Dienstag , 21 Mai 2019
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Liebe in Zeiten des Web 2.0

laptop_herzDas Internet hat vieles bewegt und gesellschaftlich sowie global reichlich Sinnvolles und durchaus auch Negatives forciert. Einst war der Mensch auf seinen kleinen Kosmos konzentriert. Reisen, Kontakte schaffen, Geschäfte betreiben, erwies sich oft als schwierig, langwierig und zeitintensiv. Das World Wide Web hat gewiss so manches vereinfacht und überhaupt erst im Sinne jeglicher Beziehungen neue Strukturen und Möglichkeiten erschaffen. Grenzen bestehen hierbei praktisch nur noch auf dem Papier, denn dank der technischen Entwicklungen können wir Menschen sehen und hören, die über tausende von Kilometern auf einem anderen Kontinent ihr „reales“ Leben leben. Ein Leben, das von Emotionen begleitet wird. Emotionen, die Liebe auslösen können. Liebe in Zeiten des Web 2.0 die oft alles andere als nur einfach ist.

Ich möchte ja nicht indiskret erscheinen, meine geschätzten Leser, aber sagen Sie mal: Haben Sie sich schon mal über das Internet verliebt oder tiefe Gefühle für eine Person entwickelt, die Sie vielleicht noch nicht mal in Natura kennengelernt haben? Wie ging oder geht es Ihnen dabei? Das WWW macht das Finden des berühmten Deckels zum Topf relativ einfach. Ob man sich anonym durch die vernetzte Welt bewegt oder klar und ersichtlich auf einer bestimmten Plattform als real existierende Person auftritt – das Internet schützt vor Liebe nicht. Im Gegenteil. Immer häufiger entstehen durch das kalte Medium Internet Bekanntschaften, Flirts und Liebeleien sowie die eine oder andere Beziehung, welche wiederum bis zum Traualtar führen kann. Aber auch mit viel Sehnsucht und Schmerz durch die virtuelle Welt treibt und somit den einen oder anderen tief aufseufzen lässt, weil sich selbst innerhalb eines Landes nicht zwingend notwendig die Kontinentalplatten zum Naherücken verschieben lassen.

So schön die Liebe Web 2.0 sein kann, so kompliziert kann sie sich auch erweisen. Anfangs nähert man sich durch geschriebene Worte an, „klopft“ ab wie der andere wohl so tickt, ob es Übereinstimmungen gibt und ob da eventuell sogar ein „mehr“ daraus werden kann. Was für Singles ohne Kinder deutlich einfacher ist über ein „kann-es-funktionieren“ nachzudenken, zeigt sich bei Singles oder Geschiedenen mit Kindern sowie eigentlich glücklich in einer Beziehung Stehenden als Chaos der Gedanken- und Gefühlswelt. Dabei wäre es doch so simpel bei aufsteigenden chaotischen Zuständen den Löschen-Button zu drücken, sich aus der einen oder anderen Plattform zu verabschieden und diese vermaledeite Kiste Computer längere Zeit zu ignorieren. Bei vielen Frauen und Männern funktioniert das sogar, aber eben bei vielen anderen auch nicht und dann geht es auch schon los, dass das Internet mitunter verflucht wird.

Was im Grundsatz eine gute Sache der weltweiten Vernetzung und des Austauschs von Informationen und Gedanken ist, kann in Zeiten der Liebe Web 2.0 den berühmten Schuss nach hinten auslösen. Wer sich so „gefunden“ hat, was sehr häufig genau dann geschieht, wenn man eigentlich gar nichts sucht, hat ein „Leben“. Berufliche und private Belange und Beziehungen, ein fester Freundeskreis oder das eine oder andere finanzielle Handicap sind hierbei Blockaden, die sich nicht so einfach überwinden oder gar über Bord werfen lassen. Wenn nicht einer der beiden verliebten Beteiligen bereit ist alles hinter sich zu lassen, dann beginnt oftmals die Zeit zwischen „irgendwie Kontakt halten“ und „beenden wir es endlich“. Beide Varianten erweisen sich als schmerzhaft und sind wenig dazu angetan das Leben unter dem Motto „rundum glücklich“ zu gestalten. Kennen SIE solch eine Situation?

Wie dem auch sei – wie so oft im Leben heißt es eine Entscheidung zu treffen. Eine Entscheidung, die zwischen Können, Wollen und Nicht-Wollen zu finden ist. Rational zu entscheiden ist hierbei ein Part. Sich jedoch bewusst zu machen, dass man durch ein Beenden dieser Fernbeziehung und dem nicht umsetzen der gemeinsamen Nähe vielleicht viele glückliche, spannende und zufriedene Jahre verpasst, könnte durchaus den Ausschlag geben der Liebe Web 2.0 auch im Realen eine Chance zu geben. Und wenn man beispielsweise schon in Deutschland sitzt und sich in eine Person weit in einem anderen Land verlieben kann, so ist es ebenfalls möglich imaginäre Kontinentalplatten zu verschieben. Sollten Sie aktuell in solch einer Situation stehen, dann wünsche ich Ihnen auf jeden Fall ein „Happy End“. Ach ja, und glauben Sie mir, Sie sind stärker als Sie es vielleicht vermuten, somit rütteln Sie mal an den Platten!

Herzlichst

Ihre Claudia

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