Montag , 28 September 2020
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Wissenschaftliche Thesen zur Erklärung der Schöpfung werden systematisch unterdrückt

darwin_karikaturReligiöse Lehren sind dogmatisch. Wissenschaft ist rational. Sobald wissenschaftliche Forschungen den dogmatisch abgegrenzten Bereich des Materialismus jedoch verlassen, werden sie umgehend als „unwissenschaftlich“ ausgegrenzt, auch wenn sie sich rein wissenschaftlicher Methoden bedienen. In diesen Bereich fällt das Konzept von „Intelligent Design“. Bestimmte akademische Kreise ziehen es vor, unbeantwortbare Fragen als solche im Raum stehen zu lassen. Es gleicht einem neu geschaffenen Gebot: Es gibt nichts, jenseits der Materie. Es darf jenseits der Materie nichts geben. Und wie lässt sich, um vorerst nur eine Frage herzunehmen, der Ursprung von Leben, die Urzelle, aus der alles hervorgegangen sein soll, nach materialistischen Prinzipien erklären? Zur Zeit, überhaupt nicht. Doch eines Tages, so hofft man, wird man schon noch dahinter kommen. Wichtig ist nur, dass die Erklärung nicht einmal im Ansatz auf die Möglichkeit einer geistigen Komponente des Seins verweist.

Wie kommt es, dass wir mit diesem Begriff, Intelligent Design, nicht näher vertraut sind? Gibt es Dokumentationen darüber, Berichte in Zeitungen oder wissenschaftlichen Journalen? Nein? Dann kann es sich wohl um keine ernst zu nehmende These handeln.

Sobald wir auch nur irgend etwas darüber lesen, schwingt auch ein negativer Unterton mit. Wie etwa im umfassenden Eintrag bei Wikipedia.

In der Einleitung steht geschrieben, es handle sich um „die Auffassung, dass sich bestimmte Eigenschaften des Universums und des Lebens auf der Erde am besten durch einen intelligenten Urheber erklären lassen …“ Und schon im nächsten Satz: „Es ist eine moderne Fassung des traditionellen teleologischen Arguments für die Existenz des christlichen Gottes, die versucht, sich Aussagen über das Wesen oder die Identität des Designers vollständig zu enthalten.“

Ein Konzept, das als wissenschaftlich akzeptiert werden möchte, und sich gleichzeitig bemüht, die Existenz eines „christlichen Gottes“ zu bestätigen? Ich bin überzeugt, dass bereits an dieser Stelle das Interesse vieler schwindet. Allerdings, wenn Sie den Satz ein zweites Mal lesen, werden Sie erkennen, dass in dieser Aussage ein gravierender Widerspruch steckt: Der Begriff „Teleologie“ geht auf das 18. Jahrhundert zurück. Diese Lehre geht davon aus, dass Entwicklungsprozesse einem vorgegebenen Zweck dienen müssten. Mangels Vertautheit mit östlichen Schöpfungskonzepten, unterlag diese Denkrichtung durchaus christlichen Einflüssen – was bis vor gar nicht so langer Zeit ja auch keineswegs als verwerflich galt. Am Ende des zitierten Satzes steht jedoch: „…die versucht, sich Aussagen über das Wesen oder die Identität des Designers vollständig zu enthalten.“

Wie lässt sich in ein und dem selben Satz behaupten, es handle sich um einen Versuch, die Existenz eines christlichen Gottes zu bestätigen, wenn gleichzeitig jede Aussage – oder Spekulation – über „Wesen und Identität des Designers“ unterlassen wird? Tatsache ist, dass es eine Zahl von Wissenschaftlern gibt, die sich bemühen, die klaffenden Lücken in der Evolutionslehre zu schließen. Und derer gibt es genug. Ob es sich um die schier unbeschreiblichen Mengen von Informationen handelt, die in jeder einzelnen Zelle gespeichert sind, um das restlose Ausbleiben jeglicher Erklärung, wie aus einer Art eine andere entstehen hätte können oder auch, wie sich ganz plötzlich leblose Materie in eine Urzelle verwandelte.

