Montag , 22 Juli 2019
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Gute Vorsätze, Dioxin-Eier und Happy New Year

champagner_einfuellenIst es nicht schön, wie wir das neue Jahr beginnen konnten? Dank den Dioxin-Eiern samt Co. KG bekommen im Nachhinein all die feinen Plätzchen und Kuchen zur besinnlichen Adventszeit so einen gewissen unvergesslichen Nachgeschmack. Wäre es einem nicht schon schlecht von den ganzen ach so prickelnden Ereignissen und Aussichten, dann müsste es einem allein dadurch schon speiübel werden. Seit November wussten die Herrschaften von den verunreinigten Futtermitteln und nichts wurde der Öffentlichkeit mitgeteilt.

Aber nein, der dumme Verbraucher soll doch zu Weihnachten eifrig einkaufen, backen und seine lieben Verwandten und Bekannten verköstigen. Oder eher vergiften? Auf lange Sicht nicht einmal so abwegig. Schleichende Erkrankungen haben ja auch etwas ganz eigenes an sich, wenn auch mit wenig Charme behaftet. „Hier, magst du noch ein Frühstücksei?“ Wer so seinen Liebsten derzeit mit einem süffisanten Lächeln fragt, hat wohl Angst einfach zu sagen „es ist aus und vorbei mit uns!“. Auch gut, soll ja nicht meine Sorge sein.

Was haben wir denn noch nach etwas mehr als einer Woche im neuen Jahr – übrigens Happy New Year an alle meine geschätzten LeserInnen – so an erfreulichen Nachrichten? Mal sehen. Da hätten wir die Vorsätze, die eh kein Schwein, pardon, keinen Menschen mehr nach nur wenigen Tagen interessieren. Die der Politiker sowieso nicht, denn in der Regel leiden die ganzjährig unter der Krankheit, die da lautet „Vorsätze gelten auch erst nach Jahren noch als Vorsätze“ und werden dann einfach mal so verschoben. Macht wiederum Sinn, denn viele Belange der Bürger erledigen sich dann früher oder später sowieso von alleine. Und sei es durch eine Dioxinvergiftung oder einer anderen, allzeit gesellschaftsfähigen Erkrankung. Schrecklich diese natürlichen Entwicklungen, nicht wahr!? Ich bin immer wieder erschüttert wie der eine oder andere Bürger unseren geschätzten Politikern dermaßen in der Seele weh tun kann. Ob das an der für jede Frau und jeden Mann vorhandenen demokratischen Entscheidungsgewalt liegt? Da sollten wir mal in Ruhe darüber nachdenken.

Dann hätten wir noch die tolle Prognose, dass im Jahr 2011 in Deutschland mehr Kinder geboren werden sollen. Der Grund: Der wirtschaftliche Aufschwung. Ja, meine lieben Leserinnen und Leser, wenn die Wirtschaft nach oben steigt, dann hat man doch gleich wieder den Sinn und die finanzielle Grundlage, um für rund 18-25 Jahre seinen Nachwuchs großzuziehen und dessen Studium zu finanzieren. Wenn er dann zuvor nicht selektiert wurde, weil bestimmte Noten nicht nach Plan von dem Wirtschaftsaufschwungkind erzielt werden konnten.

Doch seien Sie getröstet: Legen Sie von Ihrem nun ständig ansteigenden Lohn und Gehalt monatlich viel auf die hohe Kante und das eingesparte Geld aus den nun zu erwartenden sinkenden Lebensmittel- und Mietpreisen noch dazu, dann klappt das auch mit den Nachhilfestunden im Jahr 2021. Die Folge: Tochter oder Sohn schaffen fast spielend die Selektion in der Schule, die Pisa-Studie fällt einfach glänzend aus und es herrscht überall eitel Sonnenschein, Friede, Freude und Eierkuchen. Ob letztere dann in rund zehn Jahren dank der auch dann erneut verseuchten Eier schon von weitem leuchten? Interessante Frage, der wir ebenfalls nachgehen sollten.

Beziehen Sie und Ihre Familie Hartz IV und haben sich schon auf ein neues Luxusleben dank der sagenhaften 5€ mehr an Regelsatz ab Januar gefreut? Schade, schade, da müssen Sie wohl noch etwas warten, denn bei dieser horrenden Summe ist sich die liebe Regierung noch nicht über die Auszahlung einig geworden. Betrifft auch das in der Diskussion stehende Bildungspaket für die Kinder der Hartz IV-Bezieher. „Liebe Kinder, Bildung wartet auch noch in einigen Jahren auf euch, also nicht aufregen, dass ihr nicht beim Job-Center zur Einlösung eures Paketes antreten müsst!“ Sagt euch nun einfach mal die gute, alte Claudia. Könnte mitunter auch die gefürchtete Selektion ersparen, denn je langsamer heutige Kinder aus den „unteren Schichten“ sich Wissen aneignen, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie die Hürde hinauf zur mittleren (gibt’s die eigentlich noch?) oder oberen Schicht überwinden können.

Nee, nee, nee, sage ich da nur, da macht es unsere entscheidungsfreudige clevere Regierung akkurat richtig: Verzögern was das Zeug hält und sich um andere, wichtigere Dinge kümmern. Zum Beispiel um ihr Ansehen nach den hochspannenden Veröffentlichungen von Assange und Co. Wie dem auch sei, ich habe das neue Jahr mit freudig geöffneten Armen begrüßt, denn ich bin mir sicher: In 2011 wird alles gut und die rosa Elefanten verlieren endlich ihre lilablassblauen Punkte.

Herzlichst

Ihre Claudia

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