Dienstag , 11 August 2020
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Des Pudels Kern

satelliten tvDer heutige Homo-media-informati hat die Möglichkeit, Zugang zu allen Informationen zu erhalten. Sei es im Netz, per TV, durch Printmedien oder persönliche Gespräche. Nicht dass diese neue Gattung Mensch sich wie bisher durch anatomische Veränderungen auszeichnet. Mal abgesehen vom Sesselfleich vielleicht, kann man davon ausgehen, dass es kein größeres Gehirn gibt, keine neue DNA und DNS. Aber so aufgeklärt, wie wir auch sind im Wikki- ikum, von Leaks bis Pedia, glauben sie wirklich, dass wir alle Informationen ungefiltert und gezuckert in den Hintern geblasen bekommen?

Und selbst wenn dem so wäre, sind wir überhaupt in der Lage die Zusammenhänge und Hintergründe zu verstehen? Ich meine, dass so etwas nicht möglich ist. Zumindest nicht, wenn man nicht zu Hilfsmitteln greift.

Interessant ist es einmal zu betrachten, wer mit welcher Energie und Motivation all diese Infos für sich sammelt und verarbeitet. Nicht dass dieses Thema zurzeit akut oder noch aktuell wäre, aber als super-gutes schlechtes Beispiel erfüllt es seinen Zweck allemal.

Da ist der zukünftige ehemalige Ex-Ex-Minister der nur zu gut über den Berg kommt, in dem er sich eine – in dem Fall seine ehemalige – Doktorarbeit zusammen suchen lässt. Man kann ja nie genug Titel haben. Und dann die vielen Helfer, die gerade diese Arbeit akribisch auseinandernehmen und bis aufs kleinste untersuchen, um ihm eben jene wieder abspenstig zu machen. Mein erster Gedanke zu diesem Thema war, und ich zitiere mich hier gedanklich: Wer hat für diese Fußnote der Geschichte eigentlich mehr Drogen genommen? Woher hatte der jetzige Ex-Minister, Klammer auf (ich komme wieder) Klammer zu, die göttliche Eingebung, dass die ihm eigenen Erb-Adelstitel vielleicht nicht genug sein könnten, um politische Macht zu erlangen? Da hatte aber einer wenig Vertrauen in seine eigene Kompetenz! Es wäre zum laut auflachen, wenn die ganze Glosse nicht so verdammt traurig wäre.

Eines der Schlagworte des letzten Jahres kommt mir da in den Sinn: der Wutbürger. Ja auch ich bin wütend und ich kann gar nicht alles aufzählen, was und wer mich da alles wütend macht. Da sind die Lebensmittelkonzerne, die zu ihrem Profit über Leichen gehen. Da sind die Pillendreherkonzerne, die für ihren Profit über Leichen gehen. Da sind die Ölmultis, die Stromfuzzies, die Autoputzies, die Mafia und die Kirche und die und diese und jene und die ganz anderen und alle gehen sie für ihren Profit über Leichen! Wenn man doch nur ein Muster erkennen könnte. Wo ansetzen? Haben sie des Pudels Kern schon gefunden?

Richtig es geht um Spaß. Und damit der Mensch Spaß hat, braucht er zwei Dinge, das eine ist Geld und das andere ist Macht. Ich nehme mal an Sie gehören genau so wenig zu den paar tausend Menschen auf der Welt, die wirklich Macht und Geld besitzen. Mal ganz ehrlich? Eigentlich bin ich über den Wutbürger schon lange hinaus, ich hab nur zu viel Schiss für einen Anarchisten. Ich weiß ja, dass die Mauer nicht weggeht, wenn ich sie anschreie und ich bin mir durchaus bewusst, dass ich höchstens als Sprengladung einen klitzekleinen Kratzer hinterlasse. Aber im Grunde haben wir doch alle die leise Hoffnung, dass sie freiwillig auf die Seite geht, diese Mauer, wenn wir sie nur lang und intensiv streicheln und liebhaben.

Was mir aber wirklich zu schaffen macht, ist die Sorge, dass ich im luftleeren Raum einfach implodiere und verpuffe. Wie oft wache ich morgens schweißgebadet auf und bin im Grunde noch froh darüber, über das kleine bisschen Existenz, an das ich mich klammern kann.

In 2011: Die größten Lügen auf einen Blick, vom 30. 12. 2011 bemüht Konrad Hausner zum Ende seines Artikels, den überaus treffenden Vergleich mit einer momentan gespielten Schachpartie. Dem ist fast nichts mehr zuzufügen, außer dass es mir fast körperliche Angst bereitet und ihnen auch Angst machen sollte. Wir sind nur der kleinste Teil eines Bauern, und ob wir bewegt, bzw. geopfert werden oder zu den wenigen Überlebenden dieses Spiels gehören, wissen wir nicht, wir sind ja nicht mal in der Lage auf das nächste Feld zu schauen. Das Lachen sollte einem im Halse steckenbleiben, aber wir spielen munter weiter in unserer eigenen Spaß-Gesellschaft und das ist die andere Seite der Medaille.

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