Donnerstag , 22 August 2019
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Bernd Beutel – Ein Leben in der Zukunft – Teil 5

chip_unter_hautWas beim letzten Mal geschah finden sie hier.
Bernds Unterarm fühlte sich an, als würde man ihn immer wieder durch einen Fleischwolf drehen. Der Sicherheitskontrollchip, den man ihm gerade bei  der Impfaufsichtsbehörde eingesetzt hatte, „assimilierte“ sich wohl. So nannte es jeden falls Dr. Peiniger, vom psychiatrischen Überwachungsdienst, dem er jetzt wieder gegenüber saß. „Na Herr Beute…, war doch gar nicht so schwer, oder?!“ „Beu-tel, mein Name ist Bernd Beutel! Ist doch wohl auch nicht so schwer, oder?!“, keifte Bernd, durch den Schmerz aus der Fassung geraten, den Doktor an und bereute es im selben Augenblick, denn wieder bekam er einen Stromstoß, der dem Schmerz im Arm in nichts nach stand, nur das er ihn im ganzen Körper spürte.

„Welchen Teil von – Sie reden nur wenn sie gefragt werden – haben sie eigentlich nicht verstanden?!“ Völlig verunsichert, ob er denn jetzt gefragt wurde, stöhnte Bernd kurz auf und sparte sich jede weitere Äußerung. „Na, aktiviert ist er ja, ihr Chip, wie ich sehe“, grinste der Doktor ihn an. „ Ich werde ihnen dann jetzt mal die Funktionen ihres neuen SK-Chips erklären. Sie werden staunen, wie der ihnen das Leben ab jetzt erleichtern wird.

Ab heute brauchen sie nämlich, zum Beispiel, kein Bargeld mehr. Ob sie ihre Lebensmittelzuteilung abholen, mit dem öffentlichen Nahverkehrsshuttle fahren, ins Kino gehen, oder in die Sauna wollen. Einfach sssssssst.“ Er fuhr sich mit dem Finger am Hals entlang, was man als Kopf ab, Kehle durchschneiden, oder Tod im allgemeinen interpretieren hätte können, meinte damit aber wohl die Bewegung, die man vor dem Sicherheitskontrollchip-Sensor-Lesegerät vollführen musste.

„Und das Schönste daran ist natürlich, dass sie ab jetzt, jeden Morgen ihre ganz persönlichen Tagesempfehlungen auf ihr BPS* geschickt bekommen, was sowohl ihren Einkauf, als auch die Wahl ihrer Freizeitbeschäftigungen extrem erleichtern wird.“ Freizeitbeschäftigung ist gut, dachte Bernd. Wann soll ich die denn noch machen bei 14 Stunden Arbeit am Tag. „Übrigens…,“ fuhr der Doktor fort, „wird auch ihr Bankkonto ab jetzt komplett von der DUSSEL** verwaltet und heißt für sie künftig Monatskontingent. Sie brauchen sich auch nie wieder Sorgen darum zu machen, das am Geldende zu wenig Monat übrig ist.“ Er kicherte, als hätte er gerade den Witz des Jahrhunderts gemacht und kam wohl versehentlich an den SK Chip Auslöser, so dass Bernd wieder ein Stromstoß durchfuhr und er aufstöhnte.

„Oh Verzeihung, war keine Absicht“, kicherte der Doktor jetzt noch heftiger und einmal mehr dachte Bernd, dass der seinen Namen „Peiniger“, wohl nicht umsonst trug. Er beruhigte sich langsam wieder und sprach weiter. „Alle Neuanschaffungen privater Art, die ihr Monatskontingent übersteigen, werden natürlich automatisch ihrem Pflichtkredit gutgeschrieben.“ Bernd war verwirrt. „Ähmm…, gut geschrieben? Das heißt die DUSSEL bestimmt wie viel Schulden ich mache und auch für was und nennt das dann Gutschrift? Und ich habe…, ich meine habe ich denn überhaupt noch einen Einfluss darauf, was von meinem Konto abgeht?“

„Kontingent Herr Beute, Kontingent…! Ich muss sagen, dafür dass wir ihnen ab heute ihr Leben wirklich in jeder Hinsicht erleichtern, scheinen sie mir etwas sehr skeptisch. Aber so ist das. Da reißt man sich für das Volk förmlich den Arsch auf und was bekommt man? Skepsis und undankbares Misstrauen. Immerhin haben sie sich ja wohl gerade für den SK-Chip und all seine Vorteile entschieden, oder wie sehe ich das…?“

„Ich…?, ich habe doch…“, aber der Doktor ließ Bernd gar nicht weiter zu Wort kommen. „So wir gehen jetzt gleich mal alles was Krankenkasse und Meldewesen betrifft durch und dann können sie auch schon wieder an die Arbeit gehen, Herr Beute…“

Fortsetzung folgt…

* BPS: Bürger Phone Standard
** DUSSEL: Deutsche-Untergund-Staats-Sicherheits-Elite-Legion

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