Mittwoch , 19 Februar 2020
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Diwali – das Fest des Lichts

diwaliKnapp eine Milliarde Menschen feierte gestern das indische Fest des Lichts – genannt Diwali. Für Hindus handelt es sich dabei um den bedeutendsten Feiertag des Jahres, der sich durchaus mit Weihnachten vergleichen lässt. Mehrere Tage lang sind die Straßen geschmückt, Menschen kleiden sich festlich, Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn werden besucht, und selbstverständlich werden Geschenke gebracht. Nachdem der genaue Tag von der Mondphase abhängt, ändert er sich – so wie Ostern – von Jahr zu Jahr. Heuer fiel der Festtag auf den 5. November.

Beim Hinduismus handelt es sich nicht nur um die älteste, heute noch praktizierte, Religion auf der Welt, auch ist die Zahl ihrer Anhänger, die auf zwischen 850 Millionen und einer Milliarde geschätzt wird, nach Christentum und Islam die drittgrößte. Im Ausland lebende Hindus verlangen keine Sonderrechte, beklagen sich nicht über vermeintliche Diskriminierung, und somit ist vielen Menschen im Westen keineswegs bewusst, wie lebendig die vedischen Lehren auch in unseren Tagen noch sind.

Der Ursprung von Diwali ist, ohne mit diesen Lehren näher vertraut zu sein, nicht einfach zu erklären. Den vedischen Schriften zufolge, kehrte Gott Rama, eine von mehreren Inkarnationen der Schöpfungskraft, nach 14-jährigem Exil im Dschungel, an diesem Tag in seine Heimatstadt Ayodhya zurück. Entlang seines Weges, so die Überlieferung, entzündeten die Menschen lange Lichterketten. Der Name entstammt der Hindi-Sprache und bedeutet: „Anordnung von Lichtern“.

Um den anfangs erwähnten Vergleich mit Weihnachten kurz anzuschneiden, die Symbolik der Geburt von Jesus, des „Fleisch gewordenen Sohn Gottes“, trifft mit der Wintersonnenwende zusammen, mit der Wiederkehr des Lichts.

So wie im Westen die Straßen zu Weihnachten geschmückt werden, so ist dies in Indien zu Diwali der Fall. Geschäfte bleiben geöffnet, auch wenn es bei den Geschenken mehr um den symbolischen Wert als um die Ankurbelung der Wirtschaft geht. Wohnhäuser werden, sowohl im Inneren aus auch nach außen hin, der Tradition entsprechend dekoriert und die Menschen tragen ihre feinsten Kleider. Das folgende Video (englisch) gibt einen anschaulichen Einblick in den Jahrtausende alten Brauch.

Während die indischen Lehren im späten 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts von westlichen Gelehrten als durchaus reiche Quelle für ein besseres Verständnis im Zusammenhang mit philosophischen Fragen genutzt wurden, fanden sich in der jüngeren Vergangenheit leider auch zweifelhafte Organisationen, deren Präsentation der ältesten Religion der Welt nicht immer ganz glücklich gewählt war. Ungeachtet dessen, Diwali ist ein heiteres Fest, das, trotz spirituellen Hintergrundes, die Menschen einfach näher zueinander führt. Und so wie wir, ungeachtet unserer Einstellung zum Christentum, unseren Freunden „Fröhliche Weihnachten“ wünschen, so beglückwünschen sich Inder mit „Happy Diwali“.

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