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Kindersitzerhöhung im Test

Preis-Leistungs-Sieger Autositzerhöhung Safety 1st im Test

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Kindersitzerhöhung: Sicher Autofahren mit Kind

Kaum jemand würde heute noch ohne Sicherheitsgurt Auto fahren. Wenngleich die Statistiken von Jahr zu Jahr besser werden, ereigneten sich 2014 immerhin noch 2.406.685 polizeilich erfasste Unfälle in Deutschland, wobei in 3.377 Fällen dabei ein Mensch sein Leben lassen musste. Und wir alle wissen, dass der Gurt im Falle eines Unfalls selbst bei wirklich langsamer Fahrt Leben retten kann, weil kein Mensch sich selbst bei einem Aufprall „festhalten“ kann. Ebenso ist jedem verantwortungsbewussten Elternteil klar, dass „auf dem Schoß festhalten“ kein adäquater Ersatz für ein sicheres Kinderrückhaltesystem sein kann. Und auch der Gesetzgeber schreibt vor, dass Kinder vor Vollendung der 12. Lebensjahrs und bis zu einer Körpergröße von 150 cm ausschließlich mit einem geeigneten Kindersitz im Auto transportiert werden dürfen. Dabei kann es sich auch um eine Kindersitzerhöhung handeln, wenn diese entsprechend zugelassen ist.

Hinweis: Mit Gültigkeit 4. April 2008 wurde das Gesetz zur Kindersitzpflicht in Deutschland reformiert. Seitdem sind nur noch Kinderrückhaltesysteme zugelassen, die nach 1996 hergestellt wurden und die Prüfnorm ECE R 44/03 oder ECE R 44/04 erfüllen. Das entsprechende Prüfsiegel befindet sich am Kindersitz. Unter einem E in einem Kreis lässt sich die Prüfnummer ablesen. Diese muss mit 03 oder mit 04 beginnen. Dann ist der jeweilige Sitz oder die Autositzerhöhung zugelassen.

Gewichtsklassen

So bequem es auch wäre – leider gibt es nicht den einen Sitz, mit dem das Kind von Geburt bis zum Erreichen der 150 cm Körpergröße durchgängig mitfahren kann. Geschuldet ist dies einerseits den technische Anforderungen an den Sitz und andererseits den ergonomischen Anforderungen für eine optimale Haltung des Kindes. Zudem kann nur ein wirklich passender Sitz oder die richtige Kindersitzerhöhung eine sichere Gurtführung ermöglichen und das Kind so optimal vor den heftigen Krafteinwirkungen eines Unfalls oder einer starken Bremsung schützen.

Um die Auswahl für den richtigen Kindersitz zu vereinfachen, gibt es standardisierte Gewichtsklassen:

  • Gruppe 0+: von Geburt an bis 13 kg (ca. 18 Monate) – nur entgegen der Fahrtrichtung zugelassen
  • Gruppe I: von 9 kg bis 18 kg (ca. 9 Monate bis 3 ½ Jahre) – sowohl entgegen als auch in Fahrtrichtung zugelassen
  • Gruppe II: von 15 kg bis 25 kg (ca. 3 bis 7 Jahre) – sowohl entgegen als auch in Fahrtrichtung zugelassen, mit ISOFIX ausschließlich in Fahrtrichtung, Kindersitzerhöhung zugelassen
  • Gruppe III: von 22 kg bis 36 kg (ca. 7 bis 12 Jahre) – mit ISOFIX ausschließlich in Fahrtrichtung, Kindersitzerhöhung zugelassen

