Samstag , 25 Mai 2019
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Die tierische Qual hinter den Modetrends – Echtpelz wird als Kunstpelz verkauft

Es existieren Themen und Bereiche da zeigt sich die sachliche, auf Fakten beruhende Berichterstattung nicht nur als vorteilhaft, sondern als unausweichlich – zumindest dann, wenn es um Neutralität geht. Die Leser sollen sich auf Grundlage der Fakten ihr eigenes Bild machen – ihr eigens Urteil bilden. Urteil und Verurteilung, hierbei stehen sich zwei gänzlich unterschiedliche Sachverhalte gegenüber. In diesem Artikel geht es um Verurteilung, um Ungerechtigkeit um Schmerzen und ja, dieser Artikel soll Emotionen tragen und Bilder vermitteln. Wenn es um Schmerzen, um Qual und um den Tod geht, ist Sachlichkeit kein ehrbares Stilmittel. Es gibt genug Wesen, deren Stimmen wir nicht verstehen, weil uns die Sachlichkeit taub, die Fakten blind und die von fehlender Empathie geplagten Kommentare in den Medien uns stumm gemacht haben.

Dabei tragen wir alle ein Gewissen in uns, es hat uns von Anbeginn unseres Daseins gute – wertvolle Dienste leisten wollen. Wir trauen und vertrauen lieber anderen, nur nicht uns selbst, lassen uns vorschreiben wie wir zu leben haben und schieben nur allzu gerne die Verantwortung des Handelns auf Obrigkeiten und Institutionen ab. Wenn etwas schief läuft, heißt es immer, die Anderen waren es. Was dabei verschwindet und weicht, ist unser Mitgefühl, die Fähigkeit großzügig mit unseren Emotionen umzugehen – Mitgefühl zu zeigen.

Es geht immer nur um Dinge, niemals um Sinne. Macht es uns verwundbar, wenn wir Herz zeigen und das Blut anderer Lebewesen uns nicht kalt lässt? Werden wir vielleicht von der Traurigkeit erdrückt, wenn wir den Tränen ihren Lauf lassen?

Warum muss der Mensch meinen es gäbe nichts neben ihm, nur unter ihm? Wer hat behauptet, dass dies der Wahrheit entspricht, die Kirche, der Staat, oder die Eltern?

Wir wähnen uns so frei in unserem Denken, so gescheit wie wir Dinge angehen, Informationen verarbeiten. Gleichzeitig lassen wir uns alles vorschreiben, von der Kleidung bis zum Smartphone, urteilen aus der Oberflächlichkeit heraus und lassen uns von der immer stärker werdenden Kraft mitreißen. Die Macht, die uns sagt was wir zu tun und zu lassen haben, versteckt hinter dem einlullenden Deckmantel der Demokratie, die selbst so fadenscheinig ist wie die Volksvertreter, die wir gewählt haben. Wir haben Selbstbestimmung gegen Vorgaben, Selbstverantwortung gegen Fremdbestimmung und Leben gegen Konsum eingetauscht. Das Schlimme ist, wir geben uns dabei immer noch so egoistisch, als ob wir über unser Leben selbst bestimmen würden. Noch schlimmer, durch unsere Betäubung vom Leben, beteiligen wir uns am Tod anderer Lebewesen und bekleiden uns in Unschuld.

Hundeschlachthof in Zhanjiang. Mit freundlicher Genehmigung von http://www.animalequality.de
Andere länder andere Sitten? Ein Beispiel für den Umgang mit Tieren – Bei uns als Haustiere geliebt, in anderen Ländern als Nutztiere gehalten und getötet. Hundeschlachthof in Zhanjiang. Mit freundlicher Genehmigung von http://www.animalequality.de

Die Macht in den Händen – Hier gestreichelt, dort gequält

Während uns unsere Hunde zwischen den Beinen herumlaufen, Katzen miauen und gefüttert werden wollen, tragen wir Artgenossen dieser geliebten Vierbeiner als Kleidung an uns. Als Pelzbesatz an Kapuzenkragen und Bommelmützen. Diese Kleidungsstücke sind gerade voll im Trend, für viele ist es wichtig diese Mode nicht zu verpassen, dabei liegt dieser Kleidung das Blut von Lebewesen zugrunde. Für den angeblichen und als solchen deklarierten Kunstpelz mussten neben Kaninchen, Füchse und Nerze auch unzählige Hunde und Katzen ihr Leben lassen. Sie wurden gequält, am lebendigen Leib gehäutet, ihnen das Fell ausgerissen und schließlich weggeworfen. Tiere, die nicht wie sonst üblich hier als Nutztiere wie Rind und Schwein verstanden werden, sondern neben uns schlafen, wir sie Füttern und lieb haben – sogar als besten Freund bezeichnen. Mehr informationen über Kunstpelz hier: Kunstpelz-ist-echt.de

