Dienstag , 12 November 2019
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Warum setzen wir so wenige Prioritäten in unserem Leben

herbst_stimmungEin Menschenleben kann sehr kurz sein, oft sogar ist es mit dem ersten Atemzug vorbei. Viele glauben es ist Gott gewollt, andere an das Schicksal und wiederum andere sehen es eiskalt und nüchtern: Wer nicht zum Leben geeignet ist, muss einfach gehen. Wir stehen täglich auf, erledigen unsere Pflichten, empfinden bei vielen Dingen sowas wie Freude und Spaß und doch bleibt bei den meisten der Wermutstropfen übrig, der da den Namen hat „Leben ohne Prioritäten und Lebensqualität“. Wissen Sie warum das so ist? Und wie gehen Sie mit diesem Thema um?

In der letzten Zeit habe ich viele neue Menschen kennen gelernt, die morgens aufstehen und vor Feuereifer für ihren Beruf oder eine Sache nur so sprühen. Aber auch Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder, die sich morgens um acht Uhr wünschen, dass es schon Abend wäre, die dankbar sind, dass trotz einer schweren Krankheit ihnen mit ihrer Familie ein weiterer Tag im Leben geschenkt wurde oder auch einfach nur das Gefühl vermittelt zu bekommen wahrgenommen zu werden als Mensch, und nicht nur als funktionierendes Humankapital fungiert zu haben.

Wir Menschen sehen, fühlen und denken im Einzelnen, auch wenn die Psychologie und Wissenschaft eine Norm entwickelt hat, die uns in ein Schema hineinpresst, das eben als „normal“ oder „unnormal“ tituliert wird. Folglich ist es nicht verwunderlich, wenn der eine morgens aufsteht und sich mehr Erfolg im Beruf und Geld wünscht, der andere einfach nur endlich gerne ein Dach über dem Kopf hätte und wiederum ein anderer sich das Besiegen einer tödlichen Krankheit herbeiwünscht, um mindestens solange leben zu können bis die eigenen Kinder selbst eigenständig, den immer schwieriger werdenden Alltag, ohne Mama oder Papa bestreiten zu können. Prioritäten setzen, lautet hier die Devise, in einem Leben, das für die meisten bedeutet, dass der letzte Tag des Monats viel zu rasch vor dem Ersten da ist, keiner einen im Berufsleben will, weil der eine oder andere Ausbildungsstempel fehlt, oder auch die Herkunft schon mit dem Namen ersichtlich wird und somit ein Stigma auf die Stirn brennt, dem ungeschriebene gesellschaftliche Schranken Einhalt gebieten.

Wir leben die meiste Zeit, um es anderen Recht zu machen, ein Lob zu erhalten und für „gut“ befunden zu werden. Wir funktionieren ohne Nein zu sagen gegen Dinge und Entwicklungen, die uns innerlich auffressen. Wir halten den Mund, obwohl wir etwas nicht wollen, sei es in der Familie, im Beruf oder von Seiten der Politiker, die in reinem Eigennutz Entscheidungen treffen, die lediglich die Reichen reicher und die Armen ärmer machen. Aber, Moment!! Sind wir uns nicht in erster Linie selbst verpflichtet uns gut und geistig wie körperlich gesund zu fühlen? Und infolgedessen uns auch engagieren zu können für Menschen, die uns nahe stehen oder unserer Hilfe bedürfen, auch wenn sie nicht zur Familie gehören?

Bereits in einigen Beiträgen habe ich das eine oder andere angesprochen, was das heutige Thema betrifft oder zumindest sehr nah streift. Alles kann und nichts muss oder auch das wir nicht die Augen vor der Realität verschließen sollten, die für immer mehr Menschen ein täglicher Kampf um das Überleben bedeutet. Es gibt ein Sprichwort, dessen Urheber mir leider nicht bekannt ist, aber mehr als eine heutige Wahrheit enthält, und, obwohl ich bestimmte Worte nicht gerne in den Mund oder die Tasten nehme, an dieser Stelle gesagt werden muss: „Würde man Geld scheißen können, dann würden die Armen ohne Arschloch geboren werden“. Hart, aber wahr. Und genau hier appelliere ich heute wiederum an meine geschätzten Leser: Denken Sie nach, setzen Sie wahre Prioritäten in Ihrem Leben, lassen Sie sich nicht fremdbestimmen und sorgen Sie täglich dafür, dass es Ihnen gut geht. Denn erst dann macht ein Leben Sinn und auch die Ihnen nahestehenden Menschen können einen sinnvollen, ehrlichen Nutzen aus Ihrem Dasein ziehen, das angesichts der Jahrtausende, lediglich einen flüchtigen, aber bleibenden Moment darstellt.

Herzlichst

Ihre Claudia

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