In der Realität werden die meisten Sitze jedoch nicht nur für eine einzige Gewichtsklasse hergestellt, sondern sind so konzipiert, dass sie für mehrere Klassen gleichzeitig zugelassen sind. Das gibt einem als Anwender mehr Flexibilität und reduziert die Kosten. Zu beachten ist jedoch in jedem Fall, dass es sich bei den Gewichtsangaben „bis“ immer um Maximalwerte handelt. Die meisten normal gebauten Kinder sind bereits vor dem Erreichen des maximal zugelassenen Gewichts aus dem jeweiligen Sitz herausgewachsen und benötigen ein größeres Modell. Einzig beim Wechsel von der Gruppe 0+ auf den nächstgrößeren Sitz sollte man gegebenenfalls besser ein wenig länger warten. Denn die Rückhaltesysteme der Gruppe 0+, die auch als Babyschalen bekannt sind, ermöglichen eine liegende oder halb liegende Position, während viele größere Kindersitze sowie natürlich jede Kindersitzerhöhung eine sitzende Haltung bedingt. In diese sollte man das Kind im Sinne einer optimalen Entwicklung der Haltung und der Wirbelsäule jedoch erst dann bringen, wenn es sich selbstständig hinsetzen und auch längere Zeit so verharren kann.

Ab 15 kg – Sitz oder Sitzerhöhung?

Wie aus den Gewichtsklassen deutlich wird, darf man Kinder ab 15 kg, also meist etwas ab dem Kindergartenalter, legal auf einer Autositzerhöhung mitfahren lassen. Dies hat viele Vorteile. So ist eine Kindersitzerhöhung sehr viel einfacher in der Montage und Handhabung. Das minimiert Fehler durch den Benutzer, weshalb eine Kindersitzerhöhung im Test der Praxis oft gut abschneidet. Zudem benötigt man im Auto selbst weniger Raum, um sie zu befestigen. Je nach Fahrzeug passt nämlich beispielsweise ein theoretisch perfekter Reboarder (rückwärts gerichteter Kinderautositz) praktisch überhaupt nicht auf die Rückbank. Ein weiterer Aspekt, der diesbezüglich für eine Kindersitzerhöhung spricht ist, die Frage nach weiteren Kindern. Ein Testbericht der Auto Bild führt aus, dass es bei 152 geprüften PKW lediglich in 21 Fällen überhaupt möglich war, drei „große“ Kindersitze nebeneinander zu montieren. Ausdrücklich erwähnt wird die Kindersitzerhöhung im Test nicht, aber sie ist auf jeden Fall eine Alternative für alle, die regelmäßig Mehrlinge oder allgemein mehrere Kinder im Auto mitnehmen möchten, aber keinen entsprechend für viele Kindersitze geeigneten PKW besitzen. Darüber hinaus praktisch an den allgemein kleineren Maßen einer Kindersitzerhöhung ist, dass diese auch leichter zu transportieren und zu verstauen ist. Vielleicht besitzt man gar keinen eigenen PKW, wechselt zwischen verschiedenen Fahrzeugen oder nimmt nur gelegentlich Kinder mit. Dann ist eine Autositzerhöhung auf jeden Fall eine praktikable Lösung, die nicht den halben Kofferraum einnimmt, so lange sie nicht gebraucht wird, und einem auch nicht durch das hin und her tragen eines schweren Teils Rückenschmerzen verursacht. Zu guter Letzt spricht natürlich auch noch der Preis dafür, sich für eine Kindersitzerhöhung zu entscheiden.

Denn egal, welchen Bericht man auch ansieht: Überall ist die Kindersitzerhöhung im Test das günstigste Modell – und auch auch der Sieger im Preis-Leistungsverhältnis.

