Donnerstag , 14 November 2019
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Privater Geheimdienst – Die Deutsche Bank zählt zu den Kunden

xe-services_privater_kampfhubschrauberSo manche Entwicklungen, die sich im Hintergrund globaler Veränderungen abspielen, stellen unser Weltbild auf den Kopf. Dazu gehören private Unternehmen im Bereich Sicherheit. Als internationaler Marktführer gilt Xe-Services, besser bekannt unter dem alten Namen Blackwater. Angeboten wird ein Söldnerheer ebenso wie Geheimdienst-Informationen. Der ehemalige Direktor der CIA, Cofer Black, sitzt in der Chef-Etage. Zu den bewaffneten Einsätzen von Xe-Service zählt die Präsenz im Irak und in Afghanistan ebenso wie der Auftrag, in New Orleans, nach dem verheerenden Hurrikan Katrina, für Ordnung zu sorgen. Kürzlich wurden dem amerikanischen Journalisten Jeremy Scahill Dokumente zugespielt, die aufzeigen, dass neben der US-Regierung auch das Königreich Jordanien, die kanadische Armee, die holländische Polizei, Monsanto, Walt Disney Company, Royal Caribbean Cruises und eben auch die Deutsche Bank zu den namhaften Kunden zählen.

Dass die aus dem Irak abziehenden Truppen durch Söldnerheere, Security Contractors genannt, ersetzt werden, darüber hat The Intelligence bereits berichtet. Das mit Abstand größte Unternehmen dieser Branche änderte vor einigen Monaten seinen Namen von Blackwater auf Xe-Services. Die Zahl der Mitarbeiter wird auf 40.000 geschätzt. Insbesondere der englische Wikipedia-Artikel berichtet über eine Menge umstrittener Einsätze, zu denen auch die Ermordung von Zivilisten im Irak gehört. Die Legalität des dortigen Engagements befindet sich, nebenbei erwähnt, in einer rechtlichen Grauzone. Ebenfalls als umstritten gilt der Auftrag, der Xe-Services von der amerikanischen Katastrophenbehörde FEMA, nach den, vom Wirbelsturm Katrina verursachten, Verwüstungen erteilt wurde. Rund 600 schwer bewaffnete private Angestellte leisteten Dienste, die eigentlich von offiziellen Polizeieinheiten ausgeführt werden sollten.

Jeremy Scahill setzt sich seit Jahren intensiv mit den Machenschaften dieses Unternehmens auseinander. Im Jahr 2008 veröffentliche er ein Buch mit Namen  „Blackwater – Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt“. Dank Dokumenten, die ihm kürzlich zugespielt wurden, erklärte er in einem bei The Nation erschienen Beitrag Zusammenhänge zwischen CIA, Xe-Services und dem Saatgut-Giganten Monsanto. Und es scheint als würde dieser, weltweit kritisierte, führende Hersteller von Saatgut, bereits die Kontrolle über Xe-Services übernommen haben.

cofer_blackEiner der Schlüsselnamen ist Cofer Black. Nach 28 Dienstjahren bei der CIA, wo er zum Rang eines Direktors aufstieg, diente er von 2005 bis 2008 als Vize-Vorsitzender von Blackwater. Mittlerweile hält er den Vorsitz eines Unternehmens namens Total Intelligence Solutions.

Der zitierte Artikel bei The Nation erwähnt, dass Monsanto Aufträge an Blackwater erteilt hätte, was vom Saatgut-Hersteller auf der eigenen Webseite jedoch vehement dementiert wird. Allerdings, die Inanspruchnahme der Dienste von Total Intelligence Solutions wird dort durchaus bestätigt. Dabei handelt es sich um ein eigenständiges Unternehmen, als dessen Besitzer ein gewisser Erik Prince, ehemaliger Angehöriger der amerikanischen Marine, genannt wird. Und welche Firma gehört ebenfalls diesem Erik Prince? Richtig! Xe-Services.

