Dienstag , 19 Januar 2021
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Schafft sich Europa ab?

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Ich möchte heute ein Thema ansprechen, bei dem die Gefahr sehr groß ist, von der „organisierten Empörtheit” in ein falsches Licht gestellt zu werden. Während es auch die unbedeutendsten Nachrichten aus Wirtschaft und Finanzwelt täglich in die Schlagzeilen schaffen, hält sich die Frage, wie die Bevölkerungsstruktur in Mitteleuropa in 20 bis 30 Jahren aussehen wird, einem Mauerblümchen gleich, im Hintergrund. Ein junger, in Österreich geborener, Mann mit kurdisch-türkischen Eltern namens Inan Türkmen erklärte in seinem Buch „Wir kommen“ dabei völlig offen, in welche demographische Richtung sich Europa bewegt.

Ich nehme vorweg: Ich habe nichts gegen Fremde, gegen Ausländer und gegen andere Kulturen. Doch gleichzeitig liebe und schätze ich auch meine eigene, in meinem Fall die österreichische Tradition, die deutsche Sprache, unsere Lebens- und Denkweise. Und ich würde mir wünschen, dass auch meine Enkelkinder ihr Leben in einem österreichischen Österreich verbringen werden.

Und genau diese Frage wird auch darüber entscheiden, ob der Friede in dieser Region, in unserem Europa, weiterhin bestehen wird, oder ob dem arabischen vielleicht ein „europäischer Frühling” folgen könnte.

Mit anderen Worten, könnte Mitteleuropa eines nicht so fernen Tages in bürgerkriegsähnliche Zuständen gleiten? Zustände, die den Ansprüchen einer westlich orientierten Zivilisation keineswegs entsprechen?

Nackte Zahlen sprechen eindeutig dafür, dass innerstaatliche Spannungen unausbleiblich sind. Bei einer kürzlich veröffentlichen Studie stellte sich heraus, dass sich ein gutes Viertel der islamischen Jugendlichen in Deutschland dazu bekennt, kein Interesse an Integration zu haben. Ist es wirklich so schwer zu erkennen, welch unglaublich explosiver Sprengstoff hinter solchen Zahlen steckt? Da gibt es ein Heer von jungen Menschen, die sich von der Gesellschaft, in der sie Leben, ausgeschlossen fühlen, nein viel schlimmer, die diese Gesellschaft in der Tiefe ihres Herzens verachten. Und als Ausweg bietet sich meist nur die Flucht in die Religion. Hier trifft man auf Gleichgesinnte. Hier fühlt man sich verstanden.

Lässt sich die Schuld am eigenem Versagen nicht sehr leicht auf die „Dekadenten“ und die „Ungläubigen“ abschieben? Früchte des Zorns reifen bekanntlich rasch. Und immer dann, wenn der Verstand keine Antworten auf offene Fragen parat hat, zeigt sich die Faust zu regieren bereit. Gibt es in „Problemstaaten”, wie etwa dem Irak, nicht immer wieder religiös motivierte Attentate? Sind so manche Mütter nicht stolz darauf, wenn sich ihre Söhne als Selbstmordattentäter in die Luft sprengen? Sind wir wirklich davor sicher, dass sich derartige Auswüchse nicht auch in unseren Ländern zeigen werden, solange wir zu bedingungsloser Toleranz angehalten werden?

Zusätzlich Öl ins Feuer gießt Inan Türkmen, der in seinem Buch „Wir kommen” mit erstaunlicher Offenheit die Mentalität seiner Landsleute beleuchtet. Er stellt Deutschland und Österreich den Befund aus, alternde, spießige Staaten zu sein, die statt Technologiezentren Geriatriezentren bauen und statt Flugzeugen Hüft- und Kniegelenke entwickeln. „Uns jungen, starken Türken gehört die Zukunft! Wir haben gelernt zu kämpfen und haben ein großes Bevölkerungswachstum“, stellt der Autor fest. Und die Welt gehöre immer denen, die wachsen – meint Herr Türkmen.

Und tatsächlich ist es ja so, dass es in Mitteleuropa, trotz der Hilfe der Neostaatsbürger, ein großes Geburtenminus gibt. Dementsprechend zeigt uns Herr Türkmen ungeschminkt auf, in welche Richtung sich die „Machtverhältnisse” verschieben werden.

Ist es „politisch unkorrekt“ darüber zu reden, ob wir diese Entwicklung im Interesse unserer Kinder wollen?

Nachdem Columbus im Jahr 1492 den amerikanischen Kontinent entdeckt hatte, plünderten erst einmal die spanischen „Conquistadores“ das Gold der mittel- und südamerikanischen Zivilisationen. Als sich Franzosen, Engländer, Holländer und andere Europäer für den Rest zu interessieren begannen, schien dieser riesige Kontinent Platz für alle zu bieten. Es wird erzählt, dass Repräsentanten der einheimischen Bevölkerung, die wir als Indianer bezeichnen, anboten, das Land mit den Einwanderern zu teilen. Dass sie davon ausgingen, dass zwei Kulturen durchaus nebeneinander existieren können. Welches Schicksal tatsächlich auf die Bevölkerung Nordamerikas wartete, ist uns allen bekannt. Die einstigen Herren des Kontinents wurden in sogenannte „Reservate“ verdrängt.

Empfinden wir für diese Menschen Mitgefühl? Oder schwingt da vielleicht doch der Gedanke mit, dass es ja schließlich „Wilde“ waren, die endlich mit Zivilisation beglückt wurden, gegen die sich die Hopis und die Komantschen, die Sioux und Mohwaks, trotzig verschlossen? Könnte eines Tages unter den zukünftigen „Herren Europas“ – zumindest nach der Vorstellung eines Türkmen – vielleicht die Annahme verbreitet sein, dass es sich bei der einst hier heimischen Bevölkerung ja um „Ungläubige“ gehandelt hatte, die sich nicht bereit erklärten, dem Willen eines Allah zu gehorchen?

Noch liegt es in unserer Hand, die Zukunft unserer Heimat in eine Richtung zu steuern, die allen einen Platz bietet. Schauen wir weiterhin weg, könnte es eines Tages jedoch zu spät sein.

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