Natürlich, in Einzelbereichen lässt sich Evolution durchaus demonstrieren. Doch, lediglich aufgrund nachweisbarer Veränderungen innerhalb existierender Arten, beinhart darauf zu pochen, dass alle Arten durch Mutation entstanden seien, nach dem Zufallsprinzip, widerstrebt jedem vernünftigen Denken. Schon Darwin schrieb in seinem Buch, „Der Ursprung der Arten“:

„Falls meine Theorie richtig ist, haben sicherlich zahllose Übergangsarten existiert, welche alle Arten der gleichen Gattung eng miteinander verbanden … Folglich könnte der Nachweis ihrer vergangenen Existenz nur in Versteinerungen gefunden werden.“

Die Artenvielfalt, die auf der Erde existiert, betrachtend, müsste es unzählige Millionen solcher „Übergangsarten“ gegeben haben. Wie viele von diesen wurden bis jetzt in fossiler Form entdeckt? Nicht eine einzige.

Das Konzept des Intelligent Design ist weit davon entfernt, Antworten auf die offenen Fragen geben zu können. Womit sich dieser Wissenschaftsbereich jedoch auseinandersetzt, ist die Analyse der bekannten Fakten nach Mustern, nach Schemen, nach Schablonen. Intelligence Design geht nicht blind davon aus, dass es sich beim derzeitigen Stand der Schöpfung oder Evolution um das Resultat ausschließlich zufälliger Veränderungen handeln muss, sondern es wird die Möglichkeit eingeschlossen, dass Entwicklungen in jeder Epoche auf ein bestimmtes Ziel zusteuerten. Sollte dies der Fall sein, so müssten Elemente erkennbar sein, die auf eine, bis jetzt nicht bekannte, Koordination schließen lassen.

Dass es sich bei diesem Unterfangen um eine langwierige, zeitraubende Aufgabe handelt, an der sich entsprechend viele Forscher beteiligen müssten, ist offensichtlich. Doch was passiert mit Wissenschaftlern, die sich dieser Aufgabe widmen?

Dieser Frage haben sich Nathan Frankowski und Ben Stein, ein bekannter amerikanischer Autor, Schauspieler und politischer Kommentator, in ihrem Dokumentarfilm „Expelled: No Intelligence Allowed“ (Ausgestoßen: Intelligenz ist nicht erlaubt) gewidmet. Ben Stein führt Gespräche mit Wissenschaftlern wie Guillermo Gonzales, Astrophysiker, Professor für Computertechnik, Michael Egnor, Professor für Neurochirurgie, und Caroline Crocker, Zellbiologin. Alle wurden, nach dem Bekanntwerden ihrer Forschungen im Bereich des Intellgent Design entweder ihrer Stellungen enthoben oder gezwungen, die Forschungen einzustellen. Richard Sternberg, ein Wissenschaftsredakteur, wurde seines Büros verwiesen und Ermittlungen bezüglich seiner religiösen Ansichten wurden eingeleistet, nachdem er im Jahr 2004 einen Artikel von Stephen C. Meyer, einem Befürworter von Intelligence Design, veröffentlicht hatte.

Selbst die Justiz wurde bemüht. Im Jahr 2005 entschied ein amerikanisches Bundesgericht, dass es sich bei Intelligent Design um ein religiöses Konzept handle und es somit nicht im Schulunterricht vorgetragen werden dürfe.

Wie erklären nun akademisch gebildete Persönlichkeiten dieses harte Vorgehen gegen eine bestimmte Forschungsrichtung? Die Logik, die hinter den einzelnen Erklärungen steckt, lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

Wenn hinter der Entwicklung von Leben intelligente Koordination stecken würde, käme dies einer Bestätigung der Existenz einer Schöpfungskraft gleich. Gibt es eine Schöpfungskraft, so gibt es einen Gott. Gibt es einen Gott, lassen sich die verschiedenen religiösen Lehren nicht mehr kategorisch als Aberglaube verdrängen. Basiert eine Schrift wie die Bibel jedoch nicht auf Aberglauben, dann müsste ja auch die Geschichte vom Noah und der Arche stimmen. Dass sich alle Arten von Lebewesen der ganzen Erde auf einem einzigen Schiff vor einer Flut retten ließen, dabei handelt es sich unumstritten um Unsinn. Ergo, die Bibel ist Unsinn, ergo, es gibt keinen Gott, ergo, hinter der Entwicklung von Leben kann keine Intelligenz stecken. Und dieser Gedankengang soll wissenschaftlich sein.

