Freitag , 7 August 2020
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Schon aus Versicherungsgründen notwendig: Afghanistan ade!

deutsche_flagge_afghanistan_isafAls der Anti-Kriegsroman Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque 1929 bei Propyläen in Berlin erschien, war die Welt kriegsmüde. Die Leser stürzten sich auf diese ungeheuerliche Anklage, verschlangen die in Romanform verpackten Schrecken, die sich während des Ersten Weltkrieges an der Front zwischen den deutschen und französischen Truppen abgespielt hatten. Inzwischen haben 20 Millionen Im Westen nichts Neues, das in 50 Sprachen übersetzt wurde, gelesen. 81 Jahre nach seinem Erscheinen hat der Roman nichts von seiner aufrüttelnden Anklage gegen den Krieg verloren. Einige Menschen zogen, zumindest mental, ihre Lehren daraus – aber leider nicht alle! 

Dass der Inhalt und die Warnung am amerikanischen Präsidenten George W. Bush vorübergegangen sind, ohne Spuren zu hinterlassen, mag vielleicht daran liegen, dass der Stoff während seiner Schulzeit in Amerika nicht behandelt wurde. Wir in Deutschland wurden in der Regel alle mit diesem aufrüttelnden Anti-Kriegsbuch Remarques im Unterricht vertraut gemacht. Und das war gut so.

Was für Bush als Entschuldigung gelten mag, kann sich kein deutscher Politiker ans Revers heften. Umso erstaunlicher ist es, dass unsere Politiker – über die Parteigrenzen hinweg – nichts aus dem Kassandraruf Remarques gelernt haben. Ohne den Verteidigungsfall innerhalb der NATO gewissenhaft zu prüfen, haben sie sich von einem geltungssüchtigen George Walker Bush in einen nicht gewinnbaren Krieg treiben lassen. Wo bleibt die dem Wähler gegenüber übernommene Pflicht unserer Politiker, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden? Jeder hätte sich an den zehn Fingern und ohne Computer ausmalen können, dass in der zerklüfteten Bergwelt des Hindukusch, in dem selbst die Sowjets mit einer Streitmacht von 100.000 Soldaten und modernem Kriegsgerät geschlagen abziehen mussten, auch für die NATO nichts zu holen ist. 10.000 gefallene Soldaten und 15.000 PTBS-Patienten hatte der zehnjährige Krieg den Sowjets eingebracht.

bundeswehr_afghanistan_1Der schlaueste „Eroberer Afghanistans“ war Alexander der Große, der zwischen 330 und 327 das Land am Hindukusch für sich gewinnen wollte. Er stellte sehr schnell fest, dass da nichts zu holen sei und verließ das für Invasoren ungastliche Land auf schnellstem Weg. Inzwischen haben die ISAF/Nato-Truppen annähernd so viele Soldaten in Afghanistan wie die Russen. Die Zahl der im Afghanistan-Einsatz getöteten ISAF /Nato-Soldaten ist derzeit auf über 1700 angewachsen, davon mehr als 45 deutsche Männer. Die Zahl der PTBS betroffenen Deutschen ist hoch, Tendenz steigend. Die genaue Zahl teilt die Bundeswehr nicht mit.

Noch immer sind die im Krieg geschädigten Soldaten vor dem sozialen Abstieg nicht geschützt. Die Sozialversicherung haben sie bei Auslandseinsätzen verloren, denn die Versicherungen haben die so genannte „Kriegsklausel“. Diese schließt Zahlungen aus, wenn die Schädigung unmittelbar oder mittelbar durch kriegerische Ereignisse verursacht wird. Das heißt nichts Anderes, als dass die Versicherungen jedwede Leistung aus Lebens- bis Krankenhaustagegeldversicherungsverträgen verweigern, wenn der Versicherte im Auslandseinsatz verwundet oder getötet wird.

Ein Versäumnis der Meldung an die Versicherung, dass man sich „von… bis…“ im Ausland befindet, kann ebenso dazu führen, dass der Versicherer sich seiner Pflicht entziehen kann. Die Soldaten stehen also ohne Deckung ihrer Schäden durch den Staat da, der sie in einen nicht gewinnbaren Krieg geschickt hat; auch ein steuerfreies Tagegeld von 93 Euro – in manchen Fällen auch 130 Euro – kann den Staat Deutschland nicht aus seiner Verantwortung entlassen, sich um die zerschossenen und posttraumatisierten Soldaten angemessen zu kümmern.

