Montag , 6 Februar 2023
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Unseren Glückwunsch zum Weltfrauentag

weltfrauentag 250Wieder einmal schreiben wir den 8. März. Und Frauen in aller Welt – gut, zumindest in einem Teil davon – zelebrieren ihre Rechte, gedenken ihrer lebenslang leidenden Geschlechtsgenossinnen in grauer Vorzeit und arbeiten gleichzeitig ein paar neue Forderungen aus. Das einst als schwach bezeichnete Geschlecht zeigt Stärke. Der erste große Schritt, Teil des gewinnbringenden Humankapitals zu sein, ist schon vor Jahrzehnten gelungen. Jetzt geht es um die Einführung des Matriarchats. Schon zu lange haben Männer unter Beweis gestellt, dass sie die Welt in die falsche Richtung lenken.

Zweifellos wurde die westliche Welt im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einem angenehmeren Ort zum Leben. Technische Entwicklungen, Autos, Fernsehgeräte und nun auch Computer für Jedermann, Pardon, natürlich auch für Jedefrau, repräsentieren dabei nur die Spitze vom Eisberg. Viel mehr wurde erreicht. Und bei der Befreiung von Frauen aus ihrer jahrtausendelangen Unterdrückung handelt es sich mit Sicherheit um einen der wesentlichsten Bestandteile der glückbringenden Neuzeit.

Kehren wir zurück in die graue Vergangenheit, in die Zeit vor 1929. Keine Frau wagte es damals noch, sich öffentlich mit einer Zigarette in der Hand zu zeigen. Doch dann tauchte Edward Bernays auf, Vater der Public Relations, und ließ einige gutaussehende Damen bei der New Yorker Easter Parade fotografieren. Mit Zigarette in der zarten Hand. Und schon am nächsten Tag berichteten die Medien, dass Frauen ein Recht dazu hätten, so wie die Männer vor sich hin zu paffen. Die Zigarette wurde dabei zur Fackel der Freiheit. Dass die Umsätze der Tabakindustrie dadurch spontan in die Höhe schnellten, dabei handelt es sich lediglich um eine kaum zu erwähnende Randerscheinung.

Dass es tatsächlich absurd war, selbst die dümmsten der Männer bei Wahlen mitentscheiden zu lassen, nicht jedoch die weibliche Hälfte der Bevölkerung, braucht nicht neu aufgerollt zu werden. Ebenso konnte es niemals einen vernunftbegründeten Anlass dafür geben, Frauen den Zugang zu den meisten Berufen zu verwehren. Frauen sind ebenso gute Musiker, Ärzte, Wissenschaftler oder auch Politiker. Selbst Silvio Berlusconi gestand ein, dass sich Angela Merkel für ihre politische Position wesentlich besser eignet als für anderes. Und nachdem ich bis heute noch niemals die Sicherheitskräfte für meinen persönlichen Schutz in Anspruch nehmen musste, sondern nur, um der Obrigkeit finanziell auszuhelfen, kann es mir auch völlig egal sein, ob Geldbußen für Schnellfahren etc. von kräftigen Männern oder zierlich hübschen Damen eingefordert werden.

Dass es der Tabakindustrie mehr Umsätze verschaffte, als Frauen sich endlich von der gesellschaftlichen Ausgrenzung befreiten und zur Zigarette griffen, war, wie gesagt, eine angenehme Begleiterscheinung. Ebenso wie die Verdopplung der Arbeitskraft der Wirtschaft höchst willkommene Vorteile beschert. Man stelle sich vor, unsere moderne Gesellschaft würde plötzlich einen Rückschritt erleben, das Undenkbare anstreben, nämlich Frauen, zumindest teilweise, wieder aus dem Berufsleben zu verdrängen. Natürlich nicht alle, vielleicht nur diejenigen, die in einer festen Beziehung leben, die Kinder haben und diese vielleicht selbst erziehen möchten. Die unabwendbare Folge wäre, dass, anstatt Arbeitslosigkeit, plötzlich ein Mangel an Arbeitskräften entstünde (sofern die Lücke nicht mit geförderter Einwanderung geschossen würde). Unternehmen müssten höhere Gehälter anbieten, um überhaupt Mitarbeiter zu finden. Gewiss, das Einkommen des Mannes würde dann vielleicht wieder ausreichen, um eine Familie versorgen zu können. Doch, wer will das schon? Das würde doch wiederum diese für Frauen so erniedrigende Situation mit sich bringen, aus der sie sich einst löste. Dem Ehemann wäre plötzlich wieder eine Trumpfkarte in die Hand gespielt. Er könnte einen freundlichen Empfang erwarten, wenn er abends heimkommt. Nein, nein, keine Frau würde so etwas mehr wollen. Wenn schon jemandem freundlich entgegenlächeln, dann doch lieber dem Vorgesetzten am Arbeitsplatz. Und Kinder lassen sich von erfahrenen Pädagogen ohnehin besser erziehen.

