Samstag , 7 Dezember 2019
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Der Unterschied zwischen Algorithmus und Herzschlag

schallplatte tonabnehmer„Digital Native“ ist ein ziemlich unsinniger Begriff, denn er trägt denjenigen nicht Rechnung, die bei der Entstehung des Internets dabei waren oder ihren Beitrag dazu leisteten. Dieser Begriff assoziiert die Verknüpfung zum Ureinwohner, aber jemand, der in das Zeitalter des Windows Betriebssystems hineingeboren wurde, ist mitnichten ein Eingeborener und Kenner der Wurzeln seiner Kultur.

Ich war zwar bei der Entstehung nicht persönlich anwesend, aber durchaus berechtigt, den Begriff „Erstnutzer“ für mich zu gebrauchen; und wie aus den Ursprüngen unserer Zivilisation, kann auch ein Digital Native eine Menge vom Erstnutzer lernen, indem er sich, falls möglich, nicht über diesen erhebt, sondern von ihm lernt. Erstnutzer konnten zum Beispiel noch selbst programmieren und lernten Maschinensprache, während heutige Nutzer sich sofort in Twitterheulkrämpfen winden, wenn ihre Bedienoberfläche abstürzt.

Als Erstnutzer beobachte ich bereits seit einigen Jahren, wie schwierig es für den Menschen geworden ist, das Verhältnis zwischen analoger und digitaler Aktion zu beschreiben; neulich war dazu sogar die Erfindung einer Netzpartei nötig. Besonders strittig und dennoch gerade deshalb schwer beliebt ist die kontinuierliche Diskussion über die Übertragung einer analoger, neuronaler Individualleistung in physikalisch-mathematische Daten und deren Verwertung.

Als Musikagentin und Autorin hätte ich dazu einen guten Vorschlag, insbesondere zum Thema legale und illegale Kopien im virtuellen Raum: Kreativschaffende sollten vom Staat bezahlt werden, immerhin sorgen sie dafür, das Leben des Bürgers zu bereichern und sind die beste Prävention und Früherziehung gegen Aggression und zugleich Entwicklungshilfe für soziale Kompetenz. Hätte der Künstler ein geregeltes Einkommen, wie jeder andere Arbeiter auch, müsste er sich nicht auf unsinnige Distributionsverträge einlassen, an denen er selbst auch nur einen Bruchteil verdient. Verwertungsgesellschaften sind nur dann sinnvoll, wenn das künstlerische Endprodukt seinen Erschaffer am Leben lässt. Dann wäre es für den Künstler nämlich ein problemloser Kompromiss, nach Ablauf einer gewissen Schutzfrist, das Verteilen eines Werkes im Internet als Mittel der Eigenwerbung kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Eine Hand wäscht die andere; nennt man auch im zwischenmenschlichen Sinne Altruismus.

Wieso man hingegen Inspiration immer wieder mit Plagiat verwechselt und das Urheberrecht aberkennen will, erschließt sich mir leider überhaupt nicht. Dieselben Leute die eine Webseite anlegen, um mit Gutenplag einen Politiker zu entzaubern, bekräftigen damit die Existenz und Wertigkeit einer Originalvorlage, verhaspeln sich aber eine Woche später in ihren unzähligen Blogs oder in TV-Auftritten, dass die moderne Medienwelt endlich lernen muss zu teilen. Schrebergartenlogik, die am wenigsten den Menschen hilft, die mit einer kreativen LEISTUNG ihr Leben bestreiten möchten und müssen.

Geistige Erfindungen sind im Übrigen niemals Sache einer unbekannten Masse virtueller Handpuppen, die eine Tastatur hinter einem TFT-Bildschirm bedienen. Geistige Erfindungen gelingen in unserer Gesellschaft nur wenigen, und anstatt zu versuchen, mit einer banalen Erfindung, wie dem digital-elektronischen Verknüpfen von Datenwegen, eine Miterrungenschaft an allen sich im Netz bietenden Gelegenheiten zu erreichen, um nicht, wie in der analogen Welt, letztendlich als Niemand dazustehen … sollten wir besser wieder lernen, jene Menschen zu würdigen und wertzuschätzen, die unsere Zivilisation mit eben ihren einzigartigen individuellen Leistungen, Erfindungen und Kreationen lebenswerter machen, uns als Menschheit in eine friedvolle, positive und weiterentwickelte Zukunft führen, um uns alle an ihrer zuvor persönlichen Entwicklung und später als Gemeinschaft teilhaben lassen.

