Sonntag , 20 Oktober 2019
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Blutdiamanten – Steine an denen konfliktreiches Blut klebt

rohdiamantDiamanten. Schon Marylin Monroe sang „Diamanten sind die besten Freunde einer Frau“ und bis heute hat sich nichts an der Faszination dieser wunderschönen Steine verändert. Ob als Splitter, zart in einem Ring eingefasst oder, wie sie so manche Prominente stolz präsentieren, als Klunker an den Ohren – Diamanten sind nicht nur bezaubernd, sondern vor allem oft mit unermesslichem Geldwert behaftet. Als schönes Aushängeschild des Reichtums oder verborgen als Wertanlage – diese Steine bieten viel Raum zur Befriedigung bestimmter Wünsche. Und oft genug dienen Diamanten als Basis für blutige Konflikte. Nicht aus dem Grund der simplen Streitereien, hingegen zur Finanzierung von Waffen jeglicher Art, die wiederum in die Hände derer fallen, welche Invasions- oder Rebellentruppen genannt werden. Ein Einblick auf die Schattenseiten der „Diamonds“, die den bezeichnenden Namen Blutdiamanten tragen.

Unser Planet hält weltweit Ressourcen bereit, die zeitlebens für Kriege, Rebellion, Korruption und Mord gesorgt haben. Bis heute haben sich diese Gründe nur unwesentlich verändert und neben dem Profit steht besonders die Macht im Vordergrund, wenn Erdöl, Erdgas und eine Vielfalt an weiteren Schätzen dem Inneren der Erde entnommen werden. Diamanten gehören zu diesen Schätzen, erfreuen sich weltweit einer anhaltenden Beliebtheit und gelten nachwievor als Aushängeschild für Luxus, Reichtum und Prestige. Während die meisten Frauen und Männer rund um den Globus keinerlei Gedanken daran hegen, mit diesen Edelsteinen Schlechtes zu tun, zeigt es sich, dass in konfliktreichen Ländern Diamanten als Basis zur Bezahlung von Waffen sowie zur Beschaffung von vielfältigem Kriegsmaterial dienen. Blutdiamanten werden jene Diamanten genannt, die, beispielsweise wie in Sierra Leone, illegal geschürft zur finanziellen Grundlage von Invasionstruppen und Rebellen eingesetzt werden.

Der Kimberley Process, unwissende Käufer und der Ressourcenfluch

In den 90er Jahren wurde das Blutdiamanten Problem dahingehend deutlich, in dem erkannt wurde, dass in vielen afrikanischen Ländern die illegal geschürften Diamanten zur Finanzierung von Bürgerkriegen dienten. Vor rund 12 Jahren wurde, um den blutigen Bürgerkrieg von Angola, geführt von der Rebellenbewegung UNITA, zu beenden, ein Ausfuhrverbot für Diamanten durch den UNO-Sicherheitsrat erlassen. Knapp zwei Jahre nach diesem Verbot trafen sich die Vertreter mehrerer Länder, in denen Diamanten produziert werden, in der südafrikanischen Stadt Kimberley, um ein grundsätzliches Vorgehen gegen die illegalen und blutigen Machenschaften verschiedener Gruppierungen zu ermöglichen. 2003 trat folgend der sogenannte Kimberley Process in Kraft, der bis heute ein komplexes System beinhaltet, um mittels staatlicher Herkunftszertifikate den weltweiten Handel mit Blutdiamanten zu unterbinden. Mit eingeschränktem Erfolg, denn obwohl sich die Kontrollen hinsichtlich der Herkunft und des Weiterverkaufs von Rohdiamanten deutlich verschärft haben, finden die Blutdiamanten immer wieder ihre Wege zu neuen Besitzern.

Diese ahnen in den meisten Fällen nicht einmal im Geringsten etwas davon, dass der Diamant an ihrem Finger, am Hals oder in einem Diadem verarbeitet, eine blutige Spur hinter sich gelassen hat. Oder diese immer noch hinterlässt. Einer der bekanntesten Fälle in Sachen Blutdiamanten und Nichtwissen über dessen Herkunft, war ein Vorfall in der Verbindung mit dem Top Model Naomi Campell, die deswegen vor Kurzem sogar vor dem Sondergerichtshof in Den Haag als Zeugin auftreten musste. Der Grund: Der Diamant, den sie einst in Afrika, im Jahre 1997, angenommen hatte, soll als Blutdiamant zur Finanzierung für die brutale Bürgerkriegsarmee in Sierra Leone fungiert haben. Doch nicht nur Stars und Sternchen unterliegen einem gewissen Risiko einen Blutdiamanten ihr Eigentum zu nennen, sondern gleichsam zahlreiche Prominente rund um den Globus sowie die Frau oder der Mann „um die Ecke“. Und das, obwohl, unter anderem, viele Kontrollen hinsichtlich der Herkunftszertifikate durchgeführt werden.

Zudem: Nicht nur Bürgerkriege lassen aus wunderschön, glitzernden Diamanten blutige Edelsteine werden. Auch die oftmals unmenschlichen und zumeist menschenunwürdigen Bedingungen der Diamantenschürfer lassen, nach Ansicht von Menschenrechtsorganisationen, aus den Steinen Blutdiamanten werden, so dass schon längere Zeit gefordert wird auch für diese Art von Diamanten den Kimberley-Process anzuwenden. Betrachtet man sich all diese Zusammenhänge und Auswirkungen des Schürfens nach Diamanten, stellt sich die Frage, ob es sich nicht real um einen wahren Fluch rund um eine der wertvollsten Ressourcen der Erde handelt, der in Expertenkreisen schon lange „Ressourcenfluch“ genannt wird.

Video zum Thema Blutdiamanten

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