Montag , 13 Juli 2020
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BeWEGt

suzahu jan 27

„Wohin denn gehen wir? – Immer nach Hause“, schrieb Novalis. … Lebensrouten gehen oft lange in eine Richtung und man kennt jeden Baum am Wegesrand. Blumen sind in Erinnerung. Die mit vielen Blüten, aber auch die Welken. Ausgewählte kann man durchaus mal trocknen und sich weiterhin darüber freuen, sie bei sich tragen. Ein Duft, der einen begleitet, irgendwas Vertrautes, wenn man diesen bekannten Weg verlässt.

Im Unbekannten kann man stolpern und erkennen, dass es Holzwege, Sackgassen und auch Abstellgleise gibt.

Gut, wenn man eine Karte hat, um sich mehr Überblick zu verschaffen. Wer aber hat sie schon parat? Diese einzig und allein-gültige Lebenskarte und gibt es sie überhaupt? Doch auch ohne Karte gibt es zum Glück ein ganzes Universum an Wegen, Kreuzungen und Gabelungen. Bei Einigen sind auf ihren imaginären Karten deutliche Markierungen. Vielleicht das Meer oder die Berge? Auch kann es gelegentlich der Fall sein, dass man – wenn kein Vorwärtskommen möglich, mit gesammelten Kräften, nach Auswegen suchen muss. Doch, wer unterwegs ist, braucht nur selten Aufbruchstimmung. Sie begleitet einen, wie von selbst, sobald man geht – und das Schöne an verschiedenen Wegen ist, dass man auf sehr unterschiedliche Wanderer trifft. Manche davon haben ein gutes Gespür für feinere Wege, andere verweilen als Wegelagerer und es gibt die Springer. Und wenn mal kein Land in Sicht scheint, hilft die Strömung, sich einfach mal treiben zu lassen, zu warten – auf die Dinge, die da kommen.

„Der Weg ist das Ziel“ wurde oft verpönt und dahingehend interpretiert, dass diejenigen gar kein Ziel hätten. Man eiere sich quasi so durchs Leben, ohne Plan und Ziel, sich nur des Weges bewusst. Ich wurde von dieser Theorie fast angesteckt und trotzte ihr sogar noch, in dem ich sagte: Ok, dann eben „Weg mit dem Ziel.“

Heute finde ich den Weg, der zum Ziel führt, sogar sehr besonders bedeutend, sofern man den Stationen tatsächlich würdigend Bedeutung schenkt.

Wir alle durchlaufen die unterschiedlichsten Stationen in unserem Leben – beruflich – familiär – und kommen auf diese Weise sicher öfter mal im Leben an, dennoch gehen die Meisten auch Seitenwege oder sind das dann die Umwege? Denn wohin führt das eigentliche Ziel und warum erscheint es wie ENTwicklung zu sein? Dem voran müsste ja die VERwicklung stehen. Ziele sind eben so variabel, da auch beWEGlich und somit veränderbar. Und dort, wo wir uns am Wohlsten fühlen und das Ereignis – ZIEL – feiern, handelt es sich gleichermaßen um einen Wunsch, dem Bedürfnis ähnlich und nicht dem Bedarf, denn manche vermeintlichen Ziele sind aufoktroyiert.

Bedeutungsvolle ZEIT erscheint wie endloses Warten auf Ziele und Taten. Sie verführt, das Gestern zu suchen – und im Morgen zu erwarten.
Erhebungen durch all die wundersamen Reisen durch die ZEIT vereisen dich nicht, sie beweisen sich durch Achtsamkeit.
SuZahu

(Letzter Beitrag von SuZahu: WUNDERLICH – WAHRLICH – WAHR?)

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