Mittwoch , 26 Juni 2019
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Der Mensch als Feind der Menschheit

poverty_vancouverZweifellos ist der Mensch das am höchsten entwickelte Lebenswesen auf unserem Planeten Erde. Dank seiner überragenden Intelligenz, schuf er technische Wunderwerke, setzte seinen Fuß auf den Mond, erforscht die Tiefen der Meere, fördert Rohstoffe aus dem Erdinneren. Durch Satelliten übermittelte Bilder erlauben uns direkte Blicke auf die entlegensten Winkel in den fernsten Ländern. Mitreißende Ereignisse werden uns live ins Wohnzimmer geliefert. Wir stehen an der Spitze der Nahrungskette, brauchen weder den Angriff wilder Tiere noch – aller Wahrscheinlichkeit nach – Außerirdischer zu befürchten. Die Natur beschenkt uns mit ausreichenden Mengen an Nahrungsmitteln. Es herrschen beinahe paradiesische Zustände auf Erden. Pardon – Es könnten paradiesische Zustände herrschen!

Nachdem mittlerweile immerhin schon sieben Milliarden Menschen auf Erden leben, mag die Natur vielleicht zurückgedrängt worden sein. Doch trotzdem gibt es noch unendlich beeindruckende Landschaften, ausgedehnte Wälder, Berge, Seen, die Weiten der Ozeane. Effiziente Anbaumethoden versorgen die gesamte Menschheit mit völlig ausreichenden Mengen an Nahrungsmitteln, sodass sich wirklich jeder einzelne Mensch satt essen könnte. Und während unsere Steinzeitvorfahren vielleicht noch vor der Unberechenbarkeit anderer Stämme und Sippen zittern mussten, lebt die moderne Menschheit in geordneten Staaten, die durch internationale Vereinigungen, wie etwa den Vereinten Nationen, harmonisch verbunden sind. Es wären alle Voraussetzungen gegeben, um das Leben auf Erden für alle Menschen angenehm und lebenswert zu gestalten.

Doch nun zur Realität: Spekulationen treiben die Preise für Rohstoffe in ungeahnte Höhen. Auch Grundnahrungsmittel, Weizen, Reis und Bohnen, werden künstlich verteuert. Geldmengen werden vom privaten Finanzsektor erschaffen und gegen Zinsen verliehen. Und darüber hinaus gibt Deutschland jährlich 45 Milliarden Dollar für die Rüstung aus. Frankreich 60 Milliarden, England 59 Milliarden, Italien 38 Milliarden und die Vereinigten Staaten rund 700 Milliarden. (Angaben: Wikipedia)

Wo bleibt da bitte die gerühmte Intelligenz der Menschheit?

Hängt unsere Wirtschaft, und damit unser Wohlergehen, tatsächlich davon ab, dass sich das Rad der Rüstungsindustrie unaufhörlich weiter dreht? Dass durch Kriege ganze Länder mit all ihren Einrichtrungen zerstört werden, um sie im Anschluss wieder neu aufbauen zu können?

Der Steinzeitjäger fertigte Waffen an, um das Wild bei der Jagd leichter zur Strecke bringen zu können. Aus Speeren und Schleudern, aus Pfeil und Bogen entwickelten sich Tötungsinstrumente, Tötungsmaschinen, Massenvernichtungswaffen. Und diese dienen nicht der Jagd, nicht dem Schutz vor wilden Tieren, sie dienen dazu, dass Menschen sich gegenseitig abschlachten können, mit einst ungeahnter Effizienz.

Weltweit hungern viele Millionen. Doch selbst Länder wie Indien und Pakistan bauen Atomwaffen. Industriestaaten rüsten unentwegt auf. Andere Länder wiederum beugen sich dem internationalen Druck, überlassen ihre Rohstoffe und die Kernelemente ihrer eigenen Wirtschaft internationalen Investoren, die sich auf die Rückendeckung durch das Armeepotential der NATO scheinbar verlassen können.

Der Mensch hält sich für intelligent. Er erachtet sich seinen steinzeitlichen Vorfahren gegenüber als haushoch überlegen. Und trotz seiner Geisteskraft ist er nicht dazu fähig, mit seinen Mitmenschen in friedlicher Harmonie zu leben. Er ist nicht fähig, die Früchte, die ihm die Natur schenkt, vernünftig zu teilen. Er lebt noch immer nach dem Gesetz des Dschungels, das besagt, dass der Stärkere überlebt.

Es gibt nur einen Schluss, der sich aus dem Verhalten der Menschheit ziehen lässt, nämlich den, dass der größte Feind des Menschen der Mensch selbst ist. Da hilft die alles überragende Intelligenz nichts, wenn sie derart falsch eingesetzt wird.

Ein Blick in den nächtlichen Sternenhimmel sollte uns darüber aufklären, welch lächerlich kleiner Punkt wir im Universum sind.

Wir sollten darüber nachdenken, ob wir nicht etwas besseres zu tun haben als mit dem Wettrüsten das „Gleichgewicht des Schreckens“ aufrecht zu erhalten. Wie die Geschichte mehr als nur deutlich zeigt, sind am Ende jedes Konflikts alle Verlierer. Vielleicht mit Ausnahme bestimmter Investoren, Kriegsgewinnler, denen wir, ihres Reichtums wegen, oft sogar noch Bewunderung entgegenbringen.

 

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