Einige Verteidigungsminister machten durch Gutmütigkeit, Unwissen, Selbstüberschätzung oder schlichtweg Unfähigkeit von sich reden. Einer wurde sogar beim Planschen mit seiner Gespielin im Pool fotografiert, während seine Soldaten an der Afghanistanfront immer weiter in Schwierigkeiten gerieten. Nun ist er Chef der Radfahrer, was seiner Eignung möglicherweise gerecht wird.

Learning by doing ist im Kriegsfall strafbar. Leider nicht für die unfähigen Politiker, sondern ausschließlich auf Kosten unserer Soldaten. Endlich haben wir einen Verteidigungsminister, der Krieg auch als Krieg benennt und bereit ist, unsere Soldaten mit dem Kriegsgerät auszustatten, das für ihre Verteidigung unerlässlich ist.

Lange habe ich den Buchmarkt beobachtet und mich gefragt, warum kein deutscher Autor bereit ist, wie 1929 Remarque in einem Roman mutig gegen diese Unbilden des eigenen Staates und gegen diesen ungewinnbaren Krieg anzuschreiben. Die Antwort liegt auf der Hand. Das Volk ist nicht sensibilisiert genug, einen solchen Einsatz in sich aufzunehmen und den Soldaten den nötigen Rückhalt zu signalisieren. Zu sehr ist es durch die verdummende Desinformation, diesen grausamen Krieg betreffend, uninteressiert, ja gelangweilt.

bundeswehr_afghanistan_2Nun sollen die Menschen ruhig erfahren, warum es nun auch im Norden Afghanistans, in dem es lange relativ ruhig geblieben war, zu fortwährenden, tödlichen Anschlägen auf unsere Bundeswehr kommt. Einer der Punkte ist die „Capture or kill-Liste“. Auf dieser Liste stehen einige Dutzend Namen, die für die NATO als gefährlichste Feldherren des Gegners gelten. Die Männer auf dieser Liste werden gefangen genommen und verschwinden in den Lagern wie Guantánamo oder den Black-Holts, meist aber werden sie gezielt durch Mordkommandos getötet.

In Afghanistan findet also eine Menschenjagd statt, an der auch die Bundeswehr mit der KSK – Kommando Spezialkräfte, Task Force 47 – beteiligt ist. Nur, dass in Deutschland kaum einer davon weiß. Oft sind nicht einmal die wichtigsten Politiker im Bundestag darüber informiert, denn die Liste ist streng geheim. Auf ihr werden Maulawi Roshan mit der Nummer IS 2063 ebenso geführt wie Abdul Rahman Naurul, Talibanführer Shamsudin oder Mullah Abdul Salam mit der Nummer 1479. Salam war übrigens der Hauptdrahtzieher der tödlichen Anschläge gegen die Bundeswehr. Er konnte zwischenzeitlich festgenommen werden.

All diese Fakten wird der in Bernau bei Berlin lebende Autor George Tenner in seinem im März 2011 im Schardt-Verlag erscheinenden Roman “Afghanistan ade!” darlegen. Schon jetzt gibt er einen Einblick mit einer Leseprobe und einem Trailer zu dem Buch auf seiner Homepage www.george-tenner.de. Er wird bis Oktober weitere Textteile veröffentlichen, um auf das Buch aufmerksam zu machen.

Bei meiner weiteren Recherche finde ich auf einem der Afghanistan-Blogs die Nachricht, die von einem misarek eingestellt wurde: „Keiner kann sich vorstellen, der noch niemals in solchen Gegenden gewesen ist, was es bedeutet, Tag für Tag an so einem verfluchten Platz, dem Arsch der Welt, zu vegetieren. Schuld daran sind alle Politiker, die unsere Jungs nicht in ein Land, sondern in eine Hölle geschickt haben.“

Auf dem Umschlag des 1929 erschienenen Romans Im Westen nichts Neues stand im Untertitel: Remarques Buch ist das Denkmal unseres unbekannten Soldaten – von allen Toten geschrieben. Wir wollen hoffen, dass Tenners Kassandraruf Afghanistan ade! in einem aufrüttelnden Roman mit gut recherchiertem Hintergrund des Afghanistan-Krieges nicht ungehört verhallt.

Ein arabisches Sprichwort sagt: Hoffnung ist oft ein vergiftetes Geschenk! Es ist sehr zu fürchten, dass dieses Sprichwort für das Deutschland unserer Zeit zutrifft.

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