Samstag , 25 Mai 2019
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Ein Schuh, eine Pizza und die Funkzellenauswertung (Achtung Satire!)

paar_schuheTja, da haben wir den Salat. Dies dachten wir doch real alle, als wir von der Schleppnetzfahndung der Dresdner Polizei hörten, welche sich die Gesprächsdaten aller Handynutzer im Umfeld der Anti-Neonazi-Demonstration besorgte und fleißig auswertete. Ich konnte mir ernsthaft nicht vorstellen, dass die Polizei dieses Staates zu gesetzeswidrigen Maßnahmen greifen könnte, ich halte dies für schlichtweg ausgeschlossen. Und so war es ja wohl auch. Über die Vielzahl und die Qualität der Kontakte des Schreibers dieser Zeilen waren sie schon oftmals verblüfft, erstaunt – und wollten dies nicht für möglich halten. Sie werden sich auch heute wieder wundern müssen. Man hat mir die Einsatzprotokolle in vollem Umfang zugespielt – so konnte ich in Ruhe recherchieren, überprüfen und aufklären. Die Wahrheit, dieses seltene Gut, sie ließ sich viel und lange gut zureden – und hat beschlossen, sich der Öffentlichkeit zu stellen.

Aus den Protokollen geht hervor, dass im Vorfeld der Demonstration neben dem Zwinger, ich meine nicht das Untersuchungsgefängnis, ein Halbschuh der Marke Dingsbums auffand, dessen hinterer Sohlenabschnitt, jener in Richtung Ferse, noch genug Profil für mindestens 560 gelaufene Kilometer aufwies. Eine Einheit der GSG-Spezialeinheit barg dieses Teil mit Hilfe eines Hubschraubers und mindestens drei Wasserwerfern. Der diensthabende Brigadegeneral der Schuhbergungstruppe informierte sofort BND, MAD, CIA und das städtische Ordnungsamt. Dessen Leiter, er diente im Range eines Leutnants schon bei der Bundeswehr, ihm war klar, ein unbescholtener Bürger würde genau in diesem Moment einen Schuh der Marke Dingsbums mit einer Profilstärke für mindestens 560 Kilometer schmerzlich vermissen.

Eventuell würde es sich sogar um einen Bezieher von staatlichen Transferzahlungen handeln, in der Fachsprache nennt man diese bedauernswerten Menschen auch „Hartzvierler“, manchmal auch Verlierer. Der Führungsstab, MAD, BND und CIA, der Brigadegeneral und sein Fahrer, alle weinten sie gemeinsam ob des grauenhaften Schicksals des armen Menschen, welcher nun 560 Kilometer einseitig auf einer Socke zurücklegen musste. Da kamen dem Brigadegeneral der Polizei und dem Leiter des Ordnungsamtes gleichzeitig der Gedanke, Handy, alle „Hartzvierler“ haben mindestens ein Handy. Wenn man nun in einem bestimmten Umfeld kurz und nur wegen des Notfalls und seiner besonderen Umstände, wenn man kurz die Gespräche erfassen und auswerten würde – das konnte nur der Weg sein, das Problem des Sockenträgers zum Allerfeinsten zu erledigen. Gesagt getan…

Und so mussten die armen Polizeibeamten ganz viele Telefongespräche überprüfen, alle nach dem Stichwort „Socke“. Als dies keinen Erfolg brachte, da erweiterte man den Suchindex um das Wort „Latschen“. Juchhe, der Erfolg stellte sich nach mühevoller Arbeit ein. Die erlösende Aussage „Ich kippe gleich aus den Latschen, mir qualmen die Socken“ brachte diese Bande von Samaritern auf die richtige Spur.

Es war ein lustiges Bild, als man den vermuteten Besitzer der Sohle endlich fand. Es handelte sich um den Polizeihauptkommissar Ernst Haft aus Bad Bums, welcher mit seiner Hundertschaft noch immer den Zwinger (ich meine nicht das Untersuchungsgefängnis) bewachte, weil laut Aussage des BND an diesen Tagen mit erhöhtem Spaziergängeraufkommen zu rechnen war. Er bestritt zunächst der Eigentümer des Latschens zu sein. Eine hurtig von der GSG-Gruppe durchgeführte Schuhanprobe erwies, der Schuh passte. Also requirierte man den linken Kampfstiefel des PHK und stülpte ihm die 560-Kilometer-Sohle über.

Ernst beschwerte sich bei seinem Vorgesetzen und wurde als Personenschützer nach Bagdad versetzt, der Brigadegeneral und der Leiter des Ordnungsamtes, sie beantragten jeweils für den anderen die Ehrenplakette des Landes Sachsen für besondere soziale Aktivitäten. Sie sollten diese bekommen, persönlich überreicht vom Bundespräsidenten.

Jetzt sei noch die Geschichte mit der Pizza erwähnt. Neben dem Fundort des Schuhs lag ein Karton der im ganzen Land bekannten Pizzeria Dingsbums. Darin fand sich ein gerade zur Hälfte verspeistes Hefeteiggebäck mit Belag, welches die Sachverständigen des Landeskriminalamtes entweder als Pizza „Diabolo“ oder als Modell „Speziale-Brutale“ bezeichneten.

Auch der Finder dieses Teils dachte sofort an einen hungernden „Hartzvierler“ und an dessen Telefongewohnheiten. Da die Daten schon erhoben wurden, da reichte eine Erweiterung des Suchindexes um Pizza-spezifische Suchbegriffe aus. Ich kürze ab, es war die gesamte Hundertschaft des Ernst Haft. Auch diese wackeren Jungkämpen wurden flugs mit dem Ritterkreuz auf Eichenlaub und der mit Diamanten besetzten Handybrosche geehrt. Und so waren alle glücklich und zufrieden. Die soziale Hundertschaft spendete dann noch die Restpizza an die Tafel der Stadt. Allen freuten sich, weinten vor Glück und waren sehr zufrieden.

Und wenn die Bolschewisten aus den Redaktionen verschiedener Gazetten mehr Fingerspitzengefühl gehabt hätten, dann hätte man sich über diese ungerechten Angriffe auf die tapfere Polizei des Landes Sachsen nicht aufregen müssen. Ja, wenn…

Aber – es war ja immer so in diesem Land. Polizei, Regierung und Verwaltung wollten das Beste für „ihre“ Bürger. Nur die Bürger, die wollten etwas ganz anderes.

© Peter Reuter

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