Dienstag , 23 Juli 2019
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Das große Erwachen – Facebook-Flucht setzt ein

zuckerberg_faceDer 27-jährige Mark Zuckerberg, Gründer und Inhaber von Facebook, hat eine Traumkarriere hinter sich. Eine, von Studienkollegen entwickelte, Kommunikations-Software, die eigentlich für den Campus-Bereich gedacht war, umspannt die Welt. In wenigen Jahren schaffte er es von 0 auf 13,5 Milliarden Dollar Privatvermögen. Doch dem weiteren Wachstum scheinen Grenzen gesetzt. Während das große Ziel lautet, eine Milliarde User, löschen immer mehr ehemalige Facebook-Fans ihren Account. Allein in den USA reduzierte sich die Zahl der Benutzer um nicht weniger als sechs Millionen.

Auch wenn es uns selten bewusst wird, auch wenn es die meisten von uns nicht wirklich stört, für die Geheimdienste der Welt hat sich mit Facebook ein Traum erfüllt. Hunderte Millionen Menschen stellen freiwillig und begeistert private Informationen zur Verfügung, die ansonsten nur durch überaus aufwendige Recherchen zu sammeln wären. Wohnort, Schulbildung, Interessen, eine Liste von Freunden mit den dazugehörigen Fotos und immer wieder Hinweise darauf, wie der Tag so verbracht wird. Auch wenn der gemeine Mensch praktisch nichts zu verbergen hat, was für Möglichkeiten hätten sich für Stasi, Gestapo und KGB hier eröffnet? Und was eröffnet sich für CIA, MI6, BND und Mossad?

Die in jüngster Zeit eingeführte Gesichtserkennung scheint auch einige Deutsche wachzurütteln. Ja, natürlich, die Funktion des „Taggings“, wodurch Facebook automatisch auf Fotos verweist, auf denen eine bestimmte Person ebenfalls abgebildet ist, lässt sich ausschalten. Was verschwindet, ist jedoch nur der Hinweis. Gespeichert werden die Daten trotzdem.

Die automatische Gesichtserkennung wird von verschiedenen Behörden schon seit mehreren Jahren eingesetzt. Deswegen dürfen Sie auf den neuesten Passfotos auch nicht mehr lächeln, weil dies zu einer Verfälschung der Gesichtsdaten führen könnte. Sind diese einmal im System gespeichert, gelingt es Videokameras, die mit der entsprechenden Software ausgestattet sind, einzelne Gesichter aus der Masse heraus zu identifizieren. Die Zukunftsvisionen der Vergangenheit werden immer mehr übertroffen. In manchen Städten der Welt, zu ihnen zählen London und New York, sind so viele Kameras in den Straßen und in öffentlichen Gebäuden installiert, dass jeder Bürger täglich Hunderte Male gefilmt wird (Close-Curcuit-Television). Das System erlaubt, den Weg verdächtiger Personen nachzuvollziehen. Wer den Aufnahmebereich einer Kamera verlässt, begibt sich gleichzeitig in den Bereich der nächsten. Irgendwann, in nicht so ferner Zukunft, wird wohl ein Mausklick in der Zentrale genügen, um Name, Adresse und Lebensgewohnheiten praktisch jeder beliebigen Person, die sich in der Öffentlichkeit zeigt, in Sekundenschnelle bereitzustellen. Vorausgesetzt, dass Facebook mit „Big Brother“ kollaboriert, wovon wir grundsätzlich ausgehen sollten, trägt Zuckerbergs Erfindung nicht unwesentlich zur allgemeinen Transparenz bei.

Wie ein Artikel bei Mail-Online wissen lässt, ist die Zahl der Menschen, die Facebook zu fürchten beginnen, im Steigen begriffen. Allein im Vormonat löschten nicht weniger als 100.000 Briten ihren Facebook-Account. In den Vereinigten Staaten reduzierte sich die Zahl der Facebook-User von 155,2 auf 149,4 Millionen.

Natürlich dient Facebook auch als praktisches Instrument der Informations-Weitergabe. Schließlich verfügt jede Online-Zeitung über eine eigene Seite bei diesem populären Social-Network. Und ob Sie die neuesten Nachrichten bei Spiegel, Die Welt oder The Intelligence direkt oder über den Umweg von Facebook abrufen, macht überhaupt keinen Unterschied. Für welche Art von News Sie sich persönlich interessieren, lässt sich jederzeit nachforschen. Dass sich die IP-Adresse täglich ändert, lässt Sie noch lange nicht anonym surfen. Vorsichtig sollten Sie vielleicht mit der Weitergabe von privaten Informationen sein. Vom „Big Brother“ abgesehen, den in der „Demokratie“ nicht viele zu fürchten scheinen, gibt es auch andere Unannehmlichkeiten, die sich aus unbedachter Informationsverbreitung ergeben können. Man erinnere sich an Theresa, die per Facebook zur Geburtstagsparty einlud und 1.600 Gäste eintrafen. Und wenn Sie Ihren Facebook-Freunden unbedingt mitteilen müssen, dass Sie auf drei Wochen in den Süden reisen, tun Sie dies nur, wenn Sie auch zu 100% sicher sind, dass niemand Ihre Anschrift kennt.

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