Samstag , 7 Dezember 2019
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Olympische Goldmedaillen – Groß und schwer, aber aus Silber

olympische medaille 1986Es ist nicht alles Gold, was glänzt! So viel Ehre olympisches Gold auch mit sich bringen mag, so dünn ist die tatsächliche Auflage des teuren Edelmetalls. Bei den ersten Spielen der Neuzeit, 1896, gab es erst einmal nur zwei Medaillen – Silber (Bild) und Bronze. Erst seit 1904 wird der erste Platz mit Gold ausgezeichnet. Doch wirkliches Gold wurde nur bis 1912 verwendet. Danach schrumpfte der sichtbare Goldanteil, und mittlerweile beträgt er weniger als anderthalb Prozent. Der Ruhm der siegreichen Athleten wird dadurch natürlich keineswegs getrübt.

Zweifellos ist es für die meisten jungen Sportler ein Lebenstraum, einmal dabei zu sein. Und wer dann noch die Konkurrenz, die erfolgreichsten Athleten aus aller Welt, hinter sich lässt, hat allen Grund stolz auf sich zu sein.

Doch so sehr der Wettkampfgedanke den Kern des olympischen Spektakels bildet, den Zusehern wird erst einmal ein beeindruckendes Schauspiel vorgesetzt. Und so wie die Eröffnungsfeierlichkeiten immer aufwendiger gestaltet werden, so vergrößerten sich auch die Ausmaße der umkämpften Medaillen. Einem olympischen Sieger, vielleicht noch hoch zu Ross, ein kleines Scheibchen um den Hals zu hängen, nicht größer als eine Zwei-Euro-Münze, wäre da ein gar bescheidenes Ritual. Für die Kameras macht sich eine 400-Gramm-Medaille, groß wie ein Handteller, ja wirklich besser. Wird sie noch dazu als Goldmedaille bezeichnet, sieht sie aus, als wäre sie aus Gold, dann schlägt das Herz von Millionen Fans um ein paar Takte höher.

Wie anfangs erwähnt, bei den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit wurden nur dem Erst- und Zweitplatzierten Medaillen überreicht – aus Silber und aus Bronze. Als 1904 beschlossen wurde, den Sieger mit Gold zu ehren, wurde das Gewicht der Trophäe von anfangs 47 g, 53 g im Jahr 1900, auf 21 g reduziert. Beim damaligen Goldpreis von $ 21 pro Unze entsprach dies einem Wert von $ 14,18, annähernd ein Wochenlohn im frühen 20. Jahrhundert.

Beginnend mit den Spielen des Jahres 1920 (während des Ersten Weltkriegs, 1916, wurden sie nicht ausgetragen) nahm das Gewicht der Auszeichnungen dann wieder zu, der Goldanteil aber gleichzeitig ab. Detaillierte Angaben finden sich in einem Artikel bei CNBC, wonach das Gewicht der Londoner Goldmedaillen 412 g beträgt. Zu 92,5% bestehen sie aus Silber, 6,16% Kupfer, und der Goldüberzug entspricht 1,34% des Gesamtgewichts. Das wären knapp 6 g.

Nachdem bei den 302 Bewerben insgesamt 4.700 Medaillen überreicht werden, ein Drittel davon Gold, würde es natürlich ansehnliche Kosten verursachen, sie bei diesem Gewicht – gar nicht zu reden von gleichen Ausmaßen – auch wirklich aus Gold anzufertigen. Das wären dann nämlich 645 kg. Und beim derzeitigen Goldpreis würde dies 27,4 Millionen Euro verschlingen.

Allerdings, die Gesamtkosten der diesjährigen Veranstaltung werden mit zumindest 15 Milliarden Euro beziffert. In Relation dazu würden 27,4 Millionen Euro oder 0,18% für richtige Goldmedaillen eigentlich kaum ins Gewicht fallen. Den weltbesten Streitern würde es auch gewiss zustehen, nicht bloß symbolisch geehrt zu werden. Schließlich handelt es sich bei ihnen um die eigentlichen Stars des Monsterspektakels. Nachdem sich die Sportler aber kaum dagegen auflehnen, mit billigen Imitationen abgespeist zu werden, lässt sich an diesem Punkt zweifellos sparen. Die Einschaltziffern an den Fernsehgeräten leiden auch nicht darunter. Und Fairness wird im sportlichen Bereich zwar groß geschrieben, um das finanzielle Umfeld kümmern sich die Fans aber doch eher wenig.

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