Dienstag , 23 Juli 2024
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Veräppelt im doppelten Sinn des Wortes: Das iPhone 5

warteschlangeIn Zeiten von Wikileaks, Revolution in Ägypten, Hartz IV-Debatte, Afghanistan-Krieg und der Euro-Krise gibt es natürlich auch noch wirklich wichtige Nachrichten, die die Volksseele in Wallung bringen. Die Rede ist hier ausnahmsweise einmal nicht von DSDS oder dem Dschungelcamp, sondern von der Nachricht, welche Funktionen das neue iPhone 5 besitzen wird, das in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Einem Bericht des Frankfurter Magazins zufolge wird mit dem weiterentwickelten Gerät telefonieren nur noch per WLAN möglich sein, dafür sinkt der Preis auf sagenhafte 229 Euro, also ein echtes Schnäppchen. Jedoch handelt es sich bei dem Artikel um eine lupenreine Satire, was allerdings sehr vielen Lesern entgangen sein dürfte.

Entsprechend fallen auch die meisten der knapp 200 Kommentare zum Artikel aus, die beinahe noch lustiger sind, als der Beitrag selbst. Sofern man nicht auf Seiten der Apple-Jünger ist, versteht sich. Dabei ist es gar nicht schwer, den Text als Satire zu entlarven, der Hinweis darauf steht nämlich unmittelbar unter der Überschrift, wurde aber, vermutlich ob der Aufregung über diese sensationelle Enthüllung, vielfach überlesen und das Geschriebene für bare Münze genommen. Das erklärt auch die zum Teil verzweifelten Aussagen mancher Diskutanten. Selbst die ebenfalls geposteten Hinweise, dass hier ein „Spaß-Artikel“ zu lesen ist wurden ignoriert.

Laut Frankfurter Magazin hat Apple-Chef Steve Jobs bei einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass sein jüngstes Kind primär darauf ausgelegt ist, mit anderen iPhone5 Besitzern zu kommunizieren, da keine SIM-Karte mehr verwendet wird. Mobilfunk sei zu unsicher und für die meisten Gesprächsabbrüche beim Vorgänger-Modell verantwortlich. Eine neue App soll hier Abhilfe schaffen, vorausgesetzt man ist mit WLAN versorgt. Der massive Preissturz auf 229 Euro setzt dem ganzen natürlich die Krone auf. Endlich kommen nun auch finanziell Minderbemittelte in den Genuss eines ehemals überteuerten Statussymbols. Der Aufschrei ist dementsprechend groß. Andererseits dürften einige Zeitgenossen bereits auf dem Weg zum Reisebüro sein und ein Ticket nach New York kaufen um beim Verkaufsstart in der ersten Reihe zu stehen, oder besser gesagt zu sitzen.

Wer sich selbst einen Überblick zum Geschehen machen will, der findet den Artikel, erschienen übrigens bereits am 11. Januar. Ein mehrfaches Klicken auf „Ältere Kommentare“ bringt aber erst den vollen Lesespaß, Kopfschütteln inklusive! Viel Vergnügen!

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