Sonntag , 26 Mai 2019
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Muslimische Staaten bringen endlich Hilfe nach Pakistan

pakistan_monsunEinige der 57 Mitgliedesstaaten der OIC gehören zu den reichsten Ländern der Welt, bedingt durch enorme Ölvorkommen und unabhängige Währungspolitik. Während sich die sogenannte internationale Gemeinschaft bezüglich Spenden für die Opfer der Monsunkatastrophe in Pakistan relativ zurückhaltend zeigt, wurde nun endlich vom Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz, Ekmeleddin ?hsano?lu,  Hilfe im Wert von einer Milliarde Dollar zugesagt. Es handelt sich dabei um ein lange erwartetes Zeichen islamischer Verbundenheit.

Die seit Wochen anhaltenden enormen Regenfälle in Pakistan haben rund 1.500 Menschen das Leben gekostet. Ein Großteil der Ernte und Millionen von Häusern sind den Überschwemmungen zum Opfer gefallen. Geschätzte 17 Millionen Menschen leiden unter den Auswirkungen. Für Unzählige fehlt es am Allernotwendigsten. Unterkünfte, Nahrung, Trinkwasser.

Wie The Intelligence bereits berichtete, gibt es keinerlei Anzeichen dafür, dass der Welt Philanthropen, wie Bill Gates, Warren Buffett, Michael Bloomberg oder John Rockefeller, um nur einige jener vierzig Milliardäre zu nennen, die ihr halbes Vermögen „wohltätigen Zwecken“ zur Verfügung stellten, den Notleidenden in Pakistan dringend notwendige Unterstützung anbieten werden. Gewisse Hilfe wird von regulären Bürgern zur Verfügung gestellt, von Menschen, die für ihr bescheidenes Einkommen hart arbeiten. Einiges Geld stammt natürlich auch von westlichen Regierungen, die allesamt unter Budgetmangel und Überschuldung leiden. Nicht zu vergessen wäre natürlich auch ein Kredit der Weltbank über 900 Millionen Dollar. Allerdings, rückzahlbare, verzinste Darlehen als „Hilfe“ zu bezeichnen, bedarf der Anführungszeichen.

Als in unserer westlichen Zivilisation der Glaube noch mehr Einfluss auf das Dasein der Menschen ausübte, gab es den Begriff der „Christenpflicht“ oder der „christlichen Nächstenliebe“. Nachdem der Islam weder eine Rennseance noch eine Umkehr zum Materialismus vollzogen hatte, sollte man eigentlich erwarten, dass es für mehr als eine Milliarde Muselmanen kein all zu großes Opfer darstellen würde, ihren notleidenden Glaubensbrüdern in Pakistan unter die Arme zu greifen. Endlich, nach rund einem Monat, wird Hilfe zugesagt.

„Sie (muslimische Länder und Organisationen) haben gezeigt, dass sie zu den größten Mitwirkenden im Rahmen der Unterstützung zählen, sowohl in Form von Liebenswürdigkeit als auch durch Geld“, erklärte der Generalsekretär der Organisation der Islamischen Konferenz, Ekmeleddin ?hsano?lu, am Sonntag in Islamabad. Gleichzeitig offenbarte er, dass Spendenaktionen in Saudi Arabien, der Türkei, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar eine Milliarde Dollar eingebracht haben. Nicht erklärt wurde, ob die Mittel der Regierung oder privaten Hilfsorganisationen überlassen werden.

Einem Artikel bei Al-Jazeera zufolge, spricht sich der pakistanische Premierminister Yousuf Raza Gilani gegen private Hilfsorganisationen aus. Sich an die Bürger des Landes richtend, gab er am Sonntag von sich: „80 Prozent dieser Hilfe wird nicht bei euch direkt eintreffen“, und fügte hinzu: „Es wird durch private Organisationen fließen und die werden die Hälfte davon verschlingen.“ Ob diese Äußerungen in direktem Zusammenhang mit der Spendenaktion der OIC stehen, geht aus dem Artikel nicht näher hervor.

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