrem Leben getroffen haben, für die Finanzindustrie zu arbeiten, sprechen. Ein friedlicher Empfang ist geplant, berichtet der BLICK. In den Banken am Paradeplatz lagert ein Drittel des Weltvermögens. Eine in Zürich lebende Amerikanerin teilte The Intelligence mit, dass die Schweiz aufgrund dieses Schuld-Zinsgeldsystems so gut lebt. Vielen Schweizern wäre das nicht bewusst, dass sie auf Kosten anderer ihren Wohlstand leben. Die Amerikanerin war selbst im Finanzgeschäft tätig, schied aber Anfang 2011 endgültig aus diesem Business aus – sie stellte zu viele Fragen und erfuhr die Unstimmigkeiten im System.

Die Zürcher Stadtpolizei sprach am Sonntagnachmittag einzelne Aktivisten an, den Paradeplatz zu verlassen. Die Aktivisten von „Occupy Paradeplatz“ müssen für eine Räumung als Gruppe insgesamt von der Stadtpolizei angesprochen werden, sagen jedoch diese. Nur mit ein paar einzelnen Aktivisten zu sprechen, den Paradeplatz zu räumen, sei zu wenig. Die Aktivisten sind basisdemokratisch organisiert und agieren als Gruppe. Das müsse die Polizei verstehen. Sie soll mit Megaphon zu den Aktivisten sprechen, dann werden diese auch den Paradeplatz verlassen, sagt ein temporärer Sprecher von „Occupy Paradeplatz“ der BLICK.

Die Neue Züricher Zeitung (NZZ) berichtet, dass ein Dutzend Zelte und ein Gemeinschaftszelt am Paradeplatz aufgeschlagen wurden und die Aktivisten in ihnen schon die Nacht zum Sonntag verbracht hatten. Die Kundgebungen verliefen friedlich. Die Demonstranten werden von Anrainern mit Lebensmitteln und Getränken versorgt. Von sich aus will man den Paradeplatz nicht räumen. Wenn es zu einer polizeilichen Verfügung, die per Lautsprecher mitgeteilt wird, kommen sollte, werde man zum Lindenhof umziehen, so Aktivist Laurent Moeri zur NZZ. Am Lindenhof möchte man in der kommenden Woche weiter biwakieren und diskutieren.

Die NZZ schreibt weiter, dass auch in Basel eine Handvoll Aktivisten vor der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) über ausharrten.

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