Donnerstag , 18 Juli 2019
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Ja, manche Dinge müssen mal gesagt werden!

leserbrief logoBestärkt durch die Reaktionen auf meinen letzten Leserbrief muss ich heute nochmal zu einem Thema zu Wort melden, das mir wirklich auf den Nägeln brennt: “Man muss ein klares Wort sagen dürfen, ohne als Israel-Feind denunziert zu werden”, so der Präsident der Akademie der Künste Klaus Staeck heute zum Thema: „Das israelkritische Gedicht von Literaturnobelpreisträger Günter Grass und die reflexartigen Aufschreie der „ewigen Opfer“. Denn obwohl es in keinster Weise um Glaubensfragen geht, sondern eindeutig um politische Entscheidungen einer „Supermacht“, die vielen unschuldigen Menschen das Leben gekostet hat und noch kosten wird, brausen die Kritiker, fast ausschließlich aus verschiedensten religiösen Ecken, auf und empören sich über Dinge, um die es konkret gar nicht geht.

Genau dieser Umstand ist es, der mich in der letzten Zeit dazu bringt, ermattet und gelangweilt den Stift wieder beiseite zu legen und mich eben nicht zu äußern, in der Öffentlichkeit. Mich nicht an Diskussionen zu beteiligen, die von Anfang an schon nicht von der Ursache ausgehen, sondern sich in einem Meinungs-Schlagabtausch religiöser „Fantastereien“ ergießen und dadurch, ob gewollt oder nicht, komplett am eigentlichen Thema vorbei „Schlag-Ab-Tauschen“.

Auch jetzt, in diesem Moment denke ich darüber nach, ob ich die Zeit nicht besser hätte nutzen können, aber es gibt eben wirklich Dinge, die mal gesagt werden müssen, damit nicht alle dabei zuschauen, wie Tatsachen aus reinem Eigennutz verdreht werden, um die eigenen, meist sehr fragwürdigen, Ziele zu unterstützen. Aber irgendwie ist es eben schon immer so, dass religiöse Fanatiker, gleich welcher Richtung, mit allen Mitteln versuchen, sich selbst als das Maß der Dinge hinzustellen und dabei jederzeit bereit sind, über Leichen zu gehen.

Und ich bin es so leid zu ertragen, wie eben diese Gewalt ausübenden „Missionare“ von mir auch noch das Recht zum Ausüben dieser Gewalt einfordern und zudem noch die ungeheure Dreistigkeit haben, mich zu verurteilen, sobald ich auch nur das geringste „Dagegen“ sage, oder sogar denke.

Dabei geht es nicht mal darum hier Partei zu ergreifen für oder gegen Grass, oder Israel, sondern wenn überhaupt dann für den Frieden und für das Leben vieler Menschen. Es geht darum, wie das eigentliche Thema, nämlich die Bedrohung der Menschheit durch Atomwaffen, die im Gegensatz zum Iran, von Israel nun mal wirklich ausgeht, hier sofort verdreht und verdrängt wird, in den Hintergrund gestellt und auf die religiöse Schiene verlegt wird.

Und was mich vor allem sehr erschreckt, ist die Tatsache, dass all diese Kritiker genau dieses Thema, nämlich die Bedrohung, völlig außer Acht lassen und damit natürlich auch den Großteil der Bürger zu einer, hier gar nicht angemessenen, Diskussion führen, die – und hier schließt sich der Kreis wieder – natürlich wieder in einer „Ich vertrete mit aller Macht meine Meinung“-Schlacht endet, während die eigentlich Schuldigen, die Kriegstreiber und Waffenhändler, ungeschoren davon kommen.

Diese, unangemessenen und gefährlichen Verdrehungen der Realitäten gibt es inzwischen in so vielen Bereichen und die Manipulation der Bürger ist teilweise schon so plump geworden, dass ich oft völlig fassungslos vor den Dingen stehe und nicht verstehen kann, das solche mittelalterlichen Zustände hier und heute noch existieren.

Immer wieder frage ich mich auch, was so schwer daran zu verstehen ist, dass es mir wirklich relativ gleich ist, wer sich welcher Religion, oder welchem Glauben verschreibt. Und immer wieder kann ich nur sagen: Bitte glaubt, was ihr wollt, aber hört auf, mich damit zu belästigen.

Ich wünsche jedem Leser ein friedvolles und ausgefülltes Leben.

Wilhelm Wut

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