Teilhaben lassen, wohlgemerkt, und nicht, etwas Besonderes in einem Moloch, oder sollte ich besser sagen – in einem „schwarzen Loch mit unendlich hoher verdichteter Masse“ – eines postnuklearen Konsumzeitalters verschwinden oder zur Nichtigkeit verkommen zu lassen. So, wie es uns die Medien derzeit bravourös vorleben: Musik und Kunst wird nur noch repräsentativ und öffentlich wahrgenommen, wenn man mittels eines Showformates plötzlich entdeckte Pornoclips eines Castingkanditaten im Netz verbreiten kann und Social Feeds und Tweets den gierig lauernden Pressefutzis (jene, die man ebenfalls deutlich von guten, seriösen Journalisten unterscheiden sollte) das beste Futter zur PR eines massentauglich konzipierten Musikstücks liefern, bei dem dieses Musikstück eigentlich nur eine sehr untergeordnete Rolle spielt.

So arbeiten alle Beteiligten moderner IT Hand in Hand, am Ende verdient nur noch der Kaufmann, der Ökonom, der Alles-Zu-Geld-Macher, während eine Menge echter Kunst- und Musikbegeisterter das Fernsehen oder Radio bereits meiden und Kreativschaffende selbst ihr Leben im Underground und in der Subkultur führen, weil sie die Hoffnung längst aufgeben mussten, dass eine künstlerische Leistung von unserer Gesellschaft noch angemessen honoriert wird. Auch neue Kommunikationstools wie Twitter bleiben von der Idee zur Konsumnutzung nicht verschont.

Es ist also nicht, wie es viele herbeireden, Schuld der Musikindustrie oder der Monopolisten; es ist auch nicht das beste Mittel gegen Verwertungsgesellschaften, künstlerisches Eigentum ohne Entgelt zu konsumieren … die Netzgesellschaft selbst ist Teil des Endes einer künstlerischen Diversität, denn inzwischen segeln sie losgelöst auf den großen Schwingen sozialer, kommerzieller Netzwerke einer einzigen und ausschließlich westlichen Kulturprägung dem Sonnenuntergang entgegen. Es wird „ge-like-ed“ was das Zeug hergibt und als Musikagentin kann ich nur vielen Kollegen zustimmen, – denn den unbekannten Newcomerbands und jungen Komponisten nützt Facebook und Konsorten null – das hätte man auch bereits am Hype mit MySpace und allen Nachfolgern ablesen können. Damals schickte man mir Morddrohungen, als ich meinen Künstlern anriet, neben MySpace auch eine eigene Webseite zu betreiben. Heute wissen sie, dass ich recht hatte.

Es ist weder sinnvoll sich von einer Plattenfirma abhängig zu machen, noch von einer Plattform, die auch nur dadurch existieren kann, indem sie das Gleiche macht wie die Plattenfirma: Werbung schalten und Kontakte kaufen! Oder glaubt heute noch jemand, Zugriffe auf eine Seite werden ehrlich erworben?

Bei allem Respekt gegenüber unzähligen hübschen Netzbildchen, unfassbar miesen Handyfotografien und allen Damen und Herren, die nun ihre Stunde kommen sehen, mittels des Internets zu einem gefeierten Virtual Popstar zu avancieren!

Es tut mir leid, aber so funktioniert Kunst eben nicht, begrifflich schon ein Holzweg, den Kunst hat durchaus etwas mit Können zu tun, und nicht mit Beliebigkeit (wobei der Begriff „Beliebigkeit“ das Wort „beliebt“ sehr gut aufnehmen und widerspiegeln kann – welch eine Überraschung!). Können wiederum muss erlangt werden; durch Wissen, Disziplin, Arbeit und nicht zuletzt Investition; Investition in Zeit, in Instrumente und Material, in Eigenwerbung, in weiterführende Ausbildung, Kooperationen und Fleiß.

