Samstag , 26 September 2020
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BP-Öl, Elterngeld und haben Mücken eine Leber?

gemeine_mueckeManchmal frage ich mich doch, wie schnell so eine Woche vergehen und vor allem, was in nur wenigen Tagen alles geschehen kann. Verfolgt man die Medien, dann springen einem täglich neue Horrormeldungen entgegen und das Positives nur selten genannt wird, macht mich Tag für Tag reichlich nachdenklicher. Allerdings, eine Erfolgsmeldung gab es ja vor wenigen Tagen: BP hat endlich das sprudelnde Öl-Loch verschlossen. Glaub ich aber irgendwie nicht, denn wenn man weiß, dass der Ölkonzern verzweifelt auf Investorensuche ist, dann spekuliere ich doch eher darauf, dass hier gut Wetter gemacht werden soll. Aber ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren, nur, wie kommen wir selbst in die Tiefen des Golf von Mexiko, um derartige Meldungen nachprüfen zu können? Gar nicht und so glauben wir halt einfach mal den Aussagen der Experten. 

Überhaupt Experten. Die sind ja eine besondere Spezies und nicht nur wenn es um das Thema Öl geht. Auch hierzulande sind Experten ja eifrig zu Gange, so aktuell beim Sparen seitens der Regierung. Sparen an sich ist ja gut, wird uns Bürgern ständig nahegelegt und angesichts der Magerlöhne und anderweitigen alltäglichen Widrigkeiten, bleibt Ottonormal ja auch nicht viel anderes übrig. Doch wie wollen nun die Experten der Regierung Gelder einsparen, um den desolaten Zustand der Landesfinanzen in den Griff zu bekommen? Ein neuer Vorschlag geht erneut den ärmeren Frauen und Männern im Land an den Finanzkragen. Haben Sie doch sicherlich auch mitbekommen, nicht wahr? Elterngeld-Kürzungen stehen zur Debatte, allerdings nur bei bestimmten Einkommensschichten. Genauer gesagt Geringverdiener und Hartz IV-Bezieher. Da soll nicht nur gespart, sondern auch gleichzeitig der Reiz der Arbeit angeleiert werden. Hat doch was, nur passt das mal hinten und vorne nicht mit dem Wunsch nach mehr Kindern im Land (ich sag nur Rente), den nachwievor mangelnden flächendeckenden Kinderbetreuungsplätzen oder auch dem Mangel an sozialversicherungspflichten Arbeitsstellen zusammen. Wobei, man soll ja nicht immer nur Probleme sehen, da ist doch die Konzentration auf das Finden von Lösungen weitaus sinnvoller.

Wir könnten doch unsere Kinder bei der Frau von der Leyen und anderen Regierungsmitgliedern unterbringen. Zumindest hätten sie da genug Sicherheitspersonal und Platz zum Spielen. Alternativ gäbe es natürlich noch die Fall-Manager der ARGE als Betreuung der Kids, denn dann würden die mal sehen, wie viel ein Kind an Geldern benötigt, um gesund groß zu werden. Ohne Hochwasserhosen, versteht sich. Was die Arbeitsstellen angeht, schließen wir einfach alle Leiharbeiterfirmen, polen die Lohnnebenkosten mal auf eine niedrige Stufe und hören auf Menschen in einem hohen Alter mit Maschinen und Medikamenten am Leben zu erhalten. Würde ja unter Umständen bedeuten, dass weniger Kinder geboren werden müssen, um für den Erhalt der Rente sorgen zu können. Somit gäbe es dann auch keinen Mangel an Betreuungsplätzen in den Regierungsgebäuden, zumal – eigentlich könnten wir ja auch zeitgleich die Kinderarbeit ab sechs Jahren einführen. Würde gewiss Sinn machen, denn Kinder stören im Alltag ja sowieso und sollen sich schon als Kleinkinder wie Erwachsene benehmen. Was wohl Orakel Paul zu solch einem Zukunftsszenario blubbern würde?

Ob es an den sommerlichen Temperaturen oder daran liegt dass unser Kolumnistenschwein sich im Urlaub suhlt, dass die Gedanken heute etwas quer hüpfen? Ich denke, der Grund ist eher darin zu finden, dass mein Sohn am Sonntagmorgen um halb sieben auf der Matte stand und mich wiederholt fragte, ob ich weiß, ob eine Mücke eine Leber hat. Jugend forscht, sage ich nur und wer weiß, vielleicht sind solche neugierigen Querdenker später einmal diejenigen, die sich als Experten betiteln. Dann jedoch hoffentlich mit sinnvolleren Lösungsansätzen als man sie heute vorgesetzt bekommt. Und was hat Sie diese Woche gedanklich so umgetrieben? Schreiben Sie mir und den anderen Lesern davon und sollten Sie wissen, ob Mücken eine Leber haben, dann bitte ich auch hier um Antwort. Würde meinen nächsten Sonntagmorgenschlaf unter Umständen deutlich verlängern und folglich zudem dazu führen, dass ich mir nicht den Expertenkopf machen muss.

Herzlichst

Ihre Claudia

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