Samstag , 25 Mai 2019
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Achtung Satire: Thilo gegen den Rest der Welt

thilo_sarrazinDiese Aussage, meine Damen und Herren, die kann so nicht stehen bleiben. Bei der täglichen Lektüre meiner Ideengeber-Zeitung las ich die letzten Tage immer zuerst die Leser(innen)briefe. Donnerwetter, da geht der Punk ab. Die Redaktion macht das ja nicht ungeschickt, zuerst die ultimative Zustimmung zu den wirren Thesen vom Sarazenen Sarrazin, dann meist der Vorzeigemuslim, dann wieder die Fraktion der Zustimmung. Scheint eine richtig große Partei zu sein, mein lieber Schollie aber auch.

Thilo macht das ungemein clever. Zuerst haut er wie ein Wilder(s) auf alle dunkelhäutigen Muslime, volle Kanne. Er weiß aber vorher schon, jetzt brennt die Hütte lichterloh – sei vorsichtig Thilo. Das ist er dann auch, greift sich jetzt die immer größer werdende Bande der Schmarotzer, verzichtet auf ethnische und religiöse Zuordnung, schon ist er fein raus.

Ich habe den bisherigen Schmutz gelesen, auch den Rest pfeife ich mir rein, das Buch muss ebenfalls her, geht nicht anders. Ich will die nächste Zeit nicht mehr überrascht sein, wenn er wieder anfängt. Dieses Mal war ich total übertölpelt, ganz ehrlich.

Beobachte ich die Stellungnahmen und die Hilflosigkeit der SPD, betrachte ich unsere wunderbare und hoffnungsreiche Verfassung, dieses mittlerweile zerrupfte und malträtierte Etwas, welches früher ein unglaublich gutes Grundgesetz war, lasse ich mir dann noch erzählen, dass es keinerlei Möglichkeiten gibt, diesen Mann einzufangen, ich schüttle den Kopf und ich bin entsetzt.

Und das Volk, zumindest das Volk der Bildzeitungsleserbriefschreiberinnen – und Leserbriefschreiber – es applaudiert. Es bezahlt ohne mit der Wimper zu zucken, ohne zu murren, diesem Herrn seine Pensionen und sein Vorstandsgehalt bei der Bundesbank. Hast Du da noch Töne? Der Sarrazin hat sich sein Weltbild wahrscheinlich aus den getönten Scheiben seiner Dienstlimousine bei der Fahrt durch das Frankfurter Bahnhofsviertel zusammen geschaut. Bahnhofsviertel und Bankenviertel sind in Franfurt eins. Wahrscheinlich fühlt er sich dort von unglaublich vielen H4-Beziehern bedroht, welche ihm die Fahrspur blockieren, in geklauten PS-Monstern auf dem Weg, für den Mittag Filme und Bier zu besorgen. Da hat man dann sein Weltbild schnell beisammen.

So, sie stellen gerade fest, dass dies kein sachlicher Report oder Artikel ist, da haben sie Recht. Bis zu dieser Zeile war Sachlichkeit nicht möglich, aber jetzt bemühe ich mich – na ja, ein bisschen.

Ich unterstelle diesem alten Fuchs, dass er sich auch Gedanken gemacht hat, wie eine Umsetzung der kruden und menschenverachtenden Thesen in die Praxis auszusehen hätte. Einige davon kann ich mir sehr gut vorstellen.

Vor einigen Wochen hatte ich über Pläne zu einer Kopulationsverordnung berichtet. Das reicht nicht mehr, ein Gesetz muss her, welches zeugungsorientierten Geschlechtsverkehr unter schwere Strafe stellt. Am meisten Angst hat er vor den Kindern, die bleiben alle doof, die Eltern sind es nämlich auch schon.

Zunächst wird eine Kennzeichnung der Kleidung eingeführt, da liegen Erfahrungswerte vor, welche es zu nutzen gilt. Basisfarbe in diesem Fall ist grün, hat einen direkten Bezug zur Religion.

Die 85 % H4-Bezieher unter den Familienvorständen tragen auf dem Rücken Hinweise, die sie als Muslime und als Nichtverdiener kennzeichnen. Ab dem zweiten Jahr ist das Tragen eines Transparentes mit deckungsgleichem Text vorgeschrieben. Die Frauen tragen die Aufschrift „Ich kann und will nicht deutsch sprechen“, Transparent wird auch getragen. Jugendliche ab dem vierten Lebensjahr haben einen Hinweis öffentlich zu tragen, welche ihre sexuelle Frustration thematisiert, ab acht Jahren gilt auch hier der Transparentzwang. Die Muslim-Polizei kann jederzeit, auch auf der Straße, ein Examen in Deutsch, nämlich Schrift und Sprache, abhalten. Wer besteht, der hat Glück gehabt, wer nicht – der hat weniger Glück.

Selbstredend dürfen Muslime weder Banken betreten, noch dürfen sie selbst Geld besitzen. Wöchentlich werden Altkonserven der Bundeswehr ausgegeben, Schwarzbrot und Schweinefleisch ist ausreichend bevorratet. Es wird auch in Zukunft kein H4ler verhungern, da gibt Sarrazin sein Wort drauf. Die weibliche Zielgruppe wird medizinisch sogar bestens betreut, Schwangerschaften sind dann nicht mehr möglich.

Mir reicht das jetzt, auch als Satiriker, ich will mir weiteres gar nicht vorstellen. Sie hoffentlich auch nicht.

Was, so glaube ich, noch nicht richtig bewusst wurde. Alle Statistiken und Untersuchungen sind auch auf uns Germanen übertragbar. Es macht doch Sinn, Ausbildung und Lebensbedingungen 30-jähriger Diplom-Kaufleute in Hamburg mit denen 62-jähriger ungelernter Hilfsarbeiterinnen in der Eifel zu vergleichen, oder den sächsischen Oberregierungsrat mit einem Arbeitslosen in Mecklenburg.

Und dann kann man Schlüsse ziehen, Maßnahmen ergreifen, Gelder kürzen, Kinder strafen, Leben zerstören. Glauben sie mir, geht doch und kommt noch. Und genau über diesen Punkt, sollten wir nachdenken. Wir brauchen uns, und wir müssen uns helfen, ich verlasse mich auf sie.

Herr Sarrazin wird weiter Karriere machen, um den sorge ich mich nicht wirklich. Alimentiert wird er von uns, von uns allen. Die Bank wird ihn feuern, Verzeihung, in Pension schicken. Die anderen Renten fließen ebenfalls weiter, er wird nicht darben. Und sicherlich träumt er davon, eine leitende Position im Reichsrat zur Verhinderung von Transferzahlungen an begünstigte Personen muslimischer Glaubensgemeinschaft anzutreten, eventuell würde es noch zum Minister reichen. Lasst uns das verhindern – gemeinsam. Ich baue auf euch.

© Peter Reuter

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