Ben Stein erklärt das Vorgehen der etablierten Akademiker als jeder Ideologie von Freiheit, insbesondere im Bereich der Forschung, kategorisch widersprechend. Er geht sogar so weit, dass er darauf verweist, dass auch hinter den Rassentheorien und der Liquidierung Geisteskranker im Dritten Reich darwinistische Lehren steckten.

Nebenbei möchte ich hier auf meinen Artikel „Materialismus: Der ‚Glaube’ der Neuzeit“ verweisen, in dem es vorwiegend um die Urknalltheorie geht. Dem erfahrenen Astronomen Halton Arp wurde der Zugang zu Teleskopen verwehrt, nachdem er anhand der Rotlichtverschiebungen von Quasaren zu beweisen versuchte, dass sich das Universum, im Gegensatz zur allgemein akzeptierten Annahme, keineswegs ausdehnt, was die gesamte Theorie des Big Bang auf den Kopf stellen würde.

Dass sich unser aller Verständnis um das Zusammenspiel der Elemente innerhalb der physischen Welt, dank endloser, aufwendiger, wissenschaftlicher Arbeiten um ein Vielfaches verbessert hat, sei unumstritten. Dass wissenschaftliche Erkenntnisse dazu beigetragen haben, unseren Lebenskomfort zu verbessern, ist eine willkommene Tatsache. Trotzdem handelt es sich um eine unentschuldbare Überheblichkeit gewisser akademischer Kreise beziehungsweise ihrer Geldgeber, jede weitere Forschung ausschließlich auf den Bereich der Materie zu beschränken. Für die Kernfragen des Seins, dem Sinn von Existenz schlechthin, kann die materialistisch orientierte Wissenschaft absolut keine Antwort anbieten. Und jeder Versuch, jene Ansätze im Bereich der Astrophysik, der Quantenphysik, der Psychologie, der Gehirnforschung und natürlich auch des Intelligent Design zu koordinieren, um einem aufschlussreicheren Gesamtbild näher zu kommen, wird systematisch unterbunden.

Es gibt eine beachtliche Zahl von Wissenschaftlern, die mit dieser Entwicklung keineswegs einverstanden sind. Der Druck gegen jedes Abweichen von der vorgegebenen Linie ist jedoch so stark, dass es kaum jemand wagt, seine akademische Karriere aufs Spiel zu setzen. Und nur aus diesem Grund hören wir so selten von Erkenntnissen, die über den Bereich der Materie hinausreichen. Mit Begeisterung wird jedoch jeder Kommentar, dass es sich bei diesem oder jenem um unwissenschaftliche Behauptungen handle, durch alle Kanäle gejagt. Unterstützt wird diese einseitige Ideologie letztendlich auch noch dadurch, dass es vermutlich restlos ausgeschlossen ist, nichtmaterielle Existenz mit Hilfe technischer Geräte für unsere Sinne wahrnehmbar werden zu lassen.

Stellen Sie sich vor, ein Mensch, der sich entsprechend ausgedehnten Yoga-Übungen widmet, erreicht eines Tages einen Bewusstseinszustand, der ihm die geistige Wahrnehmung sinnlich nicht wahrnehmbarer Erscheinungen erlaubt. Wiederholt gelingt es ihm, diese Wahrnehmungen willentlich hervorzurufen. Auf diesem Wege findet er auch einige Antworten auf die Kernfragen des Seins. Auf seiner eigenen Erfahrung beruhend, ist er nun restlos überzeugt, dass die Schöpfung durchaus einem intelligenten Plan folgt. Dass in unser aller Leben sehr wohl ein tiefer Sinn steckt. Dass Existenz wesentlich mehr bedeutet als sich zufällig verändernde Materie. Sollte sich dieser Mensch nun der Aufgabe widmen, sein Wissen mit anderen zu teilen, wie ließen sich seine Erkenntnisse demonstrieren? Wie erwehrt er sich gegen den Vorwurf, unsinnige Behauptungen zu verbreiten? Würden Sie sich von ihm überzeugen lassen, bloß weil er seine spirituellen Erlebnisse in den schillerndsten Farben mitzuteilen versteht?

Zu viele Menschen unserer Zeit haben es aufgegeben, Verantwortung für ihre eigene Existenz zu übernehmen. Zu viele von uns vertrauen darauf, dass alles Wissbare in den Händen der Wissenschaft liegt. Dass es sich bei allem, was von etablierten Akademikern als unwissenschaftlich bezeichnet wird, auch tatsächlich um Unsinn handelt.

