Dienstag , 11 August 2020
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2010: Trinkwasser wird zum universellen Menschenrecht

wasserstelle_tansaniaEs gibt Themen, die viele Menschen als derart natürlich und selbstverständlich erachten, dass, wenn bestimmte Gesetze oder Rechte debattiert und oftmals folgend verabschiedet und festgesetzt werden, ein erstauntes Kopfschütteln auf den Plan rufen. Eines dieser Themen ist das Recht auf sauberes Trinkwasser und sanitäre Versorgung, das vor wenigen Tagen, um genauer zu sein am 28. Juli 2010, von der Generalversammlung der Vereinten Nationen als universelles Menschenrecht ausgesprochen wurde. Doch ist dieses Recht nicht real betrachtet eines derjenigen, die als natürliches Grundrecht anzusehen sind? Bedarf es Abstimmungen, um jedem Menschen Recht zu geben Wasser zum Leben, frei zugänglich, nutzen zu können?

Ja, genau das ist der Fall. Wie wir kürzlich berichtet haben, wird, um ein kleines Beispiel zu nennen, den Menschen in einem Reservat in Botswana selbst durch das oberste Gericht des Landes, dass Recht verwehrt ungehindert an ein Wasserloch zu gelangen. Ein Einzelfall? Mitnichten. Täglich sterben Millionen Menschen, weil sie kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung haben. Aus Durst, weil selbst Grundnahrungsmittel nicht auf den vertrockneten Flächen gedeihen können oder sie aus verunreinigten Flüssen, Wasserlöchern und anderen Wasserquellen trinken müssen. Nicht nur in Deutschland ist solch ein Zustand kaum vorstellbar und doch erleben ihn Millionen und aber Millionen Frauen, Männer und Kinder rund um den Globus, als ein alltägliches lebensbedrohendes Desaster.

Obwohl unser Planet Erde mit rund 71% Wasser bedeckt ist, zeigt sich bei einer genaueren Betrachtung, dass davon lediglich 3% trinkbares Süßwasser ist. Eine wertvolle Ressource, die durchaus nicht auf immer und ewig vorhanden sein wird und besonders durch all die menschlichen Errungenschaften und Ignoranz zusätzlich eine Verunreinigung erfahren muss. Erschreckend ist jedoch nicht nur die Tatsache, dass das wertvolle Nass permanent verschmutzt wird, sondern vielmehr, dass sich Menschen erdreisten Wasser zu verteilen und Rechte auszusprechen oder zu untersagen, auf einen natürlichen Bestandteil des Planeten an sich. Wem hier die Logik abhanden kommt, stellt sich dann die berechtigte Frage, ob nicht auch ein universelles Menschenrecht auf die Luft ausgesprochen werden muss. Atmen und Sauerstoff als Grundrecht? Gänzlich verwerflich und absurd ist der Gedanke nicht, denn neben dem Recht auf Trinkwasser wird bereits seit Menschengedenken rund um den Globus das Recht auf Landesbesitz ausgesprochen. Doch auch hier muss die Frage erlaubt sein, ob vereinzelte Menschen Rechte beanspruchen können, auf etwas das lange vor ihnen da war.

Nichtsdestotrotz ist das fixierte Menschenrecht auf Trinkwasser, initiiert durch Bolivien und weiteren 33 Nationen, ein Schritt weiter, um mitunter Millionen Menschen dabei helfen zu können, ihr Leben, zumindest hinsichtlich des Wassers, leichter ertragen zu können. Dass es allein mit dem Entscheid der Generalversammlung noch lange nicht getan ist, sollte jedem bewusst sein, auch wenn er in einem Land lebt, wo das gesunde, wichtige Nass beim Aufdrehen des Wasserhahns sauber seinen Weg in das Glas findet. Achtsamkeit gegenüber den Ressourcen sowie allen Menschen auf der Welt, ist bereits ein guter Schritt, um nun das universelle Menschenrecht auf Wasser in die Tat umsetzen zu können. Ein langer Weg, der jedoch unabhängig aller darauf befindlichen, menschlichen, querliegenden Steine, begangen werden muss.

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