Dienstag , 11 August 2020
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Anstieg der Renten? Wäre es nicht so traurig, wäre es zum Lachen!

elderly couple„Renten steigen ab Juli deutlich“ (!!!) und ähnliche Schlagzeilen finden sich in den Zeitungen. Und sogleich folgen die Prozentsätze: 2,26% im Osten, 2,18% im Westen. Und wo bitte ist der Anstieg, wenn die Inflationsrate während der vergangenen 12 Monate zwischen 2,1% und 2,6% pendelte? Die offiziell bekanntgegebene, nicht der tatsächliche Anstieg der Lebenskosten, der, wie jeder aus Erfahrung weiß, deutlich höher liegt. Und dafür zahlt jeder Arbeitnehmer, gezwungenermaßen, sein Leben lang ein Fünftel seines Einkommens in diese staatliche Versicherung ein.

Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zusammengerechnet, kostet die Pensionsversicherung mittlerweile 19,6% vom Bruttogehalt. Wer glaubt, dass die Hälfte ja ohnehin von der Firma getragen wird, der täuscht sich gewaltig. Denn diese kalkuliert mit den Gesamtkosten. Ohne Lohnnebenkosten wäre der Gehalt entsprechend höher. Die honorierte Leistung wird schließlich immer zur Gänze vom Arbeitnehmer erbracht.

Um die Lächerlichkeit der nun zugesagten Anhebung noch mehr zu verdeutlichen, werfen wir einen Blick auf die vergangenen Jahre: 2009 betrug die Inflationsabgeltung noch 2,41% im Westen und 3,38% im Osten. Im Folgejahr gab es überhaupt keine Erhöhung und 2011 war es gerade 1%. Und wie sind die Preise gerade in diesen Jahren hoch geklettert? Vergessen wir den offiziellen „Warenkorb“, bei dem die Verbilligung all jener Güter miteinkalkuliert wird, die wir so gut wie nie brauchen. Denken wir einfach daran, was sich alles verteuert, von Lebensmitteln bis zu den Energiekosten.

Und dann wagen es Zeitungen, wie etwa Die Welt, allen Ernstes zu schreiben: „Rentner bekommen deutlich höhere Bezüge!“ Deutlich höher! Beim Focus lässt sich nachlesen, wie viel diese Erhöhung im Durchschnitt ausmacht: 27 bzw. 25 Euro. Ich hoffe, es verfällt deswegen niemand in einen Konsumrausch!

Dass es sich bei Inflation um „schleichende Enteignung“ handelt, darüber hat The Intelligence bereits berichtet. Sparguthaben verlieren regelmäßig mehr an Wert, als durch die lächerlichen Zinsen ausgeglichen wird. Wenn Sie darüber nachdenken, um wie viel Ihr persönliches Einkommen während der vergangenen zwanzig Jahre angestiegen ist, gleichzeitig aber nachrechnen, was Sie mit dem Geld damals kaufen konnten, mag es durchaus sein, dass es Ihnen vor zwei Jahrzehnten besser ging als heute. Und sollten Sie bereits im Ruhestand sein, wo ist das viele Geld, das sie im Laufe Ihres Lebens in diese staatliche Rentenversicherung einbezahlt haben? Warum steht es Ihnen nicht zu, sich Ihre Altersvorsorge auf einmal auszahlen zu lassen? Hätten Sie während Ihres ganzen Leben, anstatt zwangweise in diese Versicherung einzubezahlen, regelmäßig Aktien und Goldmünzen erworben, dann wären Sie heute vermögend. Und sie bräuchten sich nicht mit 27 Euro pro Monat, 90 Cents pro Tag, dafür abgelten zu lassen, dass die Kaufkraft Ihrer Rente zusehends dahinschmilzt.

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