Dies ist am wenigsten zu erreichen, indem man sich abends nach dem Bürojob (mit dem man natürlich wunderbar und risikolos die kompletten Kosten für Internet und Telefon bezahlen kann) an ein unfassbar unkreatives Facebook-Profil setzt und sich mit einem noch dilettantischer gemachten You-Tube-Video möglichst vielen fremden Usern anbiedert, nur, um seine künstlerische Qualität an akribisch gesammelten Däumchen-Hoch-Icons gemessen zu sehen, obwohl bereits der erste Grundschullehrer attestierte, dass es an künstlerischem Talent gänzlich mangelt. Oh ja, es gibt sehr wohl Lehrer, die eine falsche Einschätzung abgeben, aber den Unterschied zwischen einem Studenten der Musikhochschule und einem DSDS-Kandidaten mit dem fadenscheinigen Argument der „unentdeckt schlummernden Netzgenies“ außer Kraft setzen zu wollen, ist sodann haltlos, wenn man den Alltag eines Musikstudenten begleitet und den Alltag eines Lebenskünstlers oder Pop-Sternchens, die/der mal alles aus Lust und Laune durchprobiert, aber eigentlich kein ernsthaftes Interesse besitzt, eine Kunstfähigkeit auch professionell zu erlernen. Partymachen und Promistatus genießen, gehören jedenfalls nicht zur Disziplin eines Künstlers – auch, wenn uns das jegliche Form von Media eintrichtern möchte, um noch besser Showformate mit Produktplatzierung zu verkaufen.

Als Musikagentin kenne ich den Alltag hochbegabter Musiker, als Fotografiemeisterin kenne ich den Alltag gelernter Fotografen, die heute keine angemessen bezahlten Jobs mehr bekommen, weil jeder Handyfotograf mit über 100 Facebook-Freunden bereits als „fotobegeistert“ von den heutigen Unternehmern zu unsäglichen Mindestlöhnen zum Freelancerdienst angeheuert wird. Wieso auch einen ausgebildeten Fachgebildeten teuer bezahlen, wenn es keinem Kunden mehr etwas bedeutet, ein gutes Bewerbungsfoto mit nach Hause zu nehmen und niemand mehr das übelste Bildrauschen und Unschärfe einer Fotografie erkennt, weil die Abbildungen auf dem kleinen Display und in Webauflösung für unser längst überqualifiziertes menschliches Auge so mies geworden sind (billig in Asien gefertigt und teuer als Apfelprodukt verkauft, nützt nur wenig, den die optische Qualität einer winzigen Plastiklinse ist physikalisch eben nicht mit einem Zeiss-Objektiv zu vergleichen), dass wir inzwischen positiv reagieren, mit unzähligen Motiven überschwemmt zu werden und unser Gehirn die Reduktion auf den flüchtigen Eindruck bereits erlernt hat?! Wieso sich die Mühe machen, wirklich engagierte Musiker zu unterstützen, wenn es billiger und hipper ist, sich den neuesten RTL-Viva-Klingelton runterzuladen?

Fachkräftemangel wird kein politisches Schlagwort mehr sein, – es möchte keiner mehr ein teures Studio oder Studium bezahlen, wenn er von billigen Tagelöhnern ersetzt wird. Es können noch so viele Netzanarchos den Wunsch hegen, den „Großen“ da oben und draußen in der analogen Welt das Wasser abzugraben, um selbst das Ruder eines Freibeuterschiffes zu übernehmen; es ändert nichts an dem Mechanismus, dass unendliche Expansion und heuristisches Teilen, so wie es auf MySpace war und heute auf Facebook und YouTube stattfindet, alles individuell Wertvolle ertränkt. Also würde man davon ausgehen, dass in den Anfängen der konstruktiven Internetbewegung tatsächlich die Intention einer freien, alternativen Kunst- und Musikkultur voranging, um dem Mainstream Paroli zu bieten, was ist dann eine Dekade später von diesem guten Vorsatz geblieben? Man nutzt heuchlerisch das rein unternehmerisch gesteuerte und wohl massentauglichste Digitaltool seit dem Bestehen von Warner Bros. Inc., nämlich Facebook, und gibt sich damit einem freiheitlichen Denken hin; dabei ist nichts in unserer modernen Zeit so manipulativ wie ein Social Network, bei dessen Entwicklung die Macher sogar Neurowissenschaftler bemühen, um die größtmögliche Infiltration des Benutzers über die Oberfläche zu erreichen. Und dieser Gedanke, mit Verlaub, ist weit, weit entfernt von einer aufrichtigen, effizienten und realen Unterstützung von engagierten, kreativen Menschen, die sich eben, bedingt durch ihre innere Berufung, bewusst zu einem Leben mit Entbehrungen im Sinne ihrer Leidenschaft entschlossen haben; bewusst ein Künstler sein wollen, und eben nicht Beamter, welcher sicher ebenso von Bedeutung in unserer

