Dienstag , 20 August 2019
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Bunte Vielfalt in Sachen Dummheit

bunte_farbenSo langsam verfärben sich die Blätter an den Bäumen und Büschen, was bekanntlich ein untrügliches Zeichen für den nahenden Herbst ist. Bunte Vielfalt sozusagen in augenscheinlicher Nähe, auch wenn damit die nun kürzer werdenden Tage und eine kühle Witterung einhergehen. Aber was wäre diese Jahreszeit ohne all diese einzelnen Elemente, zumal bei einem goldenen Herbst viele Aktivitäten außerhalb und innerhalb der vier Wände nicht nur viel Spaß machen, sondern auch noch die geistigen und emotionalen Fähigkeiten fördern. Allerdings gibt es ja nicht nur in der Natur die bunte Vielfalt, sondern auch hier in unserer Gesellschaft, aber die soll nun laut eines „Ausrufers“ reichlich dumm machen. Mit wie viel Dummheit sind Sie selbst bereits behaftet? Etwas provokant, aber Sie leben ja auch hier im Lande und da muss so eine Frage schon mal erlaubt sein.

Wann ist ein Mensch dumm und wodurch wird er es? Vererbung? Gesellschaftliche Nähe zu minderbemittelten Personen? Durch Krankheit? Oder einfach nur ganz persönliche Faulheit? Eine einheitliche Definition von menschlicher Dummheit ist ebenso schwierig festzulegen als auch wissenschaftlich zu dokumentieren, was mit unserem Planeten einmal geschehen wird, wenn weiterhin immer näher, auf der Suche nach Ressourcen, an den Erdkern gebohrt wird.

Nach Aussagen des Herrn Sarazzins sollen nun hierzulande weite Teile der Bevölkerung in Dummheit untergehen, weil unter anderem ausländische Mitbürger, sei es mit oder ohne deutscher Staatsbürgerschaft, nebenan wohnen oder deren Kinder mit deutschen Kindern in eine Klasse gehen. Reichlich vermessen solch eine Aussage, denn genauer betrachtet gibt es keine, wie eine hochansteckende Krankheit, um sich greifende Dummheit, sondern vielmehr das Denken und Handeln jedes Einzelnen. Und hier liegt meiner Meinung nach nämlich der wahre Kern, wenn eine Gesellschaft akut und chronisch verblödet, sofern sie es denn überhaupt in der breiten Masse erleben muss.

Warum Intelligenz viele Wege kennt

Ich selbst lebe Zeit meines Lebens in unmittelbarer Nähe von Ausländern, die inzwischen zumeist schon lange zu Inländern geworden sind. Dumm, was auch immer man darunter verstehen mag, sind all diese mir begegneten Personen nicht, auch wenn nur die wenigsten einen Hochschulabschluss haben oder als Direktor eines Weltkonzerns dicke Gehälter kassieren. Im Gegenteil, denn sie haben eine bunte Vielfalt an Intelligenz und Weitsicht in sich, die vielleicht nicht immer in einem absoluten klaren Hochdeutsch ausgedrückt werden, allerdings einen wahren Reichtum in sich bergen. Einmal davon abgesehen, dass es hier im Land Dialekte von Deutschen gibt, die alles andere als verständlich sind.

Viele nehmen als Angestellte oder Arbeiter eine führende Position in den verschiedensten Unternehmen ein oder sind gar selbst Inhaber einer Firma und das bei weitem nicht nur in der Gastronomie oder im Lebensmittelhandel. Geachtet wird zudem von all den Türken, Iranern, Portugiesen und vielen Menschen anderer Nationalitäten, darauf, dass neben den Werten auch Bildung nicht zu kurz kommt. Gewiss nicht bei allen, aber doch von vielen. Etwas das ich leider aus eigener Erfahrung nicht von jeder rein deutschen Familie behaupten kann.

Zusammenhalt, um nur ein Beispiel zu nennen, gibt es immer seltener und auch die eigene Faulheit zu Lasten anderer Menschen auszuleben, wird hierbei gerne praktiziert und die Schuld noch lieber auf Migranten & Co. geschoben, die einen eben verdummen lassen und somit der Faulheit ein festes Fundament als Entschuldigung bietet.

Doch: Ist nicht jeder, egal welcher Nationalität er angehört, für seine geistige Entwicklung selbst zuständig? Kann ich nicht meinen Kindern, unabhängig dessen, ob sie mit 20 Kindern anderer Nationen in einer Klasse sitzen, vorleben wie und wozu man lernt? Und somit aufzeigen, was es bedeutet seinen geistigen Horizont Stück für Stück zu vergrößern und „schlau“ zu werden? Meine Kinder hatten und haben ausländische Kinder als Schulkameraden und Freunde, allesamt passen unter Umständen in  so manche vielzitierte Schublade, aber gewiss nicht in eine, die die Deklaration „Dumm“ aufweist. Im Gegenteil, denn obwohl unsere Familie nie finanziell reich begütert war, haben sie teilweise Abitur, zum Teil bereits studiert, können mehr als bis zehn zählen und sehen die Vorgänge in ihrer direkten Nähe oder in weiter Ferne, mit einem sehr intelligenten Auge. Und meine Kinder sind sicherlich nicht die einzigen, denen es so geht.

Hier nehme ich die Eltern in die Verantwortung und nicht den Türken oder Russen hinter der nächsten Häuserecke. Sich an die eigene Nase fassen, soll schon so manches Aha-Erlebnis ermöglicht haben, denn statt immer die Schuld auf andere zu schieben, sollte man sich täglich selbst in seinem Denken oder Handeln hinterfragen. Dass mitunter bereits das Auslassen der täglichen betäubenden Dumm-Lala aus dem Fernsehen deutlich intelligentere Züge hinterlassen wird, wäre doch allein schon einmal einen Langzeittest wert.

Ich für meinen Teil freue mich an der bunten Vielfalt der hier lebenden Nationen, denn sie beleben eine fast konform gehende Gesellschaft, versprühen häufig auch in Armut noch Lebensfreude und Kreativität und helfen dabei, das zu tun, was doch allzu gerne unter dem Wort Toleranz verstanden wird: Leben und leben lassen, in Klugheit und Dummheit, denn ein schlau gelebtes Leben obliegt jedem einzelnen, egal woher er stammt oder wohin er geht.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine nun folgende Woche, die von eigenem Denken und Handeln geprägt ist und nicht durch das Einflüstern derer, deren Horizont an der Nasenspitze endet.

Ihre Claudia

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