Samstag , 8 August 2020
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Achtung Satire: Von einer die auszog, HartzIV umzubenennen

euros_waescheleineSie werden es nicht glauben, diese Woche habe ich gelitten – mit der Politik. Konkreter, es geht um Ursula von der Leyen, auch Ursel genannt. Und Frau Ursel hat die undankbare Aufgabe, jenes was wir Hartz 4 nennen, unter Berücksichtung christlicher, sozialer, ethischer moralischer und kindbezogener Faktoren neu zu ordnen. Und weil die Kassenlage das absolute Killerkriterium ist, ich will das nur am Rand erwähnt haben, deswegen muss für die den Menschen zustehende staatliche Hilfe eine neue Basis gefunden werden.

Damit nicht genug, gilt es doch auch ein Urteil des BVG zu berücksichtigen, welches dem Staat, der Regierung kurz und bündig erklärte, so geht das nicht. Naiv, wir sind es alle, dachten wir an eine Regelung, welche den Grundbedarf, die Basis also, neu definiert, eine Erhöhung schien unumgänglich. Besonders bei der Versorgung der Kinder war geschludert worden. Das ist nicht besonders erwähnenswert, in diesem Land ist das üblich. Weil aber die Abgeordneten, besonders die der Koalition, alle frei sind, deswegen wird zunächst unter christlichen, sozialen, ethischen, moralischen und kindbezogenen Aspekten geprüft und überlegt. Das Resultat überrascht nicht besonders, die christlich-demokratische Partei-Union fand die Lösung, es muss dringend gekürzt werden. Killer Kasse hatte sich nämlich gemeldet und ungeplante Abflüsse zu Protokoll gegeben. Da war eine Bank, die brauchte ganz schnell nochmals 40 Milliarden, der alte Vorstand der Bank musste diese Tage noch mit einer Prämie von 25 Mio. abgefunden werden.

Der Krieg in Asien, indem die Freiheit von uns allen verteidigt wird, er wird auch immer teurer. Und die nach dort verschickten und die dort lebenden Menschen sind damit nicht gemeint. Die Menschen sind zwar uns sehr teuer, für unsere Regierung ist es kalkulatorisch nur eine Einmalaufwendung.

Jetzt zurück zur Ursel und ihrer Herkulesaufgabe. Da war zunächst der psychologische Effekt, welcher die ganzen Jahre nicht berücksichtigt worden war. Der zu einer Gefängnisstrafe verurteilte Namensgeber – ihm war eine Parteikasse, pardon eine schwarze Kasse aus dem Ruder gelaufen, mit deren Hilfe nicht unbeträchtliche Subventionen an die Getränkeindustrie, an die Fluglinien, und an Freizeitgestalterinnen geleistet wurde – er sollte nicht mehr mit der Schwarzbrothilfe in einem Atemzug genannt werden. Auch die Umkehr, das Basisgeld dann Schampusrubel oder Kaviarprämie zu nennen, es war nicht durchsetzbar.

Die weitere störende Assoziation hatte mit Käse zu tun. Der Harzer Roller, wird er aus der Verpackung genommen, also quasi ausgezogen, er zeichnet sich durch eine sehr individuelle Duftnote aus, welche schnell zur Duftnot wird. Nimmt er Wärme auf, dann wird mir eiskalt. Vier nackte Harzer Roller an der Grenze einer Stadt abgelegt, sie wäre in 11 Minuten und 32 Sekunden komplett evakuiert. Vier Harzer Roller auf der Treppe des Sozialamtes oder der ARGE, das Arbeitslosenproblem und die Antragstellerheere würden sich im Nu auflösen und würden nie mehr zu dieser Stätte wandern. Letzter Aspekt, die meisten H4 sind schon ausgezogen, mehr nackt geht eben nicht.

All das hat die Ursel bedacht. Und weil die Ursel irgendwann einmal Angela sein will, deswegen musste sie auch über die landsmannschaftlichen Strömungen in der Partei nachdenken.

Die Hessen schlugen Äppelwoi-Gulden vor. Die Hamburger Labskaus-Schotter, der Südwesten, ich gehöre dazu, er tendierte zu Saumagen-Knepp. Zille-Zaster hätte man den Käse in Berlin genannt. Reduzieren wir es auf die Fakten: Keine Einigung war in Sicht, die Einigung in sich gar unmöglich.

Erschöpft kam die Ursel nach einem langen Arbeitstag nach Hause. Zur Entspannung schob sie eine DVD ins Gerät, Episode 4.415 von „Raumschiff Enterprise“. Kurz vor Schluss sagte dort der Boss zum Zahlmeister: „Wir kehren jetzt zur Basis zurück, geben sie den Männern das Geld“. Da lächelte die Ursel, ließ sich ein Glas Champagner reichen und rief ihre Schwester Angela an.

Am nächsten Tag packte sie das alles in einen Gesetzesentwurf, kürzte auch gleich die Beträge, und nannte den Bonus Basisgeld. Lächelnd schritt sie zu Abstimmung, verlor diese und war sehr traurig. Es musste wieder eine neue Basis gefunden werden, solange würde der Harzer halt vor sich hin stinken. Da kann man nichts machen, das ist bei Hartz 4 halt so. Nächste Woche stellt sie die Neukonfiguration in Gesetzesform zur Diskussion, abgestimmt wird dann auch.

Ich weiß aus gut unterrichteten Kreisen schon, wie es dann heißen wird. Aber ich sage es heute noch nicht, zumindest euch nicht. Schließlich bin ich ein Schreiber, welcher sich durch Glaubwürdigkeit und Verantwortungsbewusstsein auszeichnet. Jede Woche muss ich meine ISO-Norm neu beantragen beim Amt für Qualitätssicherung im Schriftverkehr. Der Bundespräsident ist Ehrenmitglied im Beirat und als Presse-Mediator für uns tätig.

Nun gut, ich sage es euch doch, wie der Käse heißt: Schwarzgeld, schlicht und ergreifend Schwarzgeld. Und weil der Besitz von Schwarzgeld in dieser Republik verboten ist, deswegen geht es den ehemaligen H4 – Beziehern und ihren Familien endlich an den Kragen. Danke Ursel, danke.

© Peter Reuter

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