Samstag , 25 Mai 2019
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Strahlen Sie schon oder leben Sie noch

steinpilzeDes Menschen Bequemlichkeit und ständige Gier nach einem Mehr, ist durch die aktuelle Lage im fernen Japan ein Mahnmal für eine dringend notwendige Veränderung geworden. Ich muss zugeben, dass es mir nicht ganz leicht fiel mich heute für ein Gesprächsthema mit Ihnen zu entscheiden, denn wieder einmal überschlagen sich die globalen Ereignisse. Nach langem Überlegen habe ich mich nun doch für die Themen Japan, Atomkraftwerke und die nicht vorhandenen Mauern und Grenzen des Himmels entschieden.

Ein bisschen radioaktiv, wie so manche schlauen Politiker von sich geben, erscheint mir wie ein bisschen schwanger und mutet angesichts der aktuellen Lage geradezu grotesk an. Ich kann mich noch sehr gut an 1986 und den Super-Gau von Tschernobyl erinnern. Damals war ich, wie Millionen andere Frauen ebenfalls, mit meinem ersten Kind im dritten Monat schwanger. Mit einem Schlag war der Alltag mit Sorgen besetzt. Esst keinen Salat, Pilze und viele weitere der Natur entsprungenen Lebensmittel mehr, lasst eure Kinder nicht im Sand oder auf Wiesen spielen. Wer dieses Ereignis einst bewusst miterlebt hat, wird wissen wovon ich gerade spreche. Lange Jahre herrschte nun eine relative „Ruhe“ rund um die Themen Atomkraftwerke, dem Risiko, das von diesen ausgeht oder Super-Gaus. Was zum Teil aus maroden AKW-Anlagen unbemerkt an Radioaktivität ausgeströmt wurde, und immer noch wird, ist Ottonormal wohl kaum bekannt. Ehrlich gesagt auch mir nicht, doch es wäre blauäugig zu denken, dass die Meiler hermetisch abgeriegelt und vor allem auf dem höchsten Niveau von Sicherheitsstandards sind. Hierzulande wie auch woanders in Europa oder Übersee. Wobei das Wort Sicherheit ein äußerst relatives ist.

Was ich hierbei sehr erschreckend finde ist die Tatsache, dass schon lange darüber diskutiert wird, ob AKWs nicht durch alternative Energieerzeugungsquellen „ausgetauscht“ werden sollen. Jahrzehntelange Diskussionen ohne fruchtenden Boden. Weltweit. Und nun hat vor wenigen Wochen die Natur einmal wieder sehr deutlich gemacht, dass innerhalb weniger Minuten und Stunden des Menschen ach so geniale Erfindungen eben diese eigenhändig auslöschen. Japan ist hierbei weit, nicht wahr. Tausende Kilometer liegen zwischen Asien und Europa, viel Wasser der Ozeane noch dazu. Und das der lautlose Tod und die Verseuchung durch die nicht sicht-, riech- und greifbare Radioaktivität an den Landesgrenzen Halt machen, ist ja selbstverständlich. Schon klar, wissen wir ja alle und wird uns dann auch noch zur allgemeinen Beruhigung von Politikern und deren anhängigen Experten gerne bestätigt.

Tschernobyl war damals wohl noch nicht genug. Der Mensch vergisst, besonders auch etwas, das sich unsichtbar und schleichend im genetischen Material des Menschen, der Tiere und der Natur festsetzt. Und über viele Generationen hinweg immer wieder durch Krebserkrankungen, Behinderungen und so manche andere Krankheit das Resultat der menschlichen Ignoranz und Habgier schmerzhaft aufzeigt. Wann ist endlich genug, so frage ich mich. Was muss noch geschehen, um endlich ein weltweites Augenöffnen und Handeln zu erzeugen? Übrigens nicht nur zum Thema AKWs und somit der Frage nach Radioaktivität oder Energieerzeugung. Fragen, die wohl keiner so rasch beantworten wird und schon gar nicht solange immer noch viel zu viele Menschen glauben alles ist nicht so tragisch und alles wird gut. Ich wette mit Ihnen, dass schon in weniger als drei Monaten kaum mehr ein Hahn danach kräht, was derzeit in Japan geschieht. Obwohl die Katastrophe ihre weltweiten Kreise in der Luft und im Wasser ziehen wird. Und das noch schlimmer als 1986 nach Tschernobyl. Ich finde nun keine Worte mehr, außer nur noch diese: Wann also sagen wir alle „es ist genug!“ und lernen auch einmal auf unseren Komfort zu verzichten und die grenzenlose Sucht nach einem permanenten Mehr so vieler unersättlicher Männer und Frauen entschieden einzugrenzen?

Herzlichst

Ihre Claudia

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