Mittwoch , 19 Februar 2020
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Fliegeralarm im Foltercamp – Der „Spaß“ entgleitet den Verantwortlichen

dschungelcamp_tag6„Fast hätte es geklappt“, geht es mir durch den Kopf, als ich die Bilder der gutgemeinten Regengüsse sehe, die der Wetterbeauftragte im Himmel auf das Dschungelcamp abgefeuert hat. Aber halt eben nur fast, denn am Ende konnten die zeitweise sogar in die Telefonzelle evakuierten „Bewohner“ – es fiel das Wort „Luftschutzkeller“ – wieder ihre angestammten und  jetzt leicht durchfeuchteten Plätze einnehmen und auch dieser Hoffnungsschimmer verblasste umgehend. Naja, der Versuch war es zumindest wert. Das Leiden geht also weiter und hier sind erst einmal die wichtigsten Updates:

Fakten zu Tag 6: Dschungelprüfung: Geschicklichkeit und Viechzeug ++ Dschungelprüflinge: Sarah & Katy ++ Erlegte Sterne: 4 von 11 ++ Neuer Teamchef: Rainer ++ Morgen zur Dschungelprüfung: Sarah ++ Spruch des Tages: „Mir ist mein Klopapier runtergefallen“ (geliefert von Gitta)

Nach der gestrigen Sensationsbelangweilung der Zuschauer, es waren laut Quotometer übrigens knappe sieben Millionen (in Zahlen: 6.920.000), gab es heute endlich wieder rasante Action und Bilder die selbst den niedrigsten Instinkt geweckt haben. Selten, um nicht zu sagen niemals vorher, hat man es im TV gesehen, wie erwachsene Menschen sich den Kopf darüber zerbrochen haben, wer  – geschlechtsabhängig – welche Menge an Toilettenpapier pro Tag und Sitzung verbrauchen darf. Ein- und Zuteilung inklusive. Knappe fünf Minuten Sendezeit konnten damit überbrückt werden und während ich noch so vor mich hin philosophiere, dass wahrscheinlich zwei Meter hinter dem Scheißhaus ein wasserdichter Container steht, der mit einem Drei-Jahres-Vorrat an Vierlagigem bestückt ist, verkündet der wie immer farbenfroh umhüllte Moderator Dirk Bach, dass Klopapier in unbegrenzten Mengen zur Verfügung steht. Allerdings erfährt das nur das Publikum, nicht die Insassen. Wenn die wüssten!

Aber es geht noch niedriger, was die Instinkte und die bewegten Bilder angeht, denn endlich, nach tagelangem, auszehrendem Warten und von zumindest 84% der männlichen Zuseher mit sabbernden Mundwinkeln herbeigesehnt, war es heute soweit. Der erste Nippelblitzer der Saison, zumindest ist mir vorher keiner aufgefallen, aber ich hab da auch nicht sonderlich drauf geachtet. Durch das heute Gesehene wird allerdings der Playboy-Umsatz dramatisch in den Keller gehen, denn die Brustwarze gehörte selbstverständlich Indira, die damit schon vor dem Camp durch Nackigmachen-und-fotografiert-werden einen zusätzlichen Obolus in ihre OP-Kasse geschwemmt hat. Das dürfte aber mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Ich möchte die Gelegenheit jedoch nutzen mich bei ihr in aller Form dafür zu entschuldigen, sie in meinem Bericht vom ersten Tag als „hohle Nuss“ bezeichnet zu haben. Ich nehme alles zurück, behaupte jedoch nicht das Gegenteil, verteile diese Bezeichnung aber an eine Person deren Namen ich jetzt sicherlich nicht nennen muss, der ist eh in aller Munde. Landauf, landab!

Apropos Sarah. Nein, ich hab mir vorgenommen heute nichts über sie zu schreiben, weitere Informationen zu ihr entnehmen sie bitte jeglicher Tagespresse, oder vergessen sie diese Person einfach jetzt schon für alle Ewigkeiten, der Rest der Menschheit wird es spätestens ab Ende dieser Staffel auch tun!

Und nun zu den allertiefsten Niederungen der menschlichen… ja wie soll man das überhaupt nennen, mir fällt kein passendes Wort ein, ist aber auch egal, sie wissen sicher was ich zum Ausdruck bringen will. Es geht also jetzt um das Unterirdischste was es zu berichten gibt: Folter! Ja sie haben richtig gelesen. Zugegeben nicht ganz so schlimm wie das was der gute alte Schorsch Fuckingyou, seines Zeichens Ex-Chefintendant von USA, mit zu Unrecht und vollkommen unbezahlt gehaltenen Karibik-Camp-Bewohnern in Guantanamo hat machen lassen, aber zumindest zu nah dran. Ich rede von Strom. Also Elektrizität in ihrer natürlichsten Form: dem Stromstoß! Dieser oder besser gesagt diese, denn es waren derer sieben, bekam DschungelprüflingIn Katy Karrenbauer über kleine Elektroden verabreicht und zwar jedes Mal dann, wenn Team-Kollegin Sarah einen Fehler gemacht hat.

Liebes RTL, an dieser Stelle hört der Spaß auf. Über Widerliches, Ekelhaftes, Schleimiges und was weiß ich noch alles kann man geteilter Meinung sein, aber Stromstöße und seien sie noch so lebensungefährlich gehen gar nicht. Wären die Kandidaten keine Menschen sondern Tiere, könnte die Sendezentrale in Köln vermutlich mit andauernden Massenprotesten und Brandanschlägen rechnen. Wann gehen eigentlich Menschen mal für Menschen auf die Barrikaden? Auch wenn es solche Menschen sind, die sich zwar freiwillig aber aus Verzweiflung und Not heraus in solch menschenunwürdiges Terrain begeben haben. Pfui!

Bevor ich mich weiter aufrege, beende ich die heutige Berichterstattung mit meiner Erkenntnis des Tages: Noch tiefer geht es in Sachen Niveau nicht mehr. Es sei denn es kommt noch Water-Boarding mit hinzu!

Zu meinem persönlichen Befinden: Ich fühle mich ausgesprochen gut, das gestrige Wasserverdampf-Beobachtungs-Event hat mich wieder in den Einklang mit der realen Welt gebracht und heute gönne ich mir mal etwas zur wirklichen Entspannung. Ich sehe mir ein paar aufgezeichnete Folgen von DSDS an. Oder Bauer sucht Frau. Oder GZSZ. Vielleicht aber auch nochmal die gestrige Folge von „Ich bin ein Star! Holt mich hier raus!“

Das war natürlich ein Spaß. Es geht mir wirklich gut und ich werde einfach einen Brief an die UN-Menschenrechtskommission schreiben! Bis morgen und einen schönen RTL-freien Tag.

Was bisher geschah lesen sie hier:

Prolog
Tag 1
Tag 2
Tag 3
Tag 4
Tag 5

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