Donnerstag , 13 August 2020
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Am Anfang war das Wort

dem wasser lauschen

Am Anfang war das Wort – sagte Johannes. Und prähistorisch war wohl am Anfang das Feuer. Ich fühle mich wie ein Neandertaler, denn mit Feuer kann ich viel anfangen. Es steht für Wärme, für Entflammbarkeit, für Wildheit, Kraft, gleichermaßen auch für Ruhe und Gewissheit. – So glaube ich nicht an das Wort. Worte beflügeln, streicheln und peitschen. Wir stimmen einem Wort zu, weil wir uns in aneinandergereihten Worten wieder finden. Interpretieren sie, vergleichen mit anderen Worten, verknüpfen und bauen uns selbst Brücken, um zu erkennen, was kein Wort je sagen kann.

Neandertaler, so man historisch dem Glauben schenkt, hatten nur Laute und ich bin überzeugt, dass auch sie liebten, ohne das Wort hierfür zu kennen und auch waren sie sich gewahr, dass DIES nicht geschieht, wenn nicht vorher JENES geschah. Sie kannten Konsequenzen, ganz ohne Bewusstseinssprung, was auch nur ein Wort ist. Und doch – auch damals womöglich wurden selbst Laute falsch gedeutet. So greift das Zitat von Elias Canetti:

„Es gibt keine größere Illusion als die Meinung, Sprache sei ein Mittel der Kommunikation zwischen Menschen.“

Ich habe die besten Verträge in meinem Leben mit Handschlag geschlossen, wortkarg und schriftlos, denn Verträge sind ja auch immer nur so gut, wie die jeweiligen Vertragspartner es sind.

Und ich glaube an Intuition sowie an den allerersten Impuls.

Nur wann ist was der erste Impuls?

Viele sagen, dass er dann gegeben sei, wenn das Herz hüpft. Mag sein, doch auch das Herz ist bereits trainiert. Es weiß aus Erfahrung, was sich gut anfühlt und was nicht. Doch das Neue ist noch nicht erfahren und das Neue, das Wagnis, ob Vertrag oder Liebesgeschichte, ob Auswanderungswünsche oder ob man selbst eine Familie gründen will; all das wurde zu einem bestimmten Zeitpunkt SELBST noch nicht erfahren, da neu. Man kann es nicht üben und sich nicht auf das Herz verlassen, allenfalls auf die Erfahrung Anderer.

Doch auf das Gefühl kann man sich immer verlassen! – Das hört man ja auch immer wieder. Wirklich?

Möglich, sofern es denn wirklich unberührtes Gefühl und nicht Emotion ist.

Auf den ersten Impuls, der Ruhe in sich birgt, eine Art von Gewissheit in sich trägt, die man nur selbst kennt, so wie die Sehnsucht, die so einzigartig ist, wie jeder von uns – auf jenen höre ich. Und daher ist Sehnsucht meine größte Wahrheit. Ein Bedürfnis, das noch keine Formen kennt, lügt nicht, aus meiner Sicht.

*

Gespräche am Steg

*

Dem Wasser lauschen,

dem wortlosen Rauschen.

*

Steine betören.

Hinhören!

*

Sprache vernehmen

und sich zurücklehnen,

dem Klang der Stimme folgen,

dem zeitlosen Gesang

und wissen.

*

 

Über mich selbst:

Ich wurde in Berlin geboren, verbrachte jedoch meine Kinder- und Jugendzeit im tiefen Allgäu, teilweise ganz versteckt in Alleinlage inmitten der Natur, umgeben von Großfamilie und vielen Tieren. Ich habe mehrere Berufe. Seit 2006 folge ich mehr und mehr meiner Berufung und schreibe. Die Inspiration hierzu fand ihren Beginn in Bilderausstellungen in München, auf welchen immer mein Text dominierte. Ich versuchte mich in Wettbewerben und gewann auch zwei davon, wurde veröffentlicht und publiziere seither Bücher.

Meine Themen sind das Leben selbst und ich verbinde Menschen lieber, anstatt sie zu trennen UND ich liebe Wind. – suZahu

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Vera S. – Judas küsst (Melodram)

Su und Marie (Persiflage)

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Otto´s Fee (Ein Benefiz – Kinderbuch – zu Gunsten von Alina. Alles Weitere unter diesem Link)

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