Samstag , 15 Dezember 2018
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Historiker behauptet, Homosexualität brachte Rom zu Fall

caesars_tod_pilotyDer prominente italienische Historiker, Professor Roberto de Mattei, sprach kürzlich während eines Radio-Interviews die Behauptung aus, dass die „Seuche der Homosexualität und Verweichlichung“ für den Untergang des Römischen Reiches verantwortlich gewesen seien. Professor Mattei bekleidet die Position des Vizepräsidenten der staatlichen Forschungsbehörde Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR). Sogenannte Gay-Rights-Gruppen, aber auch Politiker und andere Historiker drücken unmissverständlich ihre Entrüstung aus. Es wurden bereits Tausende von Unterschriften gesammelt, die seinen Rücktritt fordern.

Der mittlerweile 63-jährige Professor unterrichtet Zeit- ebenso wie Kirchengeschichte an der Europäischen Universität in Rom. Von 2002 bis 2006 fungierte er als Regierungsberater für internationale Angelegenheiten. 2004 wurde er zum Vizepräsidenten des  Consiglio Nazionale delle Ricerche ernannt.

Seine Äußerungen, die von Kritikern als Ausdruck von „Homophobie“ bezeichnet werden, wurden von einem katholischen Radiosender namens Radio Maria ausgestrahlt. Im Detail erklärte er, dass der Verfall der Sitten durch die Eroberung Karthagos, einem „Paradies für Homosexuelle“, wie er es nannte, eingesetzt hätte. Somit brauchen wir uns um unsere eigene Zukunft eigentlich noch lange keine Sorgen machen. Selbst wenn die – wissenschaftlich nicht fundierten – Überlegungen Matteis berechtigt wären, von der Einnahme Karthagos bis zum endgültigen Untergang des Römischen Reiches verging mehr als ein halbes Jahrtausend.

Schon im Vormonat sorgte Professor Mattei für Aufregung, als er im Zusammenhang mit dem tragischen Erdbeben in Japan, dem ein vernichtender Tsunami folgte, derartige Katastrophen als „Beweis für die Existenz Gottes“ und als „gerechte Strafe“ bezeichnete.

Wie ein Bericht im Telegraph wissen lässt, wurden bereits 7.000 Unterschriften gesammelt, die Matteis sofortigen Rücktritt fordern. „Seine homophoben und extremen Ansichten sind eine Beleidigung für die Organisation, die von ihm geführt wird“, verkündete der Abgeordnete Massimo Donadi von der Oppositionspartei Italia dei Valori.

Auch ohne Matteis Ansichten zu teilen, stößt es jedoch auf größte Verwunderung, dass in praktisch allen Zeitungen, die auf den Vorfall verweisen (z. B. Mail-Online, Vancouver Sun, The Times of India) sein religiöses Bekenntnis in den Vordergrund gerückt wird. Zwar mag der Umstand, dass es sich bei Professor Mattei um einen „strenggläubigen Katholiken“ handelt, eine Erklärung für seine unpopulären Äußerungen sein, doch wie lässt sich dieser Hinweis mit dem modernen Konzept der „politischen Korrektheit“ vereinbaren? Würde jemand daran denken, Stellungnahmen von Persönlichkeiten, die anderen Religionsgruppen angehören, in Zusammenhang mit deren Religionszugehörigkeit zu bringen?

Ob Mattei bislang moralische Bedenken bezüglich der Unterhaltung sexueller Beziehungen zwischen einem milliardenschweren, alternden Ministerpräsidenten und einer (damals) minderjährigen Prostituierten geäußert haben könnte, ist leider nicht bekannt. Vielleicht sollte er sich, der Konsequenz wegen, auch zu diesem Thema zu Wort melden. Seine akademische Karriere müsste, aller Wahrscheinlichkeit nach, durch seine jüngsten Spekulationen, ohnehin zu einem Ende gekommen sein.

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