Gesellschaft ist, aber diesen Kampf um Lohn und Brot eines Künstlers nur erahnen kann. Wieso also nicht gleich den wirklich kreativen unter uns dieselben Chancen einer Bezahlung zugestehen wie jenen, die mit ihrer ebenfalls geistigen Leistung Häuser entwerfen oder Gene entschlüsseln? Ist uns Seelennahrung, wie Musik, gute Literatur und Kunst so wenig wert?

Und mal ehrlich, liebe Allesnutzer und Allesteiler zum Nulltarif: Glaubt Ihr wirklich, wenn ich zwanzig Jahre in einem miefigen Chemie- oder Physiklabor daran arbeiten würde, eventuell der Menschheit eine Lösung für die Erzeugung und Nutzung einer neuen Energieform zu präsentieren, und zwar nicht, indem ich hübsche Fotos meines sabbernden Hundes auf Facebook poste oder mithilfe von kindischen Powerpointpolls die Demokratie neu erfinden will, sondern Tage und Nächte meine Arbeit und Hirnschmalz für eine sichere Zukunft unserer Spezies einsetze, … glaubt Ihr wirklich, ich würde mir diese harte Arbeit, verbrauchte Lebenszeit und EIGENLEISTUNG urheberrechtlich und patentrechtlich NICHT schützen lassen? Nur, um sie im weltgeistigen, virtuellen Untergang der Individualleistung mit einer Masse von Digital-Hippies zu teilen, die imgrunde dasselbe im Sinn haben wie alle Warner-Universal-Sony-BMG-Google-Zuckerberg-Companies zusammen – nämlich genau so von meiner Erfindung zu profitieren und zu schmarotzen wie die früheren Monopolisten?

Der einzige Unterschied wäre: Früher verdienten die wenigen, mit denen man seinen Output teilte, mehr, heute teilt man mit unzähligen und verdient zu wenig; zu wenig, um zu leben UND zu sterben.

Die Crux bei dieser ermüdenden Diskussion um geistiges Eigentum in einer virtuellen Darstellung ist, der Mensch hinter der Darstellung wird sich nicht so schnell verändern, wie wir uns das vielleicht gerade wünschen (oder nimmt heute noch jemand dem Erfinder des Apfeltabletts und der Kleinanzeigenmassenplattform mit Werbeeinnahmen in Millionenhöhe ab, keine wirtschaftlichen Ziele verfolgt zu haben und wirklich nur von jesuitischer Erleuchtung geleitet, Menschen miteinander verbinden zu wollen?), die Evolution braucht eben ihre Zeit.

Solange wir die Individualleistung in einer Gesellschaft nicht anerkennen, weil wir glauben, unter sieben Milliarden Homo sapiens wird’s schon genug andere geben, die das auch hinkriegen, solange werden wir auch den nötigen Respekt für den EINZELNEN niemals erlernen. Wir sind eben nicht die BORG, ein einziges Digitalgehirn, zusammengeschaltet aus Parallelrechnern und kybernetischen Modulen, die lediglich Daten in eine wabernde elektrische Energiewolke einspeisen; – wir sind Menschen und verdienen mehr als nur die Aufmerksamkeit eines US-Milliardärs, einer Suchmaschine oder beliebigen virtuellen Strandguts, welches täglich vor unsere Profilhaustür angeschwemmt wird. Kreative und geistige Einzelleistungen können nur DANN dem Wohle der Allgemeinheit dienen, wenn der Einzelne das OK dafür gibt. Alles andere wäre Missbrauch eines aus gutem Grund einzigartig geschaffenen Gehirns, welches Philosophen auch als die eigentliche Ursache unseres Bewusstseins beschrieben: die vollkommen eigene Welt des personalisierten, einzelnen Ichs.