China gilt als weltgrößter Exporteur für Pelze, viele weitere Kleidungsstücke werden dort hergestellt. Dort existieren keine Bestimmungen darüber, wie mit den Tieren umgegangen werden muss. Bis den Tieren am lebendigen Leib das Fell abgerissen wird, müssen sie sich auf engstem Raum, in Dreck und Qualen auf ihren Tod vorbereiten. Viele Menschen sprechen den Tieren das fehlende Bewusstsein ab und rechtfertigen damit den Werdegang zum Tod und ihr eigenes Verhalten sich nicht kümmern zu müssen. Gleichzeitig wird das Haustier hier behandelt wie ein treuer Freund den es zu beschützen gilt. Die Tiere in den Pelzfarmen werden dafür bestraft, dass sie Lebewesen sind, sie werden aus ihren Käfigen gezerrt, oft reißen sie sich dabei und auch schon davor Wunden in ihre ausgemergelten Körper. Wehren sie sich vor ihrem Schicksal, und winden sie sich in den unbarmherzigen Händen ihrer Mörder, werden ihnen die Köpfe zertreten, die kleinen Körper geschlagen. Dass solche Aufnahmen dokumentiert sind, zeigt das Video einer Pelzfarm in China (nichts für schwache Nerven aber eben Realität). Nachdem ihre Leiber vom Pelz getrennt wurden, landen die Tiere im Müll, teilweise leben sie noch und sterben erst langsam. So viel zum fehlenden Bewusstsein vor dem Tod. Die Schmerzen und der Weg hinüber in den Tod können doch nicht die fehlende Ahnung vor dem Ableben rechtfertigen. Warum meint der Mensch zu wissen, dass unsere Wahrnehmung die einzig existierende und gültige ist?

Kaum ein Mensch würde es zustande bringen so wertlos mit dem Leben eines anderen Wesens umzugehen, diejenigen, die Andere quälen gelten im Allgemeinen als geistesgestört. Überhaupt bedeutet der Akt des Tötens in den meisten Fällen eine Straftat, das Wissen darüber ist kaum als weniger schlimm zu verstehen. Kaum jemand würde bewusst solch Gräueltaten unterstützen, geschweige denn selbst durchführen. Wenn uns aber niemand darüber informiert was geschehen ist, wähnen wir uns gerne in Unschuld und sehen unsere Sorgfaltspflicht als erfüllt an.

Wir lassen uns lenken, wir folgen dem Strom, wir nehmen, ohne zu fragen und wir entschuldigen uns aufgrund unserer Ahnungslosigkeit. Wir tragen die Kleidungsstücke, die gerade angesagt sind, achten nur wenig darauf, woher es kommt, davon abgesehen auch ebenso wenig ob es uns steht. Dieser Wahn, ständig mit schwimmen zu wollen um nicht ausgegrenzt zu werden macht uns blind und unfähig was die Selbstbestimmung angeht. Wir haben auch keine Zeit mehr darauf zu achten, die Geschwindigkeit, in der alles um uns herum geschieht, macht uns willenlos – wir werden abgelenkt, gefüttert und gemästet, damit wir funktionieren und uns in der Maschinerie fortbewegen.

Dieser ganze Kreislauf ist krank. Wir drehen uns wie Zahnräder im Kreis, mit Blut als Schmiermittel im Getriebe. Wir treiben dabei nicht nur eine monströse Maschinerie an – auf deren Balkon ein paar machthungrige Wesen nach Neuland zur Eroberung Ausschau halten, wir betreiben damit auch eine Zeitbombe, deren Ticken immer schneller aber auch lautloser wird.

Wenn wir aussteigen und uns wagen uns umzudrehen, Fragen zu stellen oder selbst nach Antworten zu suchen, dann werden wir als Feinde erkannt und auch so geahndet. Feinde  in den eigenen Reihen wurden schon immer bestraft und verbannt, sie galten als schwaches aber gefährliches Glied in der Kette. Diese Angst, nicht mehr dazu zugehören lässt uns weitermachen, wir folgen der Ansage – der Vorgabe und den Trends. Wir lassen uns mundtot machen und tragen den Tod anderer Wesen mit unserem Gewissen. Damit wir auch ja keine Zeit haben uns zu reflektieren und Vorgegebenes infrage zu stellen, werden wir mit Süßigkeiten aller Art füttert (im übrigen bezieht sich das nicht nur auf Nahrung sondern auf viele anderen Konsumgüter, die uns als unentbehrlich vermittelt werden). Dabei werden wir fett, bequem und beugsam. Wir essen das, was uns als unbedenklich und Kraft gebend verkauft wird und meiden die Nahrung, die uns wirklich helfen könnte uns von der Versorgerung abzunabeln. Doch die Angst davor frei zu sein, lässt uns erstarren, denn kein Teil mehr einer gewohnten Gesellschaft zu sein, zwingt uns dazu Selbstinitiative zu ergreifen, Selbstverantwortung auszuüben und Empathie und Mitgefühl wieder zu entdecken. Damit würden wir tatsächlich weiterkommen – das entspricht meiner tiefsten Überzeugung.

Um mit dieser emotionalen Rede ein Ende zu finden, bitte ich darum einen Schritt zu gehen und nicht weiter wegzusehen. Es gibt eine Initiative zur Deklarierungspflicht hinsichtlich Echtpelz und Kunstpelz und deren Ursprung. Eine Petition für den Deutschen Bundestag, die von “Kunstpelz ist echt” vorgetragen wird. Auch wenn es dabei nicht um das generelle Verbot der Pelze geht, besteht hier die Chance, dass sich mehr Menschen von dieser Industrie abwenden, wenn sie wissen, dass für ihre Kapuzen oder die weichen Bommeln auf den Mützen, Hunde- oder Katzenfell anstatt Kunststoffe verwendet wurden.

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