Dennoch schneidet eine simple Sitzerhöhung im Test auf die Sicherheit meist weniger gut ab, als ein großer Kindersitz. Das liegt zum einen am fehlenden Seitenaufprallschutz, zum anderen an der oft nicht vorhandenen Gurtführung und der nicht änderbaren Ausrichtung mit Blick nach vorne. Die meisten Unfälle passieren mit dem kreuzenden Verkehr, sodass auf Aufprall auf die Seite des Fahrzeugs sehr wahrscheinlich ist. Hiergegen bietet eine Kindersitzerhöhung im Test kaum bis gar keinen zusätzlichen Schutz. Zudem haben nur wenige Modelle eine separate Führung, sodass je nach Ausrichtung der Gurt zu dicht am Hals des Kindes anliegt. Das kann einfach nur unbequem sein, bei ungünstigen Umständen jedoch auch zu Strangulationen führen. Darüber hinaus ist es so, dass auch ein 3-jähriges Kind mit 15 kg noch nicht die gleiche Nackenmuskulatur wie ein Erwachsener hat. Auch haben Kleinkinder einen im Verhältnis ca. 15-20 % größeren Kopf als Erwachsene. Schwache Muskeln müssen daher einen relativ betrachtet schwereren Kopf halten. Bei den enormen Zugkräften eines Frontaufpralls kann das fatale Folgen bis hin zum Genickbruch haben. Somit raten Experten heute dazu, Kinder sofern möglich bis zum 4. Geburtstag in einem rückwärts gerichteten Kindersitz fahren zu lassen. Das verringert bei einem Frontalunfall die Gefahr einer schweren Verletzung um 90% (statt 60% bei einem guten nach vorne gerichteten Sitz).

Merke: Sofern möglich sollten Kinder mindestens bis zum 4. Geburtstag in einem rückwärts gerichteten Kindersitz befördert werden. Aufgrund ihrer Größe und des gegebenenfalls komplexen Einbaus sind diese jedoch nicht immer praktikabel. Ab 15 kg Körpergewicht ist auch eine Autositzerhöhung zugelassen, welche einfacher zu handhaben ist. Für lediglich gelegentliche Fahrten, wechselnde Fahrzeuge oder sonstige Eventualitäten schneidet eine hochwertige Kindersitzerhöhung im Test ebenfalls gut ab.

Modelle für die Kindersitzerhöhung

Hat man sich nun dazu entschlossen, statt eines großen Sitzes für das Kind – oder noch zusätzlich zu diesem, um zum Beispiel spontan auch Freunde der Kinder mitnehmen zu können – eine Kindersitzerhöhung zu kaufen, beginnt hier die Suche nach dem richtigen Modell. Bevor man jedoch ins Detail geht und Testbericht um Testbericht wälzt, um die richtige Wahl zu treffen, sollte man sich zunächst grob über die möglichen Varianten informieren.

Einfache Kindersitzerhöhung

Wie ein einfaches Kissen oder gepolsterter Kunststoffkeil bietet eine solche Sitzerhöhung keine andere Funktion, als den Sitz zu erhöhen. Weder für den Beckengurt, noch für den normalen Gurt gibt es eine Führung. So entstehen große Risiken. Beispielsweise kann die Sitzerhöhung nach vorne oder seitlich unter dem Kind wegrutschen. Geschieht dies während eines Unfalls, verrutscht gegebenenfalls der Beckengurt nach oben in den Bauch und kann hier je nach Wucht schwere Verletzungen verursachen. Somit ist eine solche simple Sitzerhöhung zwar legal, sollte jedoch im Sinne der Sicherheit nur dann genutzt werden, wenn es sonst keine Option mehr gibt.

Kindersitzerhöhung mit Führung für den Beckengurt

Bei dieser Variante ist das Sitzkissen zusätzlichen mit seitlichen Hörnern ausgestattet, durch die der untere Teil des Sicherheitsgurts geführt wird. Diese Gurtführung sorgt dafür, dass die Kindersitzerhöhung auch bei heftigen Manövern dort bleibt, wo sie hingehört, und das Kind korrekt auf dem Sitz hält. Oft erreicht eine solche Kindersitzerhöhung im Test vergleichsweise gute Noten und insbesondere als „Backup“ im Kofferraum kann sie die optimale Lösung sein, um gelegentlich Kinder verschiedenen Alters – vom Kindergarten bis zum Erreichen der 150 cm Körpergröße – im Auto mitzunehmen. Jedoch gibt es auch innerhalb dieser Klasse verschiedene Modelle unterschiedlicher Anbieter und vor dem Kauf sollte man genau nachsehen, wie die favorisierte Kindersitzerhöhung im Test genau abschneidet. Denn Qualität, Verarbeitung, Sicherheit und Preis können trotz gleichen Prinzips dennoch stark variieren.

