Samstag , 25 Mai 2019
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Rastlos – Ein Film braucht Unterstützung

rastlos_film_trailerBeatrice Möller ist eine Dokumentar-Filmemacherin, die in Berlin lebt. Geboren 1979 in Düsseldorf und aufgewachsen in Pretoria, Südafrika, machte sie ihren ersten Dokumentarfilm in 2003 mit dem Titel Omulaule heißt Schwarz, gefolgt von Shalom Salam (2006) und Shosholoza Express (2010), der eine Zugfahrt durch Südafrika und die Erfahrung der Apartheid zeigt. Ihr neuer Film Rastlos (2011 – Trailer am Ende des Textes) befindet sich derzeit in der Postproduktion, und die Filmemacherin versucht, Geld durch die Crowdfunding Plattform Indigogo zu akquirieren, um den Film fertigzustellen.

Sie begann zu drehen, als sie 28 war. Es ist eine Geschichte von vier Frauen (darunter die eigene Sicht der Filmemacherin), die in den frühen Dreißigern sind und vor immer größerer Unruhe und Rastlosigkeit mit Bezug auf Jobs, Beziehungen und Familie stehen. Deren unterschiedliche Wege und Entwicklung auf dem Weg sind wie Snapshots und momentane Einblicke präsentiert.

Beatrice Möller: “Nach dem Studium, kurz vor 30, fragt sich jede Frau, wofür entscheidet man sich? Was ist mein Lebensentwurf? Will ich Karriere machen, will ich Kinder? Diese Reflexionen, Stimmen, Augenblicke und Entwicklungen kommen in dem Film zum Vorschein.”

Die Konfrontationen mit den Müttern, die mit 30 schon alles erreicht hatten: Mann, Kinder, Haus, Auto, Familienurlaub, wird mit den Lebensweisen der drei unabhängigen Protagonistinnen der Tochter-Generation kontrastiert. Geboren in der westlichen Wohlstandsgesellschaft, wurde das Streben nach Erfolg für die neue Generation neu definiert, mit einem Schwerpunkt auf Selbst-Reflexivität und Selbst-Findung und zu hinterfragen, was einen glücklich macht. Man muss nicht mehr heiraten, um in der Gesellschaft zu überleben.

Die Mütter behaupten, dass sie keine Zeit hatten, zu überlegen, ob sie glücklich waren und was sie glücklich macht. Sie waren damit beschäftigt Kinder großzuziehen, mit Studium, Arbeit, und auch noch für ihre Ehemänner zu sorgen. Sie sind erstaunt, dass mit all den unglaublichen Freiheiten, die ihren Töchtern zur Verfügung stehen und die sie selbst nicht hatten, sie immer noch rastlos oder unglücklich sein können.

Mit der Globalisierung und dem Wandel in der Weltwirtschaft haben die Töchter bereits während ihres Studiums bemerkt, dass nach dem Abschluss für sie keine gesicherten Jobs warten werden. So beginnen sie sich zu fragen, was der Sinn des Ganzen ist. Und sie haben die Zeit zu fragen und nachzudenken, denn sie haben keine Kinder, müssen nicht dauernd nur kochen, waschen, putzen und ihre Ehemänner versorgen. So sind die scheinbar endlosen Freiheiten und Möglichkeiten nicht wirklich ein präzises Abbild der heutigen Gesellschaft. Mehr Optionen garantiert nicht automatisch das Glücklichsein.

Der Film zeigt diesen Generationswechsel ohne endgültige Antworten zu präsentieren, sondern beschreibt einige der Probleme und Fragen, die uns heute betreffen, und lädt das Publikum ein, über diese wichtigen Fragen nachzudenken.

Die drei Protagonistinnen (Freunde der Filmemacherin) nehmen uns mit auf ihre täglichen Abenteuern durch Rostock, Leipzig und Berlin, und erlauben uns eine nahe und persönliche Sicht auf ihre Zweifel, Bedenken, das Rennen gegen die Zeit, um bestimmte Dinge zu erreichen, die sie (und uns alle) rastlos machen. Alle Frauen haben viel erreicht, sind gut ausgebildet, erfolgreich, und inspirierend. Doch zugleich sehen wir ihre Unsicherheiten und Empfindlichkeiten vis-à-vis dem sozialen Druck und den Vorurteilen und die ständige Notwendigkeit, ihre Entscheidungen rechtfertigen zu müssen, insbesondere wenn sie außerhalb der gesellschaftlich erwarteten, traditionellen Kernfamilie Einheit leben wollen.

Bea Möller: „Wir haben unser Studium abgeschlossen, die Welt gesehen, gearbeitet, gefeiert, wir haben uns verliebt und hatten unsere Herzen gebrochen. Wir haben die Art von Freiheit, vor der unsere Mütter nur träumen konnten. Aber trotz alledem fühlen wir uns oft verloren und rastlos, weil die Freiheit, die wir spüren, einen zunehmenden Druck ausübt, sie vollständig zu erleben. Aber wie lange können wir nachhaltig diese Art von Unruhe ausleben? Wann werden wir die richtigen Entscheidungen treffen? Und wie können wir wissen, was “richtig” ist, oder ob etwas Besseres noch kommen wird? Was diese Generation von Frauen verbindet, ist ein Gefühl von Rastlosigkeit.“

Wie es sich herausstellte, konnten sich viele Menschen mit den dargestellten Kämpfen der weiblichen Protagonisten identifizieren. Ein männlicher Zuschauer aus Australien kommentierte: „Obwohl ich ein Mann bin, kann ich viele Dinge in dem Film nachvollziehen.“

Möller: „Crowdfunding ist ein neues Phänomen, dass kleine Geldbeträge von vielen Menschen für die Finanzierung von kreativen Projekten ermöglichet, vom T-Shirt-Design zu wohltätigen Zwecken oder für die Postproduktion von meinem neuen Film. Mit der Finanzierung der Stiftung “Menschenwürde und Arbeitswelt” und 25p Berlin habe ich in den letzten drei Jahren den Film gedreht. Jetzt ist es Zeit, das viele Material zu bearbeiten, und dabei brauche ich Ihre Unterstützung. Wir benötigen etwa 6000 Euro, um den Film zu beenden. Wenn der Trailer Ihnen gefallen hat, helfen Sie mir bitte viele Krümel zu finden, um einen großen Kuchen zu backen. Hier können Sie das Projekt finden: http://www.indiegogo.com/RESTLESS.“

Hier der Trailer zu “Rastlos”

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