Freitag , 10 Juli 2020
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Neue Hartz 4 Berechnung – Der Heiermann ist nicht das Problem

fuenf_euro_scheinZigaretten und Alkohol haben im Hartz 4 Leben nichts zu suchen, eine Anhebung von fünf Euro pro Erwachsenem wird eifrig diskutiert und merkwürdige Ansinnen werden geäußert, die fast schon eine Generalisierung dahingehend verlauten lassen, dass Eltern mit ALG-II Bezug ihre Kinder nicht zur Schule schicken. Dürfte ich mal bitte eine Weile die diktatorische Alleinentscheidung im Land haben? So geht das nun wirklich nicht mehr weiter, denn meine allergische Reaktion auf all diesen Schwachsinn, ausgetragen auf dem Rücken derer, die in den meisten Fällen sicherlich nicht ein Luxusleben auf Kosten des Staates führen, nimmt langsam wirklich überhand.

Es ist erschreckend anmaßend aus den Reihen derer, die einen Dienstwagen fahren lassen, Flüge finanziert und auch sonst so manch weitere Privilegien auf unsere Kosten erhalten, ein ständiges Gehacke auf diejenigen Menschen mit der Deklaration „Arm“ mitbekommen zu müssen. Schublade auf: Alle Hartz4ler sind stinkefaul, saufen schon zum Frühstück, so dass sie doch glatt vergessen ihre dummen Kinder in die Schule zu schicken, vergessen allerdings nicht sich beim Discounter um die Ecke die Monatsration Billignudeln zu holen, die dann mit der schnell ranzig werdenden Butter aus dem „Armenladen“ zu einem vitaminarmen Dauergericht im Haushalt werden. Alle krank, verlaust, arbeitsscheu und viel zu bequem, um sich eine Arbeit zu suchen. Genau, dabei liegt die doch wirklich gleich um die Ecke, im Sinne der wie Pilze aus dem Boden schießenden Leiharbeiterfirmen, die einem Menschen mit Hartz4 eine neue Arbeitsstelle präsentieren, wovon nun mal dank der laufenden Bürokosten und ähnliches, halt auch oft genug bei Vollzeit und drei Schichten knapp 800-900 Euro in der „Lohntüte“ bleiben. Schublade zu.

Wenn Sie mich fragen, dann sollten als erstes die staatlich geförderten Leiharbeiterunternehmen dicht gemacht werden. Auch eine vernünftige Steuerpolitik im Sinne der innerdeutschen Lohnnebenkosten, ist schon lange überreif, geschweige von all den anderen Widrigkeiten, die einem Bürger in den Weg gelegt werden und das selbst dann, wenn er sich durch eine Selbstständigkeit auf eigene, staatlich unabhängige Füße, stellen will. Aber mal ehrlich, warum sollten sich denn die Entscheider im Land die Mühe machen und umfassende Reformierungen durchführen, wenn es viel einfacher ist mit schlauen Sprüchen zu glänzen und eben die Armen immer schön weiter in die Pfanne zu hauen!? Viel zu anstrengend, außerdem hat man dann ja auch viel weniger die Möglichkeit die Schuldigen der staatlichen Belastung und innerdeutschen Verdummung anzufeinden. Wo kämen wir denn da zukünftig hin, das geht nun wirklich nicht.

Ich kenne viele Menschen, junge wie alte, kranke wie gesunde, studierte und ohne Schulabschluss, die alleine oder mit ihrem Partner und Kindern auf die „Stütze“ angewiesen sind, obwohl sie alles nur nicht arbeitsscheu oder total abgesoffen sind. Nein, viele haben einfach kaum eine Chance auf eine Arbeitsstelle, die es ihnen ermöglicht, gemäß ihren Fähigkeiten und Kenntnissen oder angesichts ihres Gesundheitszustandes, das Leben vollkommen allein zu finanzieren. Viele werden abgelehnt, weil sie zu dick sind, zu alt, sie ihre Kinder alleine erziehen oder sich weigern für fünf Euro zu arbeiten, die bei rund 160 Stunden im Monat gerade mal 800 Euro in die Haushaltskasse bringen und von den Fixkosten geradezu verschluckt werden.

Stimmt, eigentlich könnten die doch so ganz nebenbei noch zwei, drei Jobs annehmen, wovon ihnen unter dem Strich dank der weiteren Abgaben wieder kaum was übrig bleibt. Allerdings: Da sie ja dann nur am Arbeiten sind, brauchen sie ja auch kein Geld, denn Zeit und Kraft zum Ausgeben bleibt dann sowieso nicht mehr übrig. Also doch eine gute Idee. Nein, eigentlich nicht, denn da sie ja aus dem Hartz4-Bezug kamen, sind diese Frauen und Männer doch eh viel zu minderbemittelt als das sie einer Arbeit nachgehen können. Und da finde mal jemand eine sinnige Lösung.

Wenn Sie meine Prognose für die kommenden Jahre lesen wollen: Es wird gewiss nicht mehr lange gehen und es wird so wie in vielen weiteren Ländern der Erde sein, dass es keinerlei staatliche Unterstützung mehr für Bedürftige gibt. Vorreiter ist hier mal wieder die USA und da gerade in Deutschland gerne, wie das berühmte Äffchen, alles dem „großen Bruder“ nachgemacht wird, zeigt der Pfeil der Entwicklung immer stärker in diese Lebensrichtung. Was dann jedoch im Land geschieht, entzieht sich selbst meiner weiblichen Intuition und ehrlich gesagt, möchte ich mir das im Moment nicht ernsthaft vorstellen.

Herzlichst

Ihre Claudia

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