Samstag , 18 Januar 2020
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Dom Rep – Urlaubsparadies mit Menschenhandel und Cholera

strand_domrepVertraut man den Aussagen des Auswärtigen Amtes in Berlin, ist die Ansteckungsgefahr mit Cholera für Reisende in die Dominikanische Republik ohne engen Kontakt zu Erkrankten, beispielsweise in Krankenhäusern oder Flüchtlingslagern, derzeit sehr gering. So sonnt sich der gemeine Tourist also ahnungslos relaxt unter der karibischen Sonne, während die Regierung mit menschenverachtenden Mitteln versucht, das Bild vom Urlauberparadies schlechthin weiter aufrecht zu erhalten. Ein unhaltbarer Zustand.

So seien die Cholerafälle weiterhin nicht erwähnenswert. Mehr als unwahrscheinlich angesichts der aktuellen Zahlen des Nachbarlandes Haiti: Das dortige Gesundheitsministerium MSPP spricht von rund 3.900 Todesfällen und 188.967 Erkrankten. Mehr als 105.850 Menschen mussten bisher stationär behandelt werden. Dass der Erreger nicht vor der Grenze haltmacht, dafür sorgt schon der schwunghafte Menschenhandel: Hauptsächlich Kinder und Jugendliche gelangen gegen Schmiergeldzahlung rasch über die Grenze und arbeiten als Billigstkräfte bzw. landen in den von Sextouristen so beliebten Bordellen.

Welche Dimensionen dieser Menschenhandel angenommen hat, lässt die Haltung des U-S. Außenministeriums erahnen, das Sanktionen gegen die Dominikanische Republik in Erwägung zieht. Laut Sonderbotschafter Luis CdeBaca habe die Sklaverei mittlerweile äußerst subtile Formen angenommen: Hinter Arbeitsverhältnissen, die auf den ersten Blick als legale Arbeitsmigration aussehen, verstecken sich oft Strukturen, die extreme Arbeitsausbeutung und Menschenhandel fördern. Im Gegensatz zu anderen Staaten ist in der Dominikanischen Republik keine Verbesserung der Situation zu beobachten. Dies habe hauptsächlich damit zu tun, dass der extrem korrupte Beamtenapparat in die Verbrechen verstrickt ist. Radhamés Jiménez Peña, Generalstaatsanwalt der Dom Rep, lehnte diese Einschätzung als unrealistisch ab. Doch die Fassade beginnt an verschiedenen Seiten zu bröckeln.

Angesichts der Bedrohung durch Cholera prangerte Clement Terrero, Vizepräsident der dominikanischen Ärztekammer CMD, Ende Januar die unverantwortliche Verschleierungstaktik des Gesundheitsministeriums an: Infektionen würden bewusst verheimlicht, die Statistiken seien mehr als geschönt. Er verwies auch auf einen Vorfall, wonach bei 112 Venezolanern, die an einen Feier in der Dominikanischen Hauptstadt Santo Domingo teilnahmen, nach ihrer Rückkehr die Infektion mit Cholerabakterien offiziell bestätigt wurde. Die venezolanischen Behörden reagierten sofort, aktivierten einen entsprechenden Notfallplan und verstärkten die Kontrollen am Flughafen Simón Bolivar de Maiquetía. Immerhin reagierten mittlerweile auch die dominikanischen Behörden: Sie machten Hummer aus dem Grenzfluss Pedernales zu Haiti als Überträger der Bakterien aus und verbrannten – als vorbeugende Maßnahme – 50 kg der beschlagnahmten Delikatesse.

Von offizieller Seite wird immer noch von Einzelfällen gesprochen, lediglich 238 Bürger seien infiziert. Anderseits dient den Behörden die Ansteckungsgefahr mit Cholera als willkommener Anlass, ein Problem zu lösen, das sie selbst erst erschaffen haben: Laut Latina Press wurden seit Dezember 2010 mehr als 5.000 nicht registrierte Haitianer, die vorher durch Schmiergeldzahlungen erst in das Land gelangten, mit Hilfe der Armee zurückgeführt. Die Geschichte vom Zauberlehrling kommt einem in den Sinn, denn diese Angst vor Ansteckung spielt wohl auch eine Rolle, wenn zunehmend von Übergriffen auf haitianische Einwanderer seitens der Bevölkerung die Rede ist: Ende Januar wurde eine Behausung von haitianischen Bürgern Opfer von Brandstiftern. Eine Sechs-Zimmer-Hütte, welche von mindestens 20 angeblich undokumentierten Haitianern bewohnt wurde, fiel einem Brandanschlag zum Opfer. Es ist nicht der erste Vorfall dieser Art, es wird auch nicht der letzte sein.

Je länger das vom Tourismus abhängige Land mit menschenverachtenden, ja, verbrecherischen Mitteln versucht, den Traum vom sorglosen Urlaubsparadies aufrecht zu erhalten, je länger die Tourismusbranche sich weigert, deutliche Worte zu sprechen, aus Angst eine weitere gewinnbringende Destination – zumindest vorübergehend – zu verlieren, desto größer wird die Gefahr eines unkontrollierbaren Ausbruchs an Gewalt und Krankheit in dieser Region. Die Natur des Menschen tut ihr übriges dazu: Solange die Hotelbar noch gut gefüllt, der Strand sauber und das Bett mit preiswerten Prostituierten gewärmt ist, wird er reisen; zur Not wird er ja auf Kosten der Allgemeinheit ausgeflogen.

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