Es wäre ein Eingriff und Angriff in/auf die Gedanken des Individuums, und genau das ist es doch, was viele Netzaktivisten den staatlichen Institutionen vorwerfen, das Durchleuchten des Ichs, des privaten Umfelds, der vertraulichen Kommunikation. Hier schließt sich der Kreis wieder und lässt erkennen, dass wir aus diesem, sich selbst antreibenden Perpetuum mobile des Internets, keine Rückschlüsse auf unser analoges Leben zulassen können, solange wir die Missstände und Deckungsungleichheiten in der Realität nicht erkennen und tatkräftig zu lösen versuchen. Und zwar in der realen Welt.

Das Internet jedoch ist keine Welt, kein Lebensraum. Wer das behauptet, der hat sich von zu vielen Marketingstrategen weichklopfen lassen wie ein virtuelles Schnitzel, von dem unser echter Körper auch nicht satt wird. Das Internet ist ein Werkzeug und Hilfmittel, visuelle und akustische Signale einer analogen Eingabe in binäre Abfolgen zu wandeln. Es soll uns helfen, miteinander zu kommunizieren, aber es ersetzt eben niemals eine reale Begegnung. Es soll uns helfen, miteinander zu agieren und sich auszutauschen, aber es ersetzt niemals die Bedeutung einer sozialen Gruppe. Es soll uns helfen, unsere in der analogen Welt sorgfältig und mit Anstrengung erarbeiteten Werke einem regionalen oder sogar globalen Publikum zu präsentieren, aber eine simple Aneinanderreihung von Pixeln einer Darstellung wird niemals wiedergeben, welche realen biochemischen Prozesse in der Zeit davor nötig waren, um etwas neues, kreatives zum Leben zu erwecken. Blut, Schweiss und Tränen; – das sind die Zutaten unseres Lebens, und nur diese können über unsere Zukunft bestimmen.

Die Evolution höchstpersönlich wird nach Sachlage wohl eher noch einige tausend Jahre benötigen (dazu gibt es auch Studien im Netz, für jene, die ihre kostbare Zeit damit verschwenden, alles methodisch anzuzweifeln, selbst wenn es der Logik nicht entbehrt), bis wir aus der Zwischenperiode unserer temporären Gehirnspastik eines virtuellen Massenmörders und Zeitschinders am Computer herausgewachsen sind und digitale Anfeuerungspropaganda, getarnt als Unterhaltungselektronik, für die Ausübung und das Trainieren von Macht überflüssig geworden ist; noch leben wir in dieser Übergangszeit und müssen das Beste daraus machen, bestmöglich, indem wir bereits heute unsere Gene ein wenig in die richtige Richtung lenken.

Die Nutzung eines informationstechnologischen Werkzeugs kann uns nur unterstützend zur Seite stehen, so, wie es auch ursprünglich von den Urhebern (ja, auch mit Anspruch auf Nennung ihrer Individualleistung) wie Zuse, Kilby und Noyce, und Berners-Lee gedacht war; „computer aided“ und nicht „computer replaced“.

Es liegt also weiterhin in unseren biochemischen, kostbaren analogen Molekülen, ob wir eine vertretbare Gesamtlösung für den Umgang einer geistigen Leistung finden werden. Einen Maler oder Komponisten einmal in seinem Atelier oder Studio zu besuchen und zu verfolgen, wie viele Tage und Nächte er emotional und physisch einsetzen muss, bis ein vollendetes Werk daraus wird … das wäre zumindest ein Anfang, um endlich zu erkennen, wie weit die analoge Welt und die digitale Abbildung auseinanderliegen.

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