Nehmen wir nun an, dass bestimmte Kreise sich bemühen, die materialistische Einseitigkeit der Wissenschaft zu erhalten, welches Motiv könnte dahinter stecken? Zeichnen sich Wissenschaftler nicht durch einen angeborenen Wissensdurst aus? Sollte es wirklich so tragisch sein, einige etablierte Thesen neu zu überarbeiten? Warum erscheint die Vorstellung, dass es metaphysische Kräfte geben könnte, so abschreckend?

Wodurch zeichnet sich der moderne Mensch in erster Linie aus? Er ist arbeitsam und konsumfreudig. Die Wirtschaft, wie wir sie kennen, braucht diesen modernen Menschen, der den einzigen Sinn seines Daseins in Arbeit, Konsum und seichter Unterhaltung erkennt. Stellen Sie sich die Umsatzeinbußen vor, die ein auch nur teilweises Loslassen von diesem materialistischen Gedankengut mit sich bringen würde. Denken Sie an Menschen, deren innere Zufriedenheit sie von jeglicher Angst befreit. Von der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes bis hin zur Angst vor dem Tod. Und, wie eine alte Weisheit besagt, nur ein Mensch, der den Tod fürchtet, lässt sich versklaven.

Die meisten von uns sind nur mit einer einzigen Religion, meist der christlichen, vertraut. Es war nicht schwer, davon zu überzeugen, dass diese Lehre nicht unbedingt unser volles Vertrauen verdient. Haben Sie sich allerdings jemals gefragt, warum im Religionsunterricht auf der Schule kein Überblick über alle Religionen gegeben wird? Und dabei meine ich nicht in erster Linie den Islam und das Judentum, obwohl eine gewisse Vertrautheit mit diesen Konzepten zur Abrundung des Gesamtbildes durchaus empfehlenswert ist. Ich meine damit insbesondere den Buddhismus und den Hinduismus, vielleicht sogar noch ergänzt durch Taoismus und Konfuzianismus, eine Reihe von Konzepten, die miteinander ebenso verwandt sind wie die drei Abraham-Religionen, von diesen aber grundverschieden. Woher kommt dieser voreilige Schluss, der von so vielen Menschen geteilt wird, dass alle Religionen bloß Aberglaube seien und letztendlich zu Konflikten führten? Noch niemals wurde Kriegsgerät im Namen von Gautama Buddha gesegnet. Noch niemals gingen Hindus mit „Feuer und Schwert“ auf Eroberungszug. Und würden ein tibetischer Buddhist und ein indischer Yogin über ihre jeweiligen Religionen diskutieren, so können Sie sicher sein, dass dies in kein dogmatisches Streitgespräch ausarten wird. Warum werden uns diese Weltbilder kategorisch vorenthalten?

Es darf ja jeder selbst, wenn er will! Richtig. Wenn ich jetzt hier sitze und diesen Artikel schreibe, dann ist es mein Ziel, zumindest einige meiner Leser dazu zu motivieren, sich über das Sein im allgemeinen Gedanken zu machen. Wer jedoch darauf vertraut, dass wesentliche Erkenntnisse ohnehin durch die Massenmedien Verbreitung finden werden, dem darf ich versichern, dass dies in naher Zukunft – unter anderem aus den genannten Gründen – nicht der Fall sein wird.

Und sollten Sie eines Tages wirklich auf einen überzeugenden „spirituellen Lehrer“ stoßen, der in Fernsehauftritten und Großveranstaltungen die Massen begeistert, dann rate ich erst recht zur Vorsicht. Stellen Sie sich den weisen alten Mann vor, der mit mildem Lächeln seine Erkenntnisse teilt. In dessen Nähe einfach jeder überzeugt sein muss, dass er die Wahrheit spricht. Und vergleichen Sie diese Vorstellung mit einem charismatischen Redner, durch Musik und Lichteffekte unterstützt, von den Medien gefördert, von allen möglichen bekannten Persönlichkeiten gelobt. Wem würden Sie wohl eher Ihr Vertrauen schenken?

Doch Sie brauchen auf beide nicht zu warten. Investieren Sie etwas Zeit, aktivieren Sie Ihr Interesse, widmen Sie sich Yoga-Übungen, dann steht Ihnen der Weg zur Erkenntnis auch ganz alleine offen. Sie brauchen sich bloß zu entschließen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.

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