Samstag , 25 Mai 2019
Startseite » Gesellschaft » Claudia spricht » Jahresrückblick – Warum das Jetzt schon Vergangenheit ist

Jahresrückblick – Warum das Jetzt schon Vergangenheit ist

kalender_1Silvester 2010 steht bereits vor der Tür. Ein Tag, ein Datum, das für die meisten Menschen Anlass bietet das vergangene Jahr Revue passieren und zeitgleich Vorsätze fassen zu lassen, die wiederum nur selten umgesetzt werden. 2010 war wieder einmal gespickt mit Ereignissen, die einen selbst zwischen Wut, Trauer, Resignation, Freude und Wagemut umgeben haben. Alles Vergangenheit, selbst das was Sie gerade bis hier gelesen haben und doch beschäftigt es uns Menschen mal mehr, mal weniger intensiv und nicht selten mit Nachhaltigkeit.

Deepwater Horizon liegt nur wenige Monate zurück, die Wogen der Empörung, des Erschreckens und des Entsetzens ob der menschlichen Versäumnisse wurden lang und breit in den Medien breitgetreten. Auch hier auf The Intelligence, wenn auch mit der Fokussierung auf die negativen und vielfach unbeachteten Seiten dieser Jahrhundertkatastrophe im Golf von Mexiko. Vergangenheit. Wer spricht heute noch darüber? Kaum mehr jemand, obwohl die Nachwirkungen mitunter Jahrzehnte sichtbar sein werden. Wir Menschen vergessen sehr schnell, solange es uns nicht direkt und somit persönlich betrifft.

Die Loveparade, die Geschehnisse rund um S21 in Stuttgart und viele weitere Ereignisse haben uns in diesem fast vergangenen Jahr begleitet. Woran erinnern wir uns noch? Was lässt auch heute, so kurz vor dem Jahreswechsel unser Inneres in wütende Wallung bringen? Ist es überhaupt wichtig und sinnvoll darüber nachzudenken was war? Ist es nicht wichtiger Vergangenes ruhen zu lassen, allerdings nicht ohne für die Zukunft, die sekündlich beginnt, einen Weg zu ebnen, der weitestgehend Negatives in Positives umwandeln verhilft? Viele mögen hier nun einwerfen „was bringt das schon“, aber ich bin der Meinung, dass uns jede vergangene Stunde, jedes vergangene Ereignis und Erlebnis, ja, selbst jeder Verlust für die Zukunft formt und weiterbringt. Betrifft das Momente, die viele Menschen betroffen haben, dann sollte das Credo lauten „jetzt erst recht nicht mehr“. Ein Credo, das durchaus auch für das eigene Leben seine Berechtigung erhalten sollte.

Haben Sie es in diesem, fast vergangenen Jahr, wieder nicht geschafft schlanker zu werden? Rauchen Sie immer noch? Sind Sie immer noch in einer Beziehung, die keine mehr ist? Arbeiten Sie immer noch dort, wo Ihnen sowohl finanzielle als auch menschliche Anerkennung vorenthalten werden? Und das alles, obwohl Sie sich doch Silvester 2009 so fest vorgenommen haben „jetzt wird alles anders“? Vorsätze sind Illusionen, und wer jemals enthusiastisch in der Silvesternacht welche gefasst und dann nach nur wenigen Tagen wieder fallen gelassen hat, wird wissen wovon ich gerade spreche. Was war ist Vergangenheit. Keine Worte lassen sich mehr zurückholen, die man einst ausgesprochen hat. Keine fehlerhafte Ernährungsweise plötzlich in eine gesunde umwandeln. Keine Lebensentscheidung, die mitunter Schlechtes mit sich gebracht hat, mit einem Fingerschnipps in eine positive verändern. Es ist mühsam über Vergangenes zu jammern, zu lamentieren oder sich gar eigene Vorwürfe zu machen. Geschweige einem Gegenüber.

Lassen wir doch Silvester 2010 einmal anders aussehen. Vergessen wir unsinnige Vorsätze, die wir sowieso nicht einhalten werden. Vergessen wir, was war, allerdings nicht ohne es nun besser machen zu wollen dank der Erkenntnisse, die wir erlernen durften. Ein neues Jahr birgt zahlreiche Chancen in sich. Chancen, die uns glücklicher, zufriedener, erfolgreicher, finanziell unabhängiger oder gar liebevoller werden lassen. Sich an Altem und Vergangenem festhalten zu wollen wie an einem Anker, der schon verrostet und brüchig ist, wird nur schlechte Gefühle auf den Plan rufen. Und das diese mehr destruktiv denn konstruktiv sein werden, ist ebenfalls keine besondere Erkenntnis, sondern der Lauf der Dinge und unserer ureigenste selbstverantwortliche Einstellung.

Ich wünsche Ihnen, meinen geschätzten Lesern, einen Jahreswechsel der Besinnlichkeit auf das Selbst ohne den schmerzhaften Rückblick auf das vergangene Jahr 2010. Weitsicht, den Mut Neues zu wagen und für Dinge, Menschen, Projekte oder sich selbst zu kämpfen, das Glück nicht an unwiederbringlichem Alten hängen zu bleiben und die Zufriedenheit Entscheidungen zu treffen, die auch in manchen Lebenssituationen vielleicht nicht die besten sein werden – ja, genau all das wünsche ich Ihnen. Denn dann wird der Wunsch „ein gutes neues Jahr“ Realität werden können und das selbst dann, wenn das Leben an sich so manche Wirrnisse in den Weg legen wird.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen gesunden Rutsch in das neue Jahr und die Stärke nicht an Vergangenem festzuhalten, sondern sich darauf zu freuen, dass Neues bereits auf Sie wartet.

Herzlichst

Ihre Claudia

Check Also

Lügen haben kurze Beine und schaffen Feinde

Politiker lügen rhetorisch geschickt verpackt nicht nur einmal in ihrer Karrierelaufbahn. Das wissen wir alle, …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.