Was den von der Deutschen Bank erteilten Auftrag betrifft, so handelte es sich um Geheimdienst-Information im Zusammenhang mit Geschäftsbeziehungen zu China. Für einen Preis von 70.000 Dollar wurde ein Bericht über Sicherheitsvorkehrungen geliefert, in dem vor Wanzen in Hotelzimmern der gehobenen Preisklasse ebenso gewarnt wurde wie vor dem Klonen elektronischer Geräte. Außerdem sollten Mitarbeiter der Deutschen Bank misstrauisch reagieren, wenn sie sich plötzlich von reizenden jungen Damen umschwärmt fänden. Es könnte sich, so der Bericht, um Mitarbeiterinnen des chinesischen Geheimdienstes handeln.

erik_princeDass sich die Deutsche Bank auf diesem Wege wertvolle Informationen beschafft, ist natürlich legitim. Vielmehr sollte die gesamte Entwicklung zu berechtigter Sorge anregen. Ein Privatunternehmen verfügt über mehrere zehntausend bewaffnete Mitarbeiter. An der Spitze stehen ehemalige Geheimdienst-Angehörige, die wiederum über entsprechende internationale Verbindungen verfügen. Auch wenn ein einzelner Mann, Erik Prince, als Besitzer gilt, ein derartiger Aufstieg vom Navy-Seal zum Inhaber der weltweit stärksten Privatarmee lässt berechtigt darauf schließen, dass eine mächtige Lobby hinter diesem Mann steckt.

Monsanto ist ein Thema für sich. Auch wenn es in Deutschland bis dato gelungen ist, sich von den Machenschaften dieses Unternehmens zu distanzieren, es sind immer mehr Länder auf dieser Welt, dessen Landwirte in die Abhängigkeit von Monsanto gezwungen werden. Traditionelle Feldfrüchte werden durch genetisch veränderte, nicht reproduktionsfähige Samen ersetzt, was wiederum bedeutet, dass jedes Jahr neues Saatgut angekauft werden muss. Dieser selten erwähnte Umstand, dass ein einziges Unternehmen immer mehr Kontrolle über die weltweite Versorgung mit Nahrungsmitteln ausübt, sollte nicht nur Landwirte mit Sorge füllen. Ein, im Vorjahr beim Spiegel erschienener Artikel, beleuchtet ausführlich die Macht dieses Unternehmens. Und die Frage ist, wie lange sich Deutschland, im Zusammenhang mit der fortschreitenden Globalisierung, gegen den internationalen Druck erwehren kann. Und dazu kommt, dass, wenn wir Jeremy Scahills Recherchen Glauben schenken, dieses Unternehmen nicht nur auf Regierungen Einfluss ausübt, sondern auch über eine Privatarmee mit dem dazugehörigen Geheimdienst-Apparat verfügt.

bill_gates_180Noch weiter abgerundet wird dieses bedrohliche Gesamtbild, das immer mehr darauf verweist, dass die Interessen multinationaler Konzerne über die Entwicklungen demokratischer Länder bestimmen, durch ein Detail, auf das Scahill am Rande verweist. 500.000 Aktien von Monsanto wurden zum Preis von 23 Millionen Dollar von der Bill & Melinda Gates Foundation angekauft. Schon mehrfach hat The Intelligence über den Schwindel mit den Spendengeldern berichtet. In diesem Fall entschied Bill Gates, einen Teil jener Gelder, die angeblich wohltätigen Zwecken dienen sollen, in ein Unternehmen zu investieren, das Landwirte zu zwingen versucht, sich dem Monopol patentierten Saatgutes zu unterwerfen, anstatt in gewohnter Weise einen Teil der Ernte als solches zu nutzen.

Heutzutage scheint es noch undenkbar, dass private Sicherheitskräfte durch die Straßen Deutschlands patrouillieren könnten. Auch in New Orleans hätte man vor wenigen Jahren über ein derartiges Szenario noch gelächelt. Kleinbauern finden in Deutschland noch Unterstützung. Vor Jahren war dies auch in den USA der Fall, und plötzlich verdrängen neue Regelungen, die enorme Investitionen fordern, landwirtschaftliche Kleinbetriebe. In Afghanistan kämpfen deutsche Soldaten Seite an Seite mit NATO-Truppen – und Söldnern von Xe-Services. Und wenn wir nicht alle – und zwar sehr rasch – unsere Aufmerksamkeit derartigen internationalen Entwicklungen widmen, so werden wir eines Tages vor vollendeten Tatsachen stehen, von deren Vorbereitungen wir nicht die geringste Ahnung hatten.

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