Montag , 14 Juni 2021
Startseite » Gesellschaft » Gesellschaftliche Kommentare » Die internationalen Tage der Vereinten Nationen vs. Die Moral

Die internationalen Tage der Vereinten Nationen vs. Die Moral

flagge_vereinte_nationenDie Welt, und ich meine damit die ganze Welt – nicht nur Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder die Herren Brüderle und Westerwelle – die hat in den letzten Wochen einiges erlebt und es scheint, es geht noch eine ganze Weile weiter damit. Merken sie es auch, die Stunden haben abgenommen, die Zeit verrinnt schneller, als wir uns ihr stellen können. Auch die Geschwindigkeit der Erdumdrehung hat rapide zugenommen. Mittlerweile könnte sie vollkommen ohne Probleme bei der Formel 1 ganz vorne mitfahren.

Wir Menschen werden wohl in naher Zukunft wie die Piloten in ihren fliegenden Festungen auch Druckausgleichsanzüge tragen müssen. Anders ist es wohl nicht mehr ganz so leicht auszuhalten. Die Gefahr, dass es uns in naher Zukunft aus der Kurve trägt, diese Gefahr scheint mir persönlich sehr real und bedrohend. Die gemeinsame Anstrengung, das Einsehen – es wird mehr als vermisst, obwohl es an Absichtserklärungen und Organisationen wirklich nicht mangelt.

Die gute und kostbare UNO mit ihren wertvollen Agenden und Präambeln, ich schrieb vor kurzem darüber, sie wird von Interessen beherrscht, welche mit uns, mit den Menschen nicht das Geringste zu tun haben. Machtpolitische und wirtschaftliche Interessen müssen sich nicht einmal mehr das Mäntelchen der Moral umhängen, es ist nicht mehr vorhanden. Eine Rückfrage bei der Kleiderkammer der UNO ergab, dass das Moralmäntelchen seit vielen Jahren nicht mehr gesehen wurde. Es wurde dereinst wohl von jemandem ausgeliehen. Die Schrift auf der Karteikarte ist mittlerweile nicht mehr lesbar, auch das Datum ist vergilbt. Der damals zuständige Moralmäntelchenverwalter kann auch nicht mehr befragt werden, er ist vor vielen, vielen Jahren verstorben. Es ist ernsthaft zu befürchten, er hat sich in diesem Kleidungsstück bestatten lassen. Aufgefallen ist dies bisher niemandem im Hauptquartier der UNO. Die Nachfrage hielt sich bis dato scheinbar in Grenzen.

Einige sehr wackere Menschen, dies sei Trost und Hoffnungsspender, sie arbeiten dort immer noch für das, was wohl Menschlichkeit, was Humanität heißt. Ihre Manifeste und Stellungnahmen sprechen eine deutliche Sprache, wenn man sie denn lesen will. Unermüdlich wird vor und hinter den Kulissen daran gearbeitet, die gefährlichen Steilkurven der Weltpolitik zu entschärfen und die Regeln für uns Fußgänger so zu gestalten, dass wir nicht jeden Tag von einem anderen Verrückten über den Haufen gefahren werden. Möge es gelingen, diese psychopathischen Raser gänzlich aus dem Verkehr zu ziehen.

Um die guten Ansätze auch bekannt zu machen, als Botschaft bei den Menschen ankommen zu lassen, deswegen hat man bei der UNO begonnen, fast jedem Kalendertag einen besonderen Anlass zu widmen. Die Kalendertage reichen nicht ganz aus. Folglich hat man das Angebot um Wochen, Jahre und Dekaden erweitert. Nach meiner momentanen Kenntnis spielen die Monate keine Rolle. Ähnlich wie diese komische Gruppe mit einem Anführer aus Nazareth, es sind eben einfach zu wenige.

Wollen wir uns die Geschichte gemeinsam kurz anschauen? Ich lade sie herzlich ein und verspreche, es wird sehr interessant werden.