Dass auf diesem Wege vielleicht auch etwas Harmonie in die Familie zurückkehren könnte, sei umstritten. Zu Harmonie müssen schließlich alle Beteiligten erst einmal bereit sein. Und zu so etwas lässt sich die moderne emanzipierte Frau wohl genauso wenig hinreißen wie der von Natur aus egoistische und aggressionsgeladene Mann.

Werfen wir nun einen kurzen Blick auf die wirtschaftliche Gesamtsituation. Weniger verfügbare Arbeitskräfte würde also bedeuten, dass die Löhne steigen. Wie sollten nun deutsche Produkte auf den internationalen Märkten konkurrenzfähig bleiben, wenn die Herstellungskosten aufgrund höherer Löhne ansteigen? Wie sollte Deutschland fähig sein, die Zinsen für die öffentlichen Schulden an den Finanzsektor zu begleichen, wenn nicht immer intensiver, und vor allem billiger, für die asiatischen Märkte produziert wird? Dass mehr Erwerbstätige gleichzeitig auch die Zahl der Steuerzahler anheben, ist ebenfalls eine nicht unbedingt gezielt angestrebte Begleiterscheinung.

Doch wie sieht es mit dem letzten großen Schritt, der Einführung des Matriarchats, aus? Zu lange schon haben Männer die Fäden gezogen. Und wo das hingeführt hat, das sehen wir ja alle. Schauen wir uns bloß an, wie sich die Lage in Deutschland unter Angela Merkel verbessert hat. Wie sie ihre Großzügigkeit unter Beweis stellt, wenn es um die Hilfe für Griechenland geht. Wäre ein Mann jemals zu solcher Hilfsbereitschaft fähig? Mit dem eigenen Geld sicher nicht. Mit den Geldern der Steuerzahler vielleicht schon. Doch was kann Frau Merkel schon mehr ausrichten, wo sie doch beinahe alleine dasteht. Überall sonst, zumindest fast überall, sitzen doch immer noch Männer in Schlüsselpositionen.

Um ein Matriarchat wirklich durchzusetzen, bedarf es natürlich erst einmal der durchschlagenden Idee, wie der Finanzsektor daran verdienen könnte. Würden mehr weibliche Führungskräfte Umsatzsteigerungen mit sich bringen? Vermutlich nicht, sonst wäre dies ja schon lange durchgesetzt. Mir kommt diesbezüglich leider keine hilfreiche Idee in den Sinn.

Außerdem muss ich diesen Artikel ohnehin abbrechen. Schließlich bin ich verheiratet und meine Frau wartet, dass ich das Abendessen zubereite. Während des Nachmittags war ich mit dem Bügeln ihrer Blusen beschäftigt und dem Staubsaugen, somit hatte ich noch gar keine Zeit, die Teller vom Mittagessen zu spülen. Wenn ich daran denke, dass all diese Dinge einst auf den Schultern des schwachen Geschlechts lasteten, verfalle ich doch tatsächlich in das gleiche Mitleid, wie ich es jetzt für mich selbst empfinde. Ein paar Jahre wird es noch dauern, dann werde ich endlich vorschlagen, einen Weltmännertag einzuführen. Denn Unterdrückung hat ja schließlich seine Grenzen.

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