Kindersitzerhöhung mit Lehne

Ist das dann nicht wieder ein „großer“ Autositz? Nein, nicht ganz. Der Unterschied ist hier: Wenngleich eine Sitzerhöhung mit eigener Lehne etwas mehr Platz als ein reines Sitzkissen benötigt, wird sie doch lediglich auf dem Sitz platziert, um das Kind besser zu positionieren. Sie hat kein eigenständiges Gurtsystem. Stattdessen bietet sie einen Führung für Diagonal- sowie Beckengurt des bereits im Auto vorhandenen Dreipunkt-Sicherheitsgurts. Damit wird das Kind zuverlässig auch bei einem heftigen Aufprall weder im Bauch, noch am Hals von einem nicht optimal sitzenden oder verrutschten Sicherheitsgurt verletzt. Darüber hinaus gibt die Lehne einen gewissen Seitenaufprallschutz und auch im Schlaf wird der Kopf des Kindes zusätzlich gestützt. Deshalb erzielt eine solche Sitzerhöhung im Test oftmals ähnliche gute Noten, wie ein deutliche teurerer und schwerer zu handhabende Sitz.

Warum einen Testbericht lesen?

Hat man all diese Punkte für sich bedacht und sich für ein bestimmtes System entschieden, kommt im Kaufprozess nun die Wahl des konkreten Sitzes beziehungsweise der Sitzerhöhung. Hierbei ist es sehr hilfreich, sich verschiedene Modelle der Kindersitzerhöhung im Test anzusehen. Dabei gehen Tests auf verschiedene Aspekte wie Handhabung, Sicherheit, Einbau, Preis etc. ein und man kann im direkten Vergleich gut erkennen, wo die Stärken und Schwächen des jeweiligen Modells liegen. Je nachdem, welcher Teilaspekt der Bewertung einem selbst dann am wichtigsten ist, kann man dann eine auf die eigenen Bedürfnisse optimal abgestimmte Wahl treffen.

Nicht vergessen: Für jede individuelle Situation kann ein anderes Kinderrückhaltesystem die richtige Lösung sein. Es gibt nicht „das eine“ System und nicht „den einen“ Sitz, das bzw. der immer für alle Kinder, Eltern, Autos und Anforderungen geeignet ist.

Sonstige Sicherheitshinweise

Ganz egal, ob man sich letztendlich einen Reboarder, einen nach vorne gerichtete Kinderautositz oder einen Kindersitzerhöhung mit oder ohne separate Gurtführung oder Rückenlehne angeschafft hat oder vielleicht sogar ein Auto fährt, das eine automatisch verstellbare Autositzerhöhung per Knopfdruck bietet – irgendwann kommt immer der Moment, bei dem das Kind im Auto angeschnallt wird und die Fahrt beginnt. Und auch hier kann man – neben einer vorsichtigen, defensiven Fahrweise – noch einmal viel tun, um die Sicherheit der Kleinen unterwegs zu gewährleisten:

  • Korrekten Einbau des Kinderrückhaltesystems vor jeder Fahrt kontrollieren
  • Kind fährt auf der Rückbank und steigt auf der Gehweg-Seite ein und aus
  • Rückwärts gerichtete Kindersitze nur auf Sitzen ohne Front-Airbag verwenden oder diesen entsprechend ausschalten
  • Kindersicherung der Tür aktivieren
  • Kindersicherung der elektrischen Fensterheber aktivieren
  • Egal bei welchem Gewicht – sobald der Scheitel über den Kinderautositz ragt, wechselt man zu einem größeren Modell
  • Schlafende Kinder mit einer Schlaf-Stütze davor schützen, aus dem Gurt heraus zu rutschen
  • Schlafende Kinder mit einem Schlaf-Kissen stützen, um ein „Umherrollen“ des Kopfes zu vermeiden
  • Kinder niemals in dicker Winterkleidung anschnallen
  • Verlauf des Gurts vor jeder Fahrt prüfen und gegebenenfalls am Sitz oder dem Gurthaken des PKW selbst nachjustieren

Quelle: Kindersitzerhoehung.de