Insgesamt sind es 110 internationale Tage und 7 internationale Wochen. Zwischen 2010 und 2013 zähle ich 10 internationale Jahre – und ich habe mich dabei nicht verzählt, glauben sie mir. Der internationalen Dekaden zwischen 2003 und 2020 gibt es neun. Auch die Wiedergabe dieser Zahl ist korrekt. Alle Benennungen mag und kann ich in diesem Beitrag nicht aufführen, sie und ich wären damit deutlich überbelastet, einige mag ich aber wohl nennen:

Am 27.Januar gedenkt die Welt der Opfer des Holocaust, am 20. Februar ist der Welttag der sozialen Gerechtigkeit.

Am 21. März ist der Welttag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung. An diesem Tag feiern wir auch den Welttag der Poesie.

Am 7. April ist Weltgesundheitstag, am 22. April ist der Welttag der Mutter Erde. Endlich kann ich mit dem Muttertag was anfangen, zumindest mit diesem.

Am 3. Mai ist der Welttag der Pressefreiheit. Dieser Tag scheint nicht überall bekannt. Den internationalen Tag für die biologische Vielfalt begehen wir am 22. Mai. Nun ja, wenn ich an meinen Nachbarn schräg gegenüber denke, eigentlich will ich das nicht feiern.

Weltflüchtlingstag ist der 20. Juni, klingelt es schon? Den Tag des öffentlichen Dienstes am 23. Juni werde ich aus Gründen unter keinen Umständen begehen, niemals. Ich feiere keine Herrschenden.

Weltbevölkerungstag ist am 11. Juli. Am 14. Juli hat meine Frau Geburtstag. Warum auch immer, er ist im Kalender der UNO nicht zu finden. Und genau an diesem Tag wird bei uns im Haus fleißig gefeiert.

Internationaler Tag der Jugend ist am 12. August. Am 29. ist der  internationale Tag gegen Nuklearversuche. Ich wollte es nicht glauben, aber diesen Tag gibt es wirklich.

An die Weltalphabetisierung denkt man am 8. September. Am 21. gibt es wahrhaftig Grund, sich zu freuen, es ist der Weltfriedenstag.

Der Welttag der Gewaltlosigkeit am 2. Oktober, warum ist er wohl nicht überall bekannt? Warum nicht? Ein ganz wichtiger Tag ist der 16. Oktober, der Welternährungstag. Besonders die Finanzindustrie mit Schwerpunkt Agrarwirtschaft feiert diesen Tag gerne. Es ist ein Geschäft mit mehr als sattem Profit.

Den internationalen Tag der Toleranz gibt es wirklich, es ist der 12. November. Größter aller Tage ist ohne Zweifel der 20. November. Weltkindertag, wir sollten unsere Hoffnungsträgerinnen das ganze Jahr feiern.

Welt-AIDS-Tag ist der 1. Dezember. Am 20. ist der internationale Tag der menschlichen Solidarität.

Wochen, Jahre und Dekaden mit all ihren Widmungen bitte ich selbst nachzulesen. Alle Informationen finden sie auf der folgenden Webseite: http://www.unric.org/de/internationale-tage-und-jahre

Ich habe viel gelesen, auch gestaunt. Art und Weise der Würdigung fanden meist meine Zustimmung, manchmal eher die Verblüffung. Machen sie sich selbst ein Bild. Ich denke, dass sie mich verstehen werden.

Was habe ich gelernt oder behalten? Ich brauche keine noch so gut gemeinten Gründe und Benennungen – ich deklariere diesen und alle folgenden Tage als Tag der Mitmenschlichkeit und der Menschenliebe. Es wäre mehr als wunderbar, würden sie sich einfach anschließen.

Sie sind mehr als herzlich willkommen.

© Peter Reuter

Check Also

Rollentausch – Altersheim statt Gefängnis und Gefängnis statt Altersheim

            Wenn Straftäter statt ins Gefängnis ein Altersheim eingewiesen würden… …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.