Freitag , 16 November 2018
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Generalverdacht? Der neue Spamfilter der Telekom

email_aufregerNeulich, ja, es war neulich vor genau zwei Tagen, da “flatterte” mir doch so ein nettes Brieflein der Deutschen Telekom ins Haus. Naja, genau genommen handelte es sich um eine E-Mail, da sich besagtes Unternehmen ja dazu entschlossen hat, auch für uns selbstständig denkende Menschen den kompletten Schriftverkehr einschließlich der monatlichen Rechnungen zwanghaft zu digitalisieren. Einsprüche dagegen wurden bisher weder beachtet noch berücksichtigt. Sie wurden schlicht ignoriert.

Die zwei Rechnungen, welche sich im Laufe der Zeit wiederum in der altertümlichen Papierform bei mir einfanden, forderten von mir Kleinbeträge für Dienstleistungen, welche ich niemals in Auftrag gegeben habe. Vor Wut schnaubend bellte ich Dinge wie Rechtsanwalt und diverse andere Schimpfworte durchs Haus. Leider wurde ich durch meine entspannte Frau gemaßregelt und habe mir dann auch in der Diskussion gerne beibringen lassen, Kleinigkeiten als solche zu betrachten und mich nicht wegen nichts in eine Atombombe zu verwandeln.

Doch zurück zu der E-Mail…

In dieser wird mir trocken verkündet, dass Deutschlands größter Provider sich dazu entschlossen hat, mir zu helfen. Ich bin erstmal platt und gehe natürlich mit der mir eigenen Skepsis an die Sache heran und lese das magenta-graue Pamphlet zum zweiten Mal.

Aha, der wiederholte Lesedurchgang bringt mir tatsächlich noch mehr wichtige Erkenntnisse. Mir wird nicht nur Hilfe bei der Bewältigung der im Internet so mannigfaltig vorhandenen Gefahren angedroht und aufgezwungen, nein, auch der langersehnte Schutz vor mir selbst und meinen geistigen Ausgeburten in Form jeglichen Textes, welcher in meinen Mails oder in deren verwirrender Betreffzeile Verwendung findet, wird endlich beachtet.

Kurz gesagt sieht das für den technisch interessierten Mitbürger folgendermaßen aus: Jede E-Mail, welche über den Telekom Mailserver gespült wird, also die gesamte Kommunikation – rein wie raus – wird unter den Generalverdacht “Spammer” gestellt und gescannt. Mit welchen Algorithmen oder gar Codeworten diese Software zu Werke geht, ist aus der Telekom-Mail natürlich nicht zu entnehmen und auch auf Nachfrage nicht zu ermitteln.

Dieser Spamfilter ist im Bereich der Unternehmenstarife der Telekom schon länger in Verwendung und forderte aufgrund schlampiger Programmierung schon zahlreiche Opfer. Wenn z.B. ein Pensionsbetreiber einfach nur Buchungsbestätigungen für Zimmerreservierungen verschickt, diese jedoch niemals beim Pensionsgast ankommen, da sie von den besagten Spamfiltern “gefressen” wurden, bedeutet dieses schlichtweg Umsatzeinbußen in nicht bekannter Höhe. Ich möchte hier auch nicht sämtliche Verfehlungen dieses Kommunikationsunternehmens auswalzen. Dieses würde wahrhaftig zu weit führen.

Nachdem ich die Mail jedoch ein drittes Mal gelesen hatte, habe ich, obwohl ich schon seit mindestens 25 Jahren mit der Telekom (zwar nicht lückenlos aber immerhin) verbandelt bin, kurzerhand einen anderen Mailserver für meine Dienste eingespannt, welcher sich noch nicht dieser individualitätshemmenden Maßnahmen bedient.

Die paar tausend Kontakte, welche man so hat, wurden über meine neue Mail-Adresse in Kenntnis gesetzt. Vielleicht schaffen es ja einige, nach all den Jahren dieses sogar in ihrem Mailprogramm zu speichern. Wenn die Dekadenz nicht zu sehr zugeschlagen hat, bleibt vielleicht nach dieser von der Telekom initiierten und von mir mittels meiner “Paranoia” vermutlich noch verschärften Säuberungsaktion der ein oder andere über.

Und hier eine Kopie des Corpus Delicti:

telekom_spamfilter_mail

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