Samstag , 25 Mai 2019
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Dieser Artikel zu Google Streetview schliesst das Sommerloch – endgültig

streetview_kameraEs ist DAS Thema des Sommerlochs, es schlägt die Flut in Pakistan, die Brände in Russland und das Mistwetter in Deutschland. Außerdem hat in den vergangenen Tagen wirklich absolut jeder der meint eine Meinung zu dem Thema zu haben, oder haben zu müssen, diese über jeglichen Kanal hinausposaunt. Nun sollte man denken, dass wirklich auch der allerletzte Aspekt aus 360°-Sicht beleuchtet wurde. Doch dem ist nicht so, einige Fragen bleiben bisher offen und das obwohl sogar eine These mit dem Schlagwort „Sozialneid“ aufgetaucht ist. Darauf muss man erst einmal kommen, es liegt allerdings die Vermutung nahe, dass der Erfinder dieses Gedankens Angst hat, nach der Veröffentlichung der Bilder feststellen zu müssen, dass sein Nachbar in einem viel schöneren Haus wohnt. Ein Gang vor die Tür hätte das im Vorfeld klären können!

Damit keine Missverständnisse aufkommen, es gibt durchaus sinnvolle Argumente für und in einigen Fällen auch gegen Google Streetview, die wir hier nicht noch einmal durchkauen möchten. Und das Thema Google an sich ist so facettenreich, dass es ganze Bücher füllt. Aber wir finden es wird Zeit, sich wieder wichtigeren Sachen zu widmen. Hier also die hoffentlich finalen Fragen, die auf (k)eine Antwort warten:

Was denkt sich ein Anti-Streetview Aktivist eigentlich dabei, wenn er im Fernsehen seine Meinung dazu abgibt und nebenbei stolz sein Haus präsentiert, inklusive der Innenansicht? Sie glauben das ist erfunden? Nein, der Schreiber dieser Zeilen hat durch Zufalls-Zapping selbst zwei Beispiele gesehen.

Wieso hat Google eigentlich nicht im Vorfeld der Kamerafahrten den jeweiligen Termin für eine bestimmte Gegend bekannt gegeben? Man hätte das Haus noch etwas verschönern, die Vorhänge zuziehen, die Hecke sauber schneiden oder den Hof aufräumen können. Auch ein Statement via Banner an der Hauswand hätte die Bilder sicher deutlich aufgelockert. Oder hatte das Unternehmen Angst, dass dann an jedem zweiten Haus ein Werbeplakat hängt und die Google-Adsense-Einnahmen zurückgehen? Die Branche der Aussenrenovierer hätte sich bestimmt gefreut.

Ist es für potenzielle Spione, Diebe, Einbrecher, Steuerfahnder und wer auch immer sonst noch mit bösen Hintergedanken von den Fassadenbildern profitieren soll, nicht wesentlich interessanter sich, die auf Besitzerwunsch verpixelten, Häuser einmal genauer anzusehen? Dann natürlich in Natura und live.

Wie ist eigentlich die rechtliche Situation, wenn in einem Mehrfamilienhaus ein Mieter bei Google Einspruch einlegt und der Rest der Mietparteien das nicht möchte? Muss der dann vor dem Amtgericht verklagt werden, oder werden nur seine beiden Fenster unkenntlich gemacht? Und nennt man das dann Nachbarschaftsstreit 2.0?

Muss sich ein Mensch wirklich dafür schämen, wenn er aus einem Sex-Shop tritt und dabei fotografiert wird? Vermutlich interessiert das absolut niemanden, zumal Menschen ja sowieso unkenntlich gemacht werden. Ist es nicht viel verklemmter, sich einen solchen Laden nur per Streetview anzusehen? Und auch im richtigen Leben, kann es passieren, dass man bei einer solchen Aktion „erwischt“ wird.

Sollten noch weitere ungeklärte Fragen auftauchen, so ist die unter diesem Text befindliche Kommentarfunktion gerne bereit diese aufzunehmen. Ansonsten bleibt nur zu hoffen, dass sich die Nation beim nächsten (wirklich) wichtigen Thema ebenso in den Ring wirft.

Schlussanmerkung: Eine wirklich komplett andere Auslegung der Thematik Streetview hat der Kollege Peppel am gestrigen Tag in 10 Sätzen zusammengefasst